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Journalisten in der Türkei: "Angst um uns alle"

In der Türkei wird des Putschversuchs vor drei Jahren gedacht. Bei dem missglückten Umsturz kamen mehr als 200 Menschen ums Leben. Hunderte wurden verletzt. 77.000 Menschen wurden festgenommen, unter ihnen viele Journalisten. Tunca Ogreten ist einer von ihnen, der Grund: Terrorverdacht. Tunca Ogreten sagt: "Ich habe lediglich Journalismus gemacht. Deshalb war ich im Gefängnis. Ich wusste, irgendwann komme ich raus. Es war hart, ich musste stark bleiben, aber schließlich wurde ich entlassen." Fatih Polat gibt eine Zeitung heraus. Er meint, seit dem Putschversuch sei es für Journalisten noch schwieriger geworden, über bestimmte Dinge offen zu berichten. Ständig stehe er vor Gericht. Im Moment läuft ein Verfahren gegen ihn, wegen Beleidigung des Präsidenten. Polat meint: "Es gab vorher schon Druck. Aber seit dem Umsturzversuch hat sich der Druck noch verstärkt. Man traut sich kaum noch einen Kommentar zu schreiben." Dass die Arbeit für die Journalisten seit dem Putschversuch schwieriger geworden ist, darüber sind sich alle einig. An einem der Monumente für die Opfer des Umsturzversuchs in Istanbul sind Bilder von vor drei Jahren ausgestellt. Zehntausende Journalisten sind noch hinter Gittern. Ozgur Ogret ist der türkische Vertreter beim Verband CPJ, "Committee to Protect Journalists" , ("Komitee zum Schutz von Journalisten"). Er erklärt: "Die Journalisten machen ihren Job, aber ständig ist da diese Angst, diese Bedrohung, für das, was man schreibt, vor Gericht zu müssen. Jeder Journalist in der Türkei ist sich bewusst, dass du eventuell Deine eigene Anklage schreibst, wenn eine Botschaft auf Twitter veröffentlichst." Für Ogreten ist das traurige Realität. Im September ist sein Gerichtstermin. Ihm drohen 19 Jahre Knast. Er sagt: "Viele Journalisten sind nach wie vor im Gefängnis. Die mutigen, die noch draußen sind, stehen schon mit einem Fuß im Gefängnis. Ich habe Angst um uns alle."

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