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Facebooks Cyberwährung "Libra" – der neue Dollar?

Facebook will seine Digitalwährung “ Libra ” in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an den Start bringen und damit in den weltweiten Zahlungsverkehr einsteigen. Von der Cyberwährung, die von Unternehmen wie Mastercard , PayPal und Spotify unterstützt wird, verspricht sich das weltgrößte soziale Netzwerk großes Wachstum in der E-Commerce-Branche. Finanzexperten halten es für nicht ausgeschlossen, dass Facebook damit das traditionelle Finanzsystem auf den Kopf stellen könnte. Mit Libra sollen nicht nur Transaktionen zwischen Firmen und Verbrauchern, die Facebook nutzen, abgewickelt werden. Die Kryptowährung soll auch Menschen ohne eigenem Bankkonto zum ersten Mal Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen. Vor allem in Regionen wie Asien und Afrika dürfte das Potenzial von Libra nach Meinung von Branchenkennern groß sein. Facebook wird täglich von rund ein bis zwei Milliarden Menschen genutzt. WÄHRUNGSKORB GEGEN KURSKARUSSELL Im Gegensatz zu der größten und bekanntesten Kryptowährung Bitcoin soll Libra Medienberichten zufolge an einen Korb von mehreren Währungen geknüpft werden. Damit sollen Wertschwankungen wie bei Bitcoin vermieden werden. Bitcoin ist eine digitale Währung, die durch das Berechnen komplexer Algorithmen von Computern hergestellt wird. Der Kurs eines Bitcoin zu den gesetzlichen Zahlungsmitteln folgt dem Grundsatz der Preisbildung an der Börse. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs basiert die internationale Währungsordnung auf dem US-Dollar als Leitwährung, seine Bedeutung hat jedoch stetig abgenommen. Laut der Europäischen Zentralbank EZB ist der Anteil des Dollar an den weltweiten Währungsreserven im Jahr 2018 auf 61,7 Prozent gesunken, vor der Jahrtausendwende waren es mehr als 70 Prozent. Allein China, das Land mit dem üppigsten Devisenschatz der Welt, hat laut EZB 2018 seine Bestände an US-Staatsanleihen “in einer Größenordnung von rund 60 Milliarden Dollar” verringert. Auch Russland hat seine Dollarbestände erheblich abgebaut. Der Anteil des Euro an den weltweiten Währungsreserven ist gleichzeitig auf 20,7 Prozent gestiegen. Der Iran als ideologischer Hauptgegner der USA etwa verkauft sein Öl nicht mehr über die US-Währung: Die Bedeutung des Euro ist nicht nur bei den Währungsreserven, sondern auch im weltweiten Handel und damit im internationalen Zahlungssystem SWIFT weiter gestiegen. In dem Umfeld ist der Anteil der Dollar-Transfers im SWIFT-System selbst zuletzt auf 39,1 Prozent gesunken, während der des Euro auf 35,0 Prozent geklettert ist. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte es im vergangenen Jahr als „absurd“ bezeichnet, dass die EU-Staaten 80 Prozent ihrer Energierechnungen in Dollar begleichen würden, obwohl nur ein kleiner Teil der Rohstoffe aus den USA kämen. su

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