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Sport aktuell

Marco Schwarz: Ich, Favorit? Das tangiert mich nicht"

Die Presse-Logo Die Presse 11.02.2019
© Bereitgestellt von Styria Digital One GmbH

Die Presse: Mit welcher Einstellung sind Sie zur WM nach Schweden gereist? Sie haben sicher einen Plan.

Marco Schwarz: Ganz klar mit dem Ziel, eine Medaille zu holen. Dafür bin ich ja schließlich da. Und es hat ja bei den Rennen vor der WM ganz gut gepasst, da sind die Erwartungen natürlich hoch. Was ich aber nicht will: Etwas Spezielles machen, es ist ja letztlich dasselbe wie immer, ein Skirennen. Nur das Rundherum ist ein bisschen mehr.

 

Sprechen wir über die Abfahrt. Wie gelingt diese Umstellung?

Das funktioniert relativ gut. Ich war im September mit der Abfahrtsgruppe beim Training, das war sehr wichtig. Ohne Training geht es nicht, das hat man 2017 in St. Moritz gesehen, als ich ganz ohne Training gestartet bin. Jetzt finde ich schnell das Gefühl für die langen Ski wieder. Nur an der Feinabstimmung kann ich natürlich nicht arbeiten.

  

Wie funktioniert das dann?

Ich muss fahren, was die anderen fahren. Die Ski bekomme ich zum Beispiel aus dem Fundus von Travis Ganong.

  

Åres Abfahrt hat keine Mausefalle wie Kitzbühel. Inwieweit bleibt es aber eine Überwindung?

Ich bin bisher nur in Wengen gefahren. Aber ja, Hundschopf gibt es hier keinen. Aber beim ersten Sprung, da segelt man ganz schön. Eine Überwindung ist es immer. Es war eine neue Abfahrt für mich, da nähert man sich der Aufgabe schon mit Respekt.

Es wird behauptet, Abfahrer und Slalomläufer wären konträre Typen. Stimmt das?

Ja, das stimmt schon. Die Abfahrer sind gemütlicher, würde ich sagen. Aber wenn ich so nachdenke, wir sind in der Slalomtruppe auch gemütlich. Sagen wir besser: Sie sind gelassener.

  

Bei aller Liebe zur Kombination – der Slalom bleibt Ihre Nr. eins?

Ja, ganz sicher. Es ist immer wieder cool, wenn ich eine Abfahrt fahre, wenn es pfeift im Helm. Aber der Slalom bleibt die Nummer eins.

 

Die Kombination steht im Weltverband auf der Kippe. Wie denken Sie darüber?

Mir persönlich taugt die Kombination brutal, weil ich so auch einmal die schnellen Disziplinen fahren kann. Aber für mich haben auch Parallelrennen ihren Reiz. Beides aber zu behalten ist zu viel, wenn ich mir den Kalender so anschaue.

  

Ist Ihrer so dicht gedrängt?

Ich habe drei Tage Pause bis Ende Februar. Aber als Allrounder muss man ja schon im Sommer mehr arbeiten – konditionell und an jeder Disziplin. Jetzt ist entweder Training oder Rennen, jeden Tag. Das fordert geistig sehr. Man darf im Kopf nicht müde werden.

  

Sie sind als Sieger der einzigen Kombination der Saison erstmals WM-Favorit. Ist das gut so?

 Ich bin Favorit? Ich habe mich damit noch gar nicht beschäftigt, wenn ich ehrlich bin. Aber logisch ist der Sieg immer das Ziel, nach dem Erfolg in Wengen werden das einige auch erwarten. Aber so richtig tangieren tut es mich nicht. Ich sage mir ja selbst nicht, dass ich gewinnen muss. Obwohl der Fokus voll darauf gerichtet ist.

Apropos Sieg: Zeit zum Feiern bleibt ja nie. Oder?

Man sitzt schon zusammen, im Team, mit der Familie, wenn man nach Hause kommt. Während der Saison kosten Feiern zu viel Energie. Vielleicht bleiben wir nach dem Weltcupfinale in Andorra eine Nacht länger in Barcelona . . .

  

Wären Sie gern ein Allrounder?

Das geht sich nicht aus, das schafft keiner. Selbst Alexis Pinturault fährt nur ausgewählte Rennen.

  

Wäre der Gesamtweltcup für Sie denn kein Thema?

Marcel Hirscher hat gezeigt, dass man den auch mit zwei Disziplinen gewinnen kann. Aber was ich dann fahren würde, überlege ich mir, wenn es so weit ist.

  

Die Ski-WM läuft in Schweden. Bekommen Sie auch etwas vom Land mit?

Wenig. Ich mag Zimtschnecken. Und Fisch. Ich sehe viel Natur, wenn ich aus dem Fenster schaue. Das mag ich auch. Für mehr bleibt keine Zeit. Leider. (schu/KLZ)

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