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Ribéry schildert Gefängnis-Besuch bei Hoeneß

WELT-Logo WELT 15.05.2019
Die Zeit von Franck Ribéry beim FC Bayern München neigt sich dem Ende zu. Die Fußballschuhe will der Franzose aber noch nicht an den Nagel hängen, will danach wieder zurückkehren. Quelle: Omnisport © Omnisport Die Zeit von Franck Ribéry beim FC Bayern München neigt sich dem Ende zu. Die Fußballschuhe will der Franzose aber noch nicht an den Nagel hängen, will danach wieder zurückkehren. Quelle: Omnisport

Am Samstag geht es für den FC Bayern um die Meisterschaft. Gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, Sky und im WELT-Liveticker) muss mindestens ein Punkt her, um den 29. Titel zu feiern. Es wäre für Franck Ribéry eine besondere Meisterschaft. Nämlich die insgesamt neunte in Deutschland. Damit würde er zum Rekordtitelträger unter allen Bundesliga-Profis aufsteigen.

Einer seiner ständigen Begleiter: Arjen Robben. Mit großem Stolz blickt Ribéry auf seine Zeit – an der Seite des Niederländers – beim FC Bayern zurück. „Ich sehe den Weg, den wir gemeinsam gegangen sind. Es war nicht immer einfach, am Ende sehr erfolgreich. Wir sind echte Freunde geworden, die alles mit dem FC Bayern gewonnen haben, was es zu gewinnen gibt. Wir haben zusammen eine wunderbare Geschichte erleben dürfen. Dafür bin ich unheimlich dankbar“, sagte Ribéry der „Sport Bild“.

„Ich habe an das Karriereende gedacht“

Robben verlässt die Münchner im Sommer nach zehn Jahren, Ribéry sogar nach zwölf. „Die Hilfe des Vereins war immer wichtig für mich. Natürlich hat mich der FC Bayern auch privat unterstützt, aber ich erinnere mich speziell an eine Situation, in der ich hilflos und komplett auf den Verein angewiesen war“, sagte der 36-jährige. Eine Sprunggelenkverletzung 2015 zwang Ribéry zu einer mehrmonatigen Pause. „Das war eine schlimme Zeit, ich habe an das Karriereende gedacht.“

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Als besonders emotionalen Moment hat der achtmalige Deutsche Meister einen Besuch bei Uli Hoeneß in Erinnerung. „Das war richtig traurig, es tat mir weh, Uli so zu sehen. Er war allein im Gefängnis, sein Leben war von einem Moment zum anderen komplett auf den Kopf gestellt. Wir haben zwei, drei Stunden gesprochen, das war für uns beide wichtig. Ich kam, um ihn aufzumuntern, ließ mir nichts anmerken.“ Der heutige Bayern-Aufsichtsratschef musste nach einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe 2014 ins Gefängnis.

Spielt am Samstag zum letzten Mal vor heimischem Bayern-Publikum: Franck Ribery © Bongarts/Getty Images/Alex Grimm Spielt am Samstag zum letzten Mal vor heimischem Bayern-Publikum: Franck Ribery

Ribéry erklärte, dass er sonst den Bayern-Boss oft zu Hause am Tegernsee besucht habe. „Uli Hoeneß will, dass sich seine Spieler wohlfühlen. Manchmal war ich nur eine Stunde bei ihm, wir haben etwas gegessen und fertig. Manchmal blieb ich auch für sehr viele Stunden.“

Das berühmte Goldsteak und die Beleidigungen

Zur Goldsteakaffäre während des Trainingslagers im Januar sagte der frühere Nationalspieler: „Ich bin kein Mensch, der protzen will oder sich über andere stellt. Auf dieses Steak bin ich damals eingeladen worden. Generell ist es so: Wenn ich mir etwas leisten will und auch kann, dann mache ich das – und wenn ich Nudeln mit Eiern möchte, esse ich sie noch heute.“

Nach dem Verzehr eines mit Blattgold überzogenen Steaks in einem Nobelrestaurant in Dubai war Ribéry in sozialen Medien kritisiert worden. Über die offiziellen Social-Media-Kanäle des Franzosen wurden daraufhin obszöne Beleidigungen verbreitet. Der FC Bayern sprach eine hohe Geldstrafe gegen Ribéry aus.

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