Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Unterhaltung aktuell

Casey Affleck: Erstes Interview nach Missbrauchsvorwürfen

KURIER-Logo KURIER 10.08.2018 hillevi.hofmann

Erstmals spricht Oscarpreisträger Casey Affleck über sein Fehlverhalten am Set und was er seinen Söhnen weitergeben möchte.

© APA/AFP/ANGELA WEISS

CaseyAffleck (42), der kleine Bruder von Schauspieler  Ben Affleck (45), hat nach den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung nun sein erstes großes Interview gegeben.

Casey Affleck bei den Oscars 2017 © REUTERS / LUCAS JACKSON Casey Affleck bei den Oscars 2017

Er blieb den Oscars fern

Im Gegensatz zu seinem großen Bruder ist Casey ein sehr privater Mensch. Er gibt kaum Interviews und ist nur wenig in Sozialen Netzwerken unterwegs. 2017 gewann er für seine Rolle in "Manchester by the Sea" einen Oscar. Wie es in der Geschichte der Academy Awards seit jeher üblich ist, überreichte der Vorjahresgewinner den Goldjungen ein Jahr später an die aktuell beste Schauspielerin. Im März verweigerte er jedoch einfach seine Teilnahme an der Zeremonie (wie berichtet). Danach hat man von dem Schauspieler, bis auf seine Scheidung von Kindesmutter SummerPhoenix, nicht viel gehört.

Vorwürfe wegen Belästigung am Set

Affleck wurde vorgeworfen, Kolleginnen am Set von "I'm Sill Here" sexuell belästigt zu haben. In zwei Fällen wurde er verklagt, in beiden Fällen hat man sich im Jahr 2010 außergerichtlich geeinigt. Dennoch kamen die Vorwürfe immer wieder hoch, vor allem während der #metoo Bewegung. Nun brach der Schauspieler in einem Interview mit Associated Press erstmals sein Schweigen.

Casey Affleck © APA/AFP/MICHAL CIZEK / MICHAL CIZEK Casey Affleck

Casey, der die Anschuldigungen stets zurückwieß meinte 2010 gegenüber Varietynoch: "Die Leute sagen, was immer sie wollen". In einem aktuellen Interview mit Associated Press nimmt der " Manchester by the Sea"-Star nun einen weit zerknirschteren Ton an und bestätigt, "eine unprofessionelle Umgebung" am Set geschaffen zu haben, während er an der legendären Joaquin PhoenixMockumentary arbeitete. Zwar sei er "nicht mit allem einverstanden, so wie ich beschrieben wurde und mit den Dingen, die über mich gesagt wurden," gesteht aber doch gewisse Fehler ein.

Zwischen Defensive und reiferem Standpunkt

"In den letzten Jahren habe ich diesem Gespräch, diesem öffentlichen Gespräch viel zugehört und viel gelernt", meint Affleck und schreibt #MeToo seine plötzliche Selbstreflexion zu. "Ich bewegte mich irgendwie von einem Ort der Defensive zu einem reiferen Standpunkt und versuchte, meine eigene Schuld zu finden. Und als ich das gemacht habe, habe ich entdeckt, dass es viel zu lernen gibt," so der Oscarpreisträger.

Casey Affleck, Summer Phoenix © Paul A. Hebert/Invision/AP / Paul A. Hebert Casey Affleck, Summer Phoenix

"Es war ein Fehler, ich bedauere das sehr"

"Dass ich überhaupt in einem Fall verwickelt wurde, der zu einer Klage führt, bedauere ich sehr. Ich wünschte ich hätte einen Weg gefunden, das anders zu lösen. Ich hasse das. So etwas ist mir sonst noch nie passiert und es ist mir wirklich peinlich,” erzählt er weiter: “Damals war ich der Produzent des Films, sozusagen der Boss, aber ehrlich gesagt, war mir das nicht wirklich bewusst. Es war ein unprofessionelles Arbeitsumfeld, zudem ich selbst beigetragen habe und ich als Produzent hätte das nicht tolerieren dürfen. Das war ein Fehler. Ich bedauere das sehr."

Casey hat mit seiner Ex-Frau Summer zwei Söhne (Atticus, 10, und Indiana, 14) und wünscht sich für die beiden, dass sie in einer Welt voller Mitgefühl aufwachsen. Er möchte ihnen lernen, zu ihren Fehlern zu stehen.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von KURIER

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon