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Sport aktuell

Toto Wolff: Meine Kinder gehen für den Klimaschutz auf die Straße

Formel1.de-Logo Formel1.de 19.03.2019 Sven Haidinger

Wie Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff den weltweiten Klimastreik vieler Jugendlicher einschätzt und wieso er die Formel 1 dazu nicht im Widerspruch sieht

Toto Wolff sympathisiert mit den weltweiten Klimaschutz-Demonstranten © LAT Toto Wolff sympathisiert mit den weltweiten Klimaschutz-Demonstranten

Über eine Million Jugendliche haben am vergangenen Freitag weltweit für eine radikale Kurswechsel in der Energiepolitik demonstriert, um die drohende Klimakatastrophe zu verhindern. Darunter waren übrigens auch der 17-jährige Sohn und die 14-jährige Tochter von Toto Wolff, wie der Mercedes-Motorsportchef offenbart. "Sie sind der Schule ferngeblieben und auf die Straße gegangen", verweist er auf den Klimastreik, den die 16-jährige schwedische Aktivistin Greta Thunberg initiiert hat.

Wolff selbst zeigt Sympathien für die Proteste, an denen auch in Deutschland 300.000 Menschen teilnahmen: "Ich finde es wirklich stark, dass diese junge Generation ihre Zukunft selbst in die Hand nimmt."

Die Formel 1 und seine Rolle als Manager bei einem Autohersteller sieht er aber nicht im Widerspruch dazu. "Es ist ein unglaubliches Problem, wie viel Treibstoff von Flugzeugen verbrannt wird. Ich habe kürzlich auch gelesen, dass die 15 größten Frachtschiffe so viele Emissionen freisetzen wie 760 Millionen Autos", sagt der Österreicher. "Und wenn man sich anschaut, wie viel Plastik jedes Jahr im Sommer alleine in Europa im Meer landet, dann muss man da etwas tun."

Horner: Formel 1 hat kein Umweltschutzproblem

Im Gegensatz zu den Saugmotoren der Vergangenheit setze man seit 2014 auf "alle Energierückgewinnungssysteme, die bei den modernsten Straßenautos zum Einsatz kommen". Rückendeckung erhält der Österreicher von Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Er findet, dass "die Effizienz dieser Motoren nicht stark genug betont wird. Es ist verblüffend, wie ökonomisch sie sind, was den Spritverbrauch angeht." Diese Botschaft müsse man besser verkaufen.

Dass die Formel 1 als Umweltverschmutzung angesehen werden könnte, hält er für ungerechtfertigt: "Wir alle, oder fast alle, sind doch mit dem Flugzeug aus der ganzen Welt nach Melbourne gereist und haben in 38.000 Fuß Höhe Treibstoff verbrannt. Das sorgt für einen viel größeren CO2-Fußabdruck als alles, was in Melbourne am Wochenende passiert."

Abiteboul: Fährt auch die nächste Generation noch im Kreis?

Auch Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul ist stolz auf die in der Formel 1 eingesetzten Hybrid-Antriebseinheiten, die in der Vergangenheit immer wieder kritisiert wurden. "Der durchschnittliche Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors liegt bei 30 bis 35 Prozent. Wir bewegen uns in der Formel 1 bei über 50 Prozent, was enorm ist", nennt der Franzose Zahlen. "Wenn diese Art der Effizienz für alle Massenmärkte leistbar wäre, dann wäre das ein enormer Beitrag, was die CO2-Emission angeht. Und da müssen wir auch in Zukunft federführend sein."

Doch welche Technologien könnten diesbezüglich eine Rolle spielen? "Wir sprechen da über E-Fuels, die nicht aus fossilen Energien erzeugt werden", verweist Abiteboul auf synthetische Kraftstoffe, mit denen Verbrennungsmotoren - soweit der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien stammt - klimaneutral betrieben werden können, auch wenn die Energieeffizienz von E-Fuels gering ist.

"Ich glaube, dass es sich bei E-Fuels um einen Game-Changer handelt. Und wir müssen sicherstellen, dass in der Formel 1 entsprechende Technologien vorgeführt werden", fordert Abiteboul, der das Interesse der für den Klimaschutz demonstrierenden Generation am Motorsport nicht einschätzen kann. "Es wird an ihnen liegen, ob sie es noch für relevant halten, in Rennautos im Kreis zu fahren."

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