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Formel 1: Schlüsselrennen im Titelkampf

Die Presse-Logo Die Presse vor 6 Tagen
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Singapur. Der Boden ist ein guter für Sebastian Vettel: Viermal und damit so oft wie kein anderer hat der Deutsche das Nachtrennen von Singapur gewonnen. Auch für den Grand Prix an diesem Sonntag (14.10 Uhr, live ORF eins, Sky, RTL) gilt der Ferrari-Star als Favorit. Im WM-Duell mit Lewis Hamilton darf sich Vettel angesichts von 30 Punkten Rückstand keinen Fehler mehr leisten. „Klar ist da eine kleine Lücke“, meinte er und übte sich in Zuversicht. „Ich denke, ich weiß, was zu tun ist. Ich konzentriere mich jetzt auf Singapur. Ich mag den Ort.“

Heuer könnte der mit 1600 Lichtprojektoren beleuchtete Marina Bay Street Circuit zum Schlüsselrennen im WM-Kampf werden: Vettel kann hier zwar nicht den Titel gewinnen, wohl aber bereits verlieren. Keine andere Strecke im Rennkalender liegt den Ferraris derart, doch die Erinnerungen an das Vorjahr sind nicht die besten. Damals kollidierte Vettel gemeinsam mit Teamkollegen Kimi Räikkönen bereits in der ersten Runde mit Red-Bull-Pilot Max Verstappen und schied aus.

Das darf sich heuer nicht wiederholen, denn Fehler hat sich Vettel in dieser Saison bereits genug erlaubt: der Verbremser in Baku, eine Kollision mit Hamiltons Teamkollegen Valtteri Bottas in Frankreich, die Qualifying-Strafe in Österreich, der Ausrutscher ins Kiesbett in Hockenheim und nun zuletzt der Dreher nach dem Unfall mit Hamilton. Die Fauxpas-Serie kostete den viermaligen Weltmeister in diesem Jahr schon bis zu 70 Punkte.

Die Kritik an der Fehleranfälligkeit des Deutschen ist mittlerweile so laut, dass sogar Mercedes-Teamchef Toto Wolff ihn verteidigte. „Er hat den Ehrgeiz, wenn möglich immer zu gewinnen, und bringt die dafür notwendige Aggressivität mit“, meinte der Wiener in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“. „Dafür braucht man großen Mut. Dass das manchmal zu Kollisionen führt, ist Teil seiner Art und Weise, ein Formel-1-Auto zu fahren.“ Wolff kann sich die Großmütigkeit freilich leisten, fährt Hamilton doch derzeit nahezu fehlerfrei. Der Brite gewann drei der jüngsten vier Rennen, auf Strecken wie in Hockenheim, Budapest und Monza, auf denen eigentlich wie in Singapur viel für Ferrari mit seinem Powerpaket gesprochen hatte. Deshalb bezeichnete Wolff eine Prognose auch als „beinahe unmöglich“.

Gewissheit hat Vettel über die Zukunft bei Ferrari: Im kommenden Jahr wird der junge Monegasse Charles Leclerc statt Räikkönen das zweite Cockpit besetzen und den Routinier fordern. Anders als beim italienischen Rennstall ist bei den Silberpfeilen alles auf Hamilton ausgerichtet, Teamkollege Bottas ordnet sich dem unter. Vettel würde sich das auch wünschen, wie er in Monza leicht genervt kundgetan hatte. „Ich fahre mein Rennen. Ich glaube, ich habe noch nie etwas geschenkt bekommen.“ Ob er von Räikkönen nach dessen feststehender Abschiebung zu Sauber noch Geschenke erwarten darf, ist mehr als fraglich. (red)

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