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Sport aktuell

Rapids historischer Derbysieg und seine Folgen

Die Presse-Logo Die Presse vor 3 Tagen

Mit einem 4:0 im Happel-Stadion gegen Austria, dem höchsten Derbysieg seit über 37 Jahren, behaupteten die Hütteldorfer in der Bundesliga Rang drei. Man träumt weiter, vom ÖFB-Cup, vom Semifinale gegen Sturm Graz.

Viel besser hätte Rapids Start in die entscheidenden Wochen der Fußball-Saison nicht verlaufen können. Mit einem 4:0 im Happel-Stadion gegen die Austria, dem höchsten Derbysieg seit über 37 Jahren, behaupteten die Hütteldorfer am Sonntag in der Bundesliga Rang drei und tankten Selbstvertrauen für das Cup-Semifinale am Mittwoch bei Sturm Graz.

Danach geht es gegen die Liga-Top-Teams Admira (5.), Sturm Graz (2.), LASK (4.) und Red Bull Salzburg (1.) um die endgültige Absicherung des Europacup-Platzes via Meisterschaft. Angesichts dieses Programms verzichtete Trainer Goran Djuricin auf überschäumende Emotionen nach dem Kantersieg über den Erzrivalen. "Ich muss das große Ganze sehen. Wir sind Dritter, dort wollen wir bleiben, aber mehr ist es nicht. Jetzt ist es einmal das große Ziel, ins Cupfinale zu kommen."

Dennoch verhehlte der Wiener nicht seine Freude darüber, dass der Matchplan - die Austria kommen zu lassen und mit schnellen Gegenstößen den Erfolg zu suchen - aufgegangen war. "Wir waren im Umschaltspiel sehr gut und effizient", erklärte Djuricin.

© Bild: GEPA pictures

Das lag auch an der Leistung von Philipp Schobesberger. Der Oberösterreicher, zuletzt oft enttäuschend, blühte in seiner Rolle als Solospitze auf, auch weil ihm die Austria viele Räume gab. Ein Tor und ein Assist standen am Ende zu Buche, schon in den beiden vorangegangenen Happel-Derbys war der 24-Jährige mit je einem Tor Rapids Matchwinner gewesen. "Der Schlüssel des Erfolgs war, dass Schobesberger ganz vorne gespielt hat", sagte Djuricin.

Der Held des Tages analysierte den Triumph mit der ihm eigenen Lässigkeit: "Wir haben die Austria an die Wand gespielt und viele Chancen herausgespielt. Wir haben sie aus dem eigenen Stadion geschossen." Die Kritik der vergangenen Wochen an seinen Leistungen konnte Schobesberger nicht ganz nachvollziehen. Als Offensivspieler könne es schon passieren, dass man einmal den einen oder anderen schlechteren Auftritt hinlege.

Mit etwas mehr Nachdruck wären für Schobesberger und Co. sogar noch mehr Tore möglich gewesen, wie auch Thomas Murg bestätigte. "Der Sieg war verdient, aber wir hätten durchaus höher gewinnen können." Dabei handelte es sich jedoch nur um einen kleinen Wermutstropfen, denn immerhin gelang es Rapid als erstem Club, drei Auswärts-Derbys in einer Saison zu gewinnen, da man auch im Cup-Achtelfinale bei der Austria die Oberhand behalten hatte. Zudem gab es keine Saisonniederlage gegen den Erzrivalen.

Diese Bilanz sorgte gepaart mit dem Jubel über vier Liga-Siege in Folge für allgemeine Hochstimmung bei den Fans, von denen einige noch beim 2:1 in der Vorwoche gegen St. Pölten gepfiffen hatten. Am Sonntag feierte der grün-weiße Anhang die Spieler noch lange nach dem Schlusspfiff beim Auslaufen.

Im Mittelpunkt stand dabei auch der in der 76. Minute eingewechselte Steffen Hofmann, der nach seinem wohl letzten Derby von seinen Teamkollegen vor den Fans auf den Schultern getragen wurde. "Natürlich ist es sehr schön, wenn man so gefeiert wird, aber heute hätten sich das andere verdient. Sie haben ein richtig tolles Spiel gemacht", meinte der 37-Jährige und ergänzte: "Bei aller Euphorie, die jetzt da ist - wir haben es verpasst, dass wir ihnen richtig eine mitgeben." Hofmann hält bei 48 Derby-Einsätzen und 17 Siegen - einen mehr als Peter Schöttel, mit dem er sich die Bestmarke bisher geteilt hatte.

Für Austria-Coach Thomas Letsch war es das erste Derby, und es endete gleich mit einem Desaster. "Im Nachhinein müssen wir froh sein, nur vier Tore bekommen zu haben", gab der Deutsche zu. Auf die Ausfälle von Raphael Holzhauser, Tarkan Serbest, Kevin Friesenbichler, Stefan Stangl und Dominik Prokop wollte der Coach die Niederlage nicht zurückführen. "Das wäre mir zu billig. Es wird immer wieder passieren, dass Spieler ausfallen, dann müssen andere in die Bresche springen."

Letsch war bei der Austria mit vier Siegen aus fünf Partien gestartet. Der Auftritt gegen Rapid lässt aber vermuten, dass die von ihm verordnete Philosophie weg vom Ballbesitz-Fußball hin zum verstärkten Pressing Turbulenzen verursachen könnte, auch wenn der Coach beschwichtigte: "Es war heute nicht zwingend ein taktisches Problem. Wenn man in der Vorwärtsbewegung einfache Ballverluste hat, wird es schwer."

Diese Mängel gilt es schnell abzustellen, steht doch für die sechstplatzierte Austria die Europacup-Teilnahme auf dem Spiel. Der von der Admira gehaltene Platz fünf, der eventuell für das Europa-League-Play-off reicht, ist sechs Runden vor Schluss sieben Punkte entfernt.

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