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Steinhaus tat beim frivolen Ribéry das einzig Richtige

DIE WELT-Logo DIE WELT 13.08.2017
So macht man das: Bibiana Steinhaus und Franck Ribery lachen zusammen über den Streich des Franzosen © firo Sportphoto So macht man das: Bibiana Steinhaus und Franck Ribery lachen zusammen über den Streich des Franzosen

Erstmals in ihrer Karriere pfiff Bibiana Steinhaus die Bayern. Und musste gleich eine heikle Situation überstehen. Franck Ribéry öffnete ihr den Schnürsenkel. Die Schiedsrichterin reagierte perfekt.

Es war leicht, den größten Fußballskandal der Neuzeit zu übersehen. Hätten die TV-Kameras nicht in HD draufgehalten, er wäre wohl unbemerkt geblieben. So aber wissen wir nun: Franck Ribéry ist ein sexistischer Rüpel.

Im Pokalspiel gegen Chemnitz tat er so, als ob er sich den Ball zum Freistoß zurechtlegen würde. Und tat dann Ungeheuerliches: Er zog Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus den Schnürsenkel auf. Noch mal zum Mitschreiben: DEN. SCHNÜRSENKEL. AUF.

Na, da war was los in den Empörungszirkeln des Internets. Das Wutvolk schäumte. Rot hätte die Steinhaus dem Bayern-Macho zeigen sollen – und am besten gleich noch eine runterhauen. Geht doch nicht. Hätte er das auch bei einem männlichen Schiedsrichter gemacht? Siehste!

So, und damit zurück auf eine Ebene jenseits der Hechelatmung. Natürlich ist es diskutabel, ob die Aktion von Ribéry nun lustig ist oder nur kindisch oder einfach doof. Ansichtssache. Andererseits: Man muss seelisch schon sehr ausgetrocknet sein, um sich darüber ernsthaft zu echauffieren.

Stellen wir uns kurz vor, wenn Bibiana Steinhaus, die ab sofort als erste Frau überhaupt Bundesligaspiele pfeifen wird, dem frivolen Franzosen wirklich Rot gezeigt hätte. Der Effekt wäre verheerend gewesen. Vor ihrem ersten Erstligaeinsatz hätte eine Debatte eingesetzt, die ihr ohnehin mit Spannung erwartetes Debüt endgültig unter das Brennglas der Zweifler gerückt hätte.

Bei dem einen Spaß muss es bleiben

Steinhaus hingegen tat das einzig Richtige: Sie schmunzelte, verpasste Ribéry einen Knuff und ließ das Spiel weiterlaufen. Der Bayern-Profi versenkte den Freistoß zum zwischenzeitlichen 4:0, die Welt drehte sich weiter, und die kluge Schiedsrichterin ersparte uns eine weitere moralinsaure Diskussion, von der der Fußball schon viel zu viele an der Backe hat. Davon kann sich der (und die) ein oder andere eine dicke Scheibe abschneiden.

Allerdings: Bei dieser einen Aktion sollte es bleiben. Natürlich muss Steinhaus aufpassen, dass sie bei den Spielern nicht zu einer Art knuffigem Schiri-Maskottchen wird, mit dem beliebig Schabernack getrieben werden kann. Der nächste, der ihr an den Senkel geht, sollten die Ohren langgezogen werden. Aber da machen wir uns wenig Sorgen...

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