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Sport aktuell

Federer im Wimbledon-Viertelfinale gegen Anderson out

APA-LogoAPA 11.07.2018 tki/ce/jw
Novak Djokovic ist der erste Halbfinalist in Wimbledon © APA (AFP) Novak Djokovic ist der erste Halbfinalist in Wimbledon

Titelverteidiger Roger Federer ist am Mittwoch im Viertelfinale des Tennis-Grand-Slams von Wimbledon gegen den Südafrikaner Kevin Anderson ausgeschieden. Der achtfache Sieger des Rasen-Klassikers hatte im dritten Satz einen Matchball vorgefunden, gab die Partie aber noch aus der Hand. Anderson siegte letztlich nach 4:13 Stunden 2:6, 6:7(5),7:5,6:4,13:11.

Seine große Chance zum Sieg vergab Federer bei 5:4 und Aufschlag Anderson im dritten Durchgang, als er den Matchball nicht nutzen konnte. Der als Nummer 8 gesetzte Anderson profitierte dabei von einer verzogenen Rückhand seines Gegners bei einem schwierigen Passierball-Versuch. Der US-Open-Finalist des Vorjahres hatte davor gegen den aktuellen Weltranglisten-Zweiten noch nie einen Satz gewonnen.

Bis zum Verlust des dritten Satzes hatte Federer in Wimbledon seit dem vor zwei Jahren gegen Milos Raonic verlorenen Halbfinale 34 Sätze in Folge gewonnen. Er war auf dem für ihn ungewohnten Court 1, auf dem er erstmals seit 2015 wieder einmal spielte, glänzend gestartet, hatte Anderson gleich im ersten Satz gebreakt und den ersten Satz in nur 26 Minuten gewonnen. Danach steigerte sich Anderson aber kontinuierlich, während Federer vor allem mit der Vorhand mehr Fehler als gewöhnlich unterliefen.

Zum 0:2 im zweiten Satz musste der Favorit erstmals nach 85 gewonnenen Aufschlagsspielen wieder einmal seinen Service abgeben. Zuletzt war ihm das im Viertelfinale 2017 gegen den Tschechen Tomas Berdych passiert. Federer konterte aber mit einem Break zum 2:3 und ging nach einem soliden Tiebreak mit 2:0 Sätzen in Führung. Weitere Breaks gelangen ihm gegen den starken Aufschläger Anderson (28 Asse) aber nicht mehr.

Dem reichte in den übrigen Sätzen jeweils ein gewonnenes Returnspiel. Im epischen fünften Satz war Federer zunächst etwas näher an der Entscheidung. Er kam bei 4:3 zum lange Zeit einzigen Breakball, den Anderson aber mit einem Servicewinner abwehrte. Mehrere Male fehlten ihm in der Folge zwei Punkte zum Sieg.

Nachdem er siebenmal erfolgreich gegen den Matchverlust aufgeschlagen hatte, war es aber Anderson, dem zum 12:11 das entscheidende Break gelang. Federer wurde dabei sein einziger Doppelfehler im Spiel zum Verhängnis. Anderson nutzte den sich dadurch ergebenen Breakball. Ein Spiel später verwertete er mit einem Servicepunkt seinen ersten Matchball. Im Halbfinale trifft der 32-Jährige auf den US-Amerikaner John Isner (9) oder den Kanadier Milos Raonic (13).

Federer verlor erst zum zweiten Mal in Wimbledon eine Partie nach einer 2:0-Satzführung - nach 2011 gegen Jo-Wilfried Tsonga, ebenfalls im Viertelfinale. Bei einem Grand-Slam-Turnier war ihm das wenig später auch noch im Halbfinale der US Open gegen Novak Djokovic passiert. Für den Rekord-Gewinner an Grand-Slam-Turnieren war es um den neunten Wimbledon-Einzeltitel gegangen, womit er die Bestmarke der US-Amerikanerin Martina Navratilova eingestellt hätte.

In seiner Analyse legte sich Federer nicht unbedingt auf einen Grund für die Niederlage fest. "Es gab viele kleine Punkte. Als ich den Matchball nicht nutzte? Oder kurz darauf bei 5:5 gebreakt wurde? Ich bin nicht sicher. Ich glaube, man kann es nicht an einem Punkt festmachen, außer natürlich am Matchball." Müdigkeit habe jedenfalls keine Rolle gespielt. "Ich fühlte mich gut."

Es gebe nichts Schlimmeres für einen Tennisspieler, als eine Niederlage erklären zu müssen. Der Tag, die Form sei für ihn nicht schlecht, aber durchschnittlich gewesen. "Die meisten Tage sind durchschnittlich. Gut genug, um dennoch eine Chance haben, zu gewinnen. Ich fühlte mich von der Grundlinie nicht so gut. Ich startete gut, aber ab dem zweiten Satz gelang es mir nicht mehr, ihn in Bedrängnis zu bringen. Anderson spielte sehr gut, aber ich hätte mir gewünscht, ihn noch mehr pushen zu können."

Dem Südafrikaner bescheinigte der 36-Jährige eine Superleistung. "Auch mental nach dem Rückstand. Ich glaube, sein Erfolg beim US Open (Finale 2017, Anm.) hat ihm da sicher geholfen." Anderson bestätigte das indirekt: "Bei 0:2 in Sätzen habe ich mir nur gesagt, ich müsse mich durchkämpfen und ich glaube, ich habe einen guten Job gemacht. Ich war in einem Flow. Federer in Wimbledon zu besiegen, werde ich nicht vergessen."

Federer hat immerhin einen eigenen Rekord eingestellt, nämlich den von 34 in Wimbledon in Folge gewonnen Sätzen. Das war ihm auch schon zwischen der dritten Runde 2005 und dem Finale 2006 gelungen. Rekordhalter vor Federer war der Schwede Björn Borg mit 24 gewonnenen Sätzen en suite in den Jahren 1976 und 1977 gewesen.

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