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Sport aktuell

Deutsche Zehnkämpfer holen Silber und Bronze

SZ.de-Logo SZ.de vor 3 Tagen
Der deutsche Zehnkämpfer Rico Freimuth beim Speerwerfen. © dpa Der deutsche Zehnkämpfer Rico Freimuth beim Speerwerfen.

• Rico Freimuth gewinnt Silber im Zehnkampf, Kai Kazmirek wird Dritter.

• Pamela Dutkiewicz holt die Bronzemedaille über 100 Meter Hürden. Die Australierin Sally Pearson gewinnt.

• Mo Farah verliert dagegen überraschend über 5000 Meter und wird hinter dem Äthiopier Muktar Edris Zweiter.

Rico Freimuth (Halle/Saale) hat bei der Leichtathletik-WM in London Silber im Zehnkampf gewonnen. Zwei Jahre nach Bronze in Peking musste sich der 29-Jährige diesmal mit 8564 Punkten nur dem neuen Weltmeister Kevin Mayer (8768/Frankreich) geschlagen geben, Bronze sicherte sich der Olympiavierte Kai Kazmirek (8488/Neuwied).

Freimuth und Kazmirek sorgten damit für die dritte und vierte Medaille des deutschen Teams in London, zuvor hatte schon Siebenkämpferin Carolin Schäfer (Frankfurt/Main) Silber gewonnen.

Letztmals standen vor 30 Jahren zwei deutsche Zehnkämpfer auf dem WM-Podium, in Rom holte damals Torsten Voss Gold für die DDR vor Siegfried Wentz (BRD). Mathias Brugger (Ulm) hatte nach Muskel- und Kniebeschwerden bereits nach vier Disziplinen den Wettbewerb beenden müssen. Weltrekordler, Olympiasieger und Titelverteidiger Ashton Eaton (USA) hatte nach den Spielen in Rio seine Karriere beendet.

Dutkiewicz gewinnt Bronze

Hürdensprintern Pamela Dutkiewicz hat bei der Leichtathletik-WM in London mit einem couragierten Lauf die Bronzemedaille und damit das zweite Edelmetall für Deutschland gewonnen. In 12,72 Sekunden kam die deutsche Meisterin vom TV Wattenscheid 01 am Samstag über 100 Meter Hürden als Dritte ins Ziel. "Ich war wie im Flow. Ich bin kurz aufgewacht und habe gedacht: du bist vorne. Ich kann das nicht glauben, ich kann das nicht glauben", sagte die 25-Jährige im TV-Sender ZDF.

Weltmeisterin wurde die Australierin Sally Pearson, die in 12,59 Sekunden ihren zweiten Titel nach 2011 holte. Auf den Silberrang lief die US-Amerikanerin Dawn Harper Nelson in 12,63 Sekunden.

Richtig Fahrt aufgenommen hat die Karriere von Dutkiewicz mit Bestzeiten, Siegen und Medaillen erst in diesem Jahr - gekrönt nun von WM-Bronze. Angefangen mit Platz drei bei der Hallen-EM im März. Es folgten erste Plätze bei der Team-EM und dem Diamond-League-Meeting in Oslo. "Es lief alles wie am Schnürchen", sagte sie. "An eine Medaille habe ich nicht gedacht. Ich war schon glücklich, hier im Finale zu sein."

Im vergangenen Jahr hatte die Lehramts-Studentin bei der EM in Amsterdam Pech: Im Finale stürzte sie über die erste Hürde. Bei Olympia in Rio lief sie ins Halbfinale.In London gelangte Europas schnellste Hürdensprinterin souverän bis in den Endkampf, nachdem sie im Halbfinale mit 12,71 Sekunden ins Ziel gekommen war - die zweitbeste Zeit, die sie je gelaufen ist.

Am Startblock musste Dutkiewicz kurz zittern. Sie hatte kurz gezuckt. Das Rennen musste zurückgeschossen werden, weil dadurch vielleicht ein Fehlstart ausgelöst worden wäre. Das Kampfgericht bestrafte niemanden, weil während der Startphase ein Flugzeug über das Olympiastadion geflogen war. "Den Satz hatte ich mir schon zurechtgelegt, falls ich raus hätte müssen", sagte Dutkiewicz.

Jungfleisch wird unglücklich Vierte

Die deutsche Hochsprung-Meisterin Marie-Laurence Jungfleisch (Stuttgart) hat die Bronzemedaille knapp verpasst. Die 26-Jährige kam beim Sieg der russischen Topfavoritin und Titelverteidigerin Maria Lasizkene, die als neutrale Athletin Gold gewann, mit 1,95 m auf Platz vier. Jungfleisch scheiterte dreimal an 1,97 Metern. Die Polin Kamila Licwinko schaffte diese Höhe im dritten Versuch - hätte sie gerissen, wäre Jungfleisch Dritte geworden. Als bisher letzte deutsche Hochspringerin hat Ariane Friedrich 2009 in Berlin mit Bronze eine WM-Medaille gewonnen.Lasizkene, die im ersten Anlauf 2,03 Meter übersprang und danach auf Rekordjagd ging, siegte nach hartem Kampf vor der erst 19 Jahre alten Ukrainerin Julia Lewtschenko (2,01).

Licwinko, die nach dem knapp vermiedenen Aus noch 1,99 m im ersten Versuch meisterte, holte Bronze. Olympiasiegerin Ruth Beitia (Spanien) kam nicht über 1,88 m hinaus, die 38-Jährige belegte damit nur Platz elf. Die 24 Jahre alte Lasizkene sicherte sich ihr zweites WM-Gold und dem "russischen" Team den ersten Sieg bei den Titelkämpfen, im Vorfeld hatte sie schon 2,06 Meter gemeistert.

Lasizkene, die unter ihrem Mädchennamen Kutschina 2015 in Peking gewonnen hatte, war wie 18 weitere Russen vom Weltverband IAAF mit einer Ausnahmegenehmigung für den Start in London ausgestattet worden, weil sie nachweisen konnte, dass sie nicht Teil des staatlichen Dopingsystems in ihrer Heimat war. Hürdensprinter Sergej Schubenkow, Weitspringerin Darja Klischina und Hammerwerfer Waleri Pronkin hatten zuvor jeweils Silber geholt.SID cl ma

Mo Farah verpasst das Double

Großbritanniens Laufheld Mo Farah hat bei der Leichtathletik-WM sein angestrebtes Triple-Double verpasst. Acht Tage nach seinem Sieg über die 10.000 Meter musste der 34-Jährige nach sechs Jahren in einem großen Rennen wieder einer Niederlage einstecken, der Jahres-Weltbeste Muktar Edris aus Äthiopien schnappte ihm nach 13:32,79 Minuten Gold weg. Für Farah blieb nach einem dramatischen Rennen nur Silber (13:33,22). Dritter wurde Paul Chelimo (13:33,30/USA).

2011 hatte Farah Silber über 10.000 m geholt und danach eine nie dagewesene Dominanz entwickelt - unter anderem hatte er 2012 und 2016 bei Olympia jeweils beide Langstrecken gewonnen. Nach dieser Saison will sich Farah ganz auf den Marathon konzentrieren.Der EM-Dritte Richard Ringer (Friedrichshafen), 2015 in Peking noch im Finale, war im Vorlauf ausgeschieden.

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