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Sport aktuell

Mick Schumacher greift nach seinem ersten Titel als Rennfahrer

KURIER-Logo KURIER 11.10.2018 Redaktion kurier.at

Der Sohn des Rekordweltmeisters geht mit 49 Punkten Vorsprung in die letzten drei Formel-3-Saisonrennen.

Mick Schumacher hat in dieser Saison einigen Champagner vergossen. © DIENER/Extra / DIENER/Extra Mick Schumacher hat in dieser Saison einigen Champagner vergossen.

Mick Schumacher greift am Wochenende auf dem Hockenheimring nach seinem ersten Titel als Rennfahrer. Der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher startet als Führender ins Saisonfinale der Formel-3-EM. Der Gesamtsieg hätte für den 19-Jährigen einen wichtigen Nebeneffekt, damit hätte er nämlich die nötigen 40 Punkte für die für die Formel 1 notwendige Superlizenz gesammelt.

Der EM-Triumph scheint Schumacher nicht mehr zu nehmen sein. 49 Punkte liegt er vor den verbleibenden drei Rennen am Samstag und Sonntag vor seinem britischen Rivalen Daniel Ticktum, 75 Zähler sind noch zu vergeben. Dabei deutete nach der ersten Saisonhälfte nur wenig darauf hin, dass Schumacher erstmals in seiner Karriere eine Rennserie als Sieger abschließen würde.

An den ersten vier Wochenenden der Saison blieb der Pilot des italienischen Prema-Teams sieglos, hatte vor allem im Qualifying Probleme. Platz eins in Spa-Francorchamps gab Schumacher dann einen gewaltigen Schub. Ausgerechnet die belgische Rennstrecke, auf der sein Vater Michael 1991 in der Formel 1 debütierte und bereits im Folgejahr seinen ersten Grand Prix gewann, wurde zum Wendepunkt für Mick in der Formel 3. Seither hat er weitere sieben Rennen gewonnen, davon allein fünf der jüngsten sechs. "Da hat sich die harte Arbeit dann ausgezahlt, die bereits weit vor der Saison begann", betonte Schumacher.

"Wie könnte Maranello zu diesem Namen Nein sagen?"

Sein furioser Vormarsch beflügelte so manche Fantasien. "Mick in der Formel 1 wäre natürlich speziell. Er würde die Herzen vieler Fans auf eine ganz einzigartige Weise berühren", sagte Formel-1-Chef Chase Carey vor einigen Wochen der deutschen Zeitung "Bild am Sonntag". Noch immer bewegt das Schicksal des siebenfachen Weltmeisters Michael Schumacher (49), der bei einem Skiunfall vor fast fünf Jahren schwere Kopfverletzungen erlitten hat und seither von der Öffentlichkeit abgeschirmt wird, viele Menschen.

In Erinnerung an die großen Erfolge des Vaters mit Ferrari ließ sich auch der aktuelle Scuderia-Teamchef Maurizio Arrivabene bei der Frage nach Mick Schumachers Zukunft den vielsagenden Satz entlocken: "Wie könnte Maranello zu diesem Namen Nein sagen?"

Kein Übertalent

Ein schneller Wechsel in die Formel 1 aber käme für MickSchumacher wohl zu früh. Der Filius des Rekordmannes ist kein Übertalent, eher ein akribischer Rennfahrer, der sein Entwicklungspotenzial erst nach und nach entfaltet. Im Kart fuhr er bei EM und WM jeweils auf Platz zwei. Auch in der italienischen und deutschen Formel 4 war 2016 jeweils ein anderer schneller. Sein Formel-3-Debütjahr 2017 beendete er als Zwölfter.

Mit Blick auf Schumachers Entwicklungskurve scheint ein Start in der Formel 2 im kommenden Jahr die richtige Option. Auch wenn ihm sein Name "Türen geöffnet" habe, müsse er "immer noch beweisen", was er könne, sagte Schumacher unlängst der BBC. Die Formel 2 hat sich in der Vergangenheit als gutes Testfeld und Sprungbrett in die Formel 1 erwiesen, zuletzt ebnete der Titelgewinn Pierre Gasly und Charles Leclerc den Weg in die Königsklasse.

"Das Wichtigste ist, dass er sich ohne Druck entwickeln kann. Dann werden wir sehen, was die Zukunft bringt", riet Ferrari-Teamchef Arrivabene. Dass diese Zukunft mittelfristig Formel 1 heißen soll, daran lässt MickSchumacher keinen Zweifel. "Dort sind die besten Rennfahrer, gegen die will ich fahren und kämpfen", bekräftigte er zuletzt im BBC-Interview.

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