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Demonstrationen in Prag

Mehrere Tausend Menschen haben in Prag gegen die Tolerierung der Regierung durch die Kommunisten demonstriert. Anlass waren der 51. Jahrestag des Einmarschs der Warschauer-Pakt-Truppen in die damalige Tschechoslowakei und die Niederschlagung des Prager Frühlings. Das seit mehr als einem Jahr regierende Minderheitskabinett aus der populistischen ANO von Ministerpräsident Andrej Babis und der sozialdemokratischen CSSD wird von der kommunistischen Partei KSCM geduldet. Der Multimilliardär Babis war zudem vor der Wende von 1989 Mitglied der kommunistischen Partei. Die Route des Protestzugs, der sich am Mittwochabend in Bewegung setzte, führte vom Wenzelsplatz vorbei am Parteisitz der Kommunisten bis zur Prager Burg, dem Sitz von Präsident Milos Zeman. Dem Staatsoberhaupt werfen die Demonstranten seine Nähe zu Russland vor. Am 21. August 1968 waren etwa eine halbe Million Soldaten des Warschauer Pakts in die verbündete Tschechoslowakei einmarschiert, um die Demokratiebewegung des Prager Frühling niederzuschlagen. Tausende verließen ihre Heimat. Es war die größte Militäroperation in Europa seit 1945. Damit stellten die sowjetischen Besatzer klar, dass es den "Sozialismus mit menschlichem Antlitz", wie ihn die große Mehrheit der Bevölkerung in der Tschechoslowakei wollte, nicht geben wird. Beim Einmarsch starben 98 Tschechen und Slowaken sowie etwa 50 Soldaten der Invasionstruppen. Genau ein Jahr später kam es zu Protesten gegen die Besatzung, bei denen Demonstranten in Gefängnissen verschwanden und getötet wurden. Am 16. Januar 1969 verbrannte sich der Student Jan Palach aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings auf dem Wenzelsplatz. Am 25. Februar 1969 verbrannte sich dort auch der Student Jan Zajíc.

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