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Afghanistan: Der endlose Krieg

Tod und Gewalt – knapp zwei Jahrzehnte nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan noch immer Alltag. Laut Vereinten Nationen wurden im vergangenen Jahr knapp 4000 Zivilisten getötet, mehr als 7000 verletzt – meist durch Anschläge oder Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten. Tod, Terror, Taliban Die Taliban haben große Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Ableger des sogenannten „Islamischen Staats“ verüben regelmäßig blutige Attentate, auch in der Hauptstadt Kabul. Euronews-Reporterin Monica Pinna hat sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. "Wir fahren gerade durch die Green Zone, die Hochsicherheitszone im Zentrum Kabuls", erklärt Pinna. "Man fühlt sich wie in einer Festung, überall Betonmauern zum Schutz von Menschen und Gebäuden. Hier hat es schon zahlreiche Angriffe gegeben und es könnte jederzeit zu einem neuen kommen, deshalb wurde die Zahl der Kontrollpunkte in den letzten Jahren erhöht." Anschlagsziel Kabul 2018 traf fast die Hälfte der Selbstmordanschläge im Land die Bewohner Kabuls. Die meisten der Opfer werden in das Krankenhaus der italienischen NGO Emergency gebracht. Edayatullah Hedayat arbeitet dort als Arzt. Er erklärt, dass die Zahl der Kriegsopfer zwar abnimmt, aber weiter hoch ist: "Zwischen 2004 und 2006 wurde die Zahl der Kriegsverwundeten größer. Und in den Jahren nach 2010 stieg sie ganz dramatisch an. Zu heute ist das kein Vergleich. Wir nehmen momentan pro Nacht etwa zehn oder 20 Patienten auf." Die Notfallklinik hat im vergangenen Jahr rund 16.000 Menschen behandelt. Viele von ihnen kommen aus Ghazni, einer Provinz südwestlich von Kabul, in der noch immer gekämpft wird. Darunter Hassan, der dem Tod nur knapp enkam: „Ich war mit dem Auto auf dem Weg von Kabul nach Ghazni, als mich die Taliban auf der Straße stoppten. Sie schossen, ich saß auf dem Beifahrersitz, drei Kugeln trafen mich am Kopf. Auch der Fahrer wurde erwischt. Eine Kugel traf mein Ohr, die beiden anderen meinen Kopf weiter oben." Gespräche zwischen USA und Taliban Frieden scheint also in weiter Ferne – immerhin laufen Gespräche zwischen den USA und den Taliban. Diese fordern einen vollständigen Abzug aller ausländischen Truppen. Derweil wird die Lage für die Menschen immer unübersichtlicher, wie UN-Nothelferin Esmee de Jong erklärt. "Vor ein paar Jahren war es noch so, dass man vorgewarnt wurde, bevor es zu Kämpfen kam", so de Jong. "Die Menschen verließen ihre Dörfer, versuchten zu fliehen. Jetzt befinden sie sich oft ganz plötzlich in einem bewaffneten Konflikt.“ Abzug der US-Truppen? Denn in vielen Dörfern greifen immer öfter auch Selbstverteidigungsmilizen zur Waffe. US-Präsident Donald Trump denkt offenbar weiter über einen Truppenabzug nach. Experten schlagen Alarm: Geschieht der Abzug zu übereilt und ohne echtes Friedensabkommen, könnte Afghanistan vollkommen im Chaos versinken.

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