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Wechsel zu Ferrari: "Wieso sollte sich Lewis Hamilton das antun?"

Formel1.de-Logo Formel1.de 24.05.2019 Christian Nimmervoll

Reizt Lewis Hamilton die Aussicht, auf Ferrari Weltmeister zu werden? Marc Surer findet, dass er mit einem Wechsel nach Maranello nicht gut beraten wäre ...

Lewis Hamilton hat derzeit keinen Plan, 2021 zu Ferrari zu wechseln © LAT Lewis Hamilton hat derzeit keinen Plan, 2021 zu Ferrari zu wechseln

In Barcelona hat Toto Wolff mit der Story für Schlagzeilen gesorgt, dass er und Lewis Hamilton bei ihren letzten Vertragsverhandlungen im Sommer 2018 ganz offen über die Möglichkeit eines Wechsels des Superstars zu Ferrari gesprochen haben. "Man muss anerkennen, dass es möglicherweise im Kopf eines jeden Fahrers steckt, eines Tages für Ferrari zu fahren", so der Mercedes-Teamchef am Rande des Grand Prix von Spanien.

Allerdings könnte ein solcher Wechsel frühestens 2021 stattfinden, denn bis Ende 2020 steht Hamilton bei den Silberpfeilen unter Vertrag. Wenn alles glatt läuft, ist er bis dahin siebenmaliger Weltmeister - und könnte den achten Titel, mit dem er Michael Schumacher übertreffen würde, ausgerechnet auf Ferrari gewinnen.

Aber das ist Stand heute Zukunftsmusik - und nicht mehr als eine spannende Spekulation. Marc Surer glaubt auch, dass es dabei bleiben wird, denn: "Wieso sollte sich Lewis Hamilton das antun? Wenn ich im besten Auto sitze und das Team kenne und weiß, dass ich mich verschlechtere, wieso soll ich das machen?", fragt der Experte im Formel-1-Podcast 'Starting Grid'.

Wäre Surer Hamiltons Manager, würde er ihm zumindest aktuell dringend von einem Wechsel zu Ferrari abraten: "Ich glaube nicht, dass Lewis den falschen Ehrgeiz hat, dass er jetzt auch noch mit Ferrari Weltmeister werden möchte. Sondern ich denke, dass er ganz genau weiß, wo seine Stärken sind."

Surer glaubt: Lifestyle würde sich mit Ferrari spießen

"Er ist Engländer und war die ganze Zeit mit den eigenen Leuten zusammen. Da muss man sich schon zweimal überlegen, ob man nach Italien geht und sich mit dieser Mentalität anfreunden kann. Auch mit seinem Lebensstil. Das kann ich mir schwer vorstellen."

Hamilton selbst ist nach den Schlagzeilen um die Wolff-Aussagen bemüht, etwas Dynamik aus der Story zu nehmen. Er erinnere sich gar nicht an das Gespräch, auf das sein Teamchef Bezug genommen hat, versichert der 34-Jährige. Aber er gibt zu: "Wenn du gerade einen Vertrag verhandelst, muss der Name Ferrari fast zwangsläufig fallen."

"Ich bin jetzt bei Mercedes, seit ich 13 war", sagt Hamilton. "Es fällt mir schwer, mich irgendwo anders zu sehen. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich ein Ferrari-Fan bin, besonders von Ferrari-Sportwagen. Aber plane ich, in Zukunft zu einem anderen Team zu wechseln? Ich habe im Moment noch keine Pläne für meine Zukunft."

Hamilton wurde 1998 von Ron Dennis in die damalige Nachwuchsförderung von McLaren-Mercedes einberufen. Später fuhr er in der Formel 3, lange vor seinem Formel-1-Debüt, mit Mercedes-Motoren. 2008 holte er seinen ersten WM-Titel auf McLaren-Mercedes. Und die Titel 2014, 2015, 2017 und 2018 gewann er sogar in einem Werks-Silberpfeil.

"Ich habe Freude daran, für dieses Team zu fahren", sagt er. "Es macht mir Spaß, dass wir gemeinsam stetig wachsen, und es ist unglaublich, was wir in diesen sechs oder sieben Jahren erreicht haben. Mein Plan ist, weiter daran zu arbeiten, dieses Team zum erfolgreichsten Team aller Zeiten zu machen. Das ist mein Ziel und die einzige Sache, auf die ich mich konzentriere."

Schumachers Rekord ist ein echter Reiz

Einen Titel auf Ferrari zu gewinnen, ist ein Reiz, dem kaum ein Fahrer widerstehen kann. Oft heißt es, dass die Karriere eines wahren Champions nicht komplett ist, wenn er nicht auch auf Ferrari gewonnen hat. Aber Hamilton lockt vielleicht etwas anderes: Sieben-, acht- oder neunmal auf Mercedes Weltmeister zu werden, wäre für die Geschichtsbücher ein einmaliger Rekord.

Dass Hamilton Schumachers sieben Titel grundsätzlich reizen, wie wir bereits im Winter in einer Analyse verdichtet haben, ist aus Marc Surers Sicht jedenfalls realistisch: "Wenn du jetzt auf dem Niveau bist, wo er ist, dann bist du nicht mehr so weit weg davon. Du weißt, es ist möglich."

"Das ist schon ein Reiz, wenn du so viel gewonnen hast, dass du dann wahrscheinlich auf Lebzeiten genannt wirst, wenn die Formel 1 erwähnt wird. Dass du vielleicht der Größte aller Zeiten bist, oder einer der Größten. Er lebt noch viele, viele Jahre und kann dann immer von so einem Erfolg zehren."

Den kompletten Formel-1-Podcast 'Starting Grid' mit Marc Surer und Chefredakteur Christian Nimmervoll gibt's in unserem Radioplayer, via iTunes oder direkt bei unserem Kooperationspartner meinsportpodcast.de. Die Ausgabe, auf die sich dieser Artikel bezieht, ist vom 13. Mai und trägt den Titel "You Can't See Me".

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