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Test: Suzuki Swift Sport

AutoNEWS-Logo AutoNEWS 23.04.2018 AutoNEWS
Gelb-Sucht: Suzuki bringt einen neuen Swift Sport auf den Markt Test: Suzuki Swift Sport

Malaga (Spanien), 18. April 2018 - Kennen Sie noch Zini, das Wuslon? In den 1980er-Jahren kündigte der knallgelbe und sehr quirlige Leuchtpunkt mit verzerrter Stimme in der Sendung "Spaß am Dienstag" Zeichentrickfilme an. Über 30 Jahre später gibt es nun das automobile Pendant: den neuen Suzuki Swift Sport. Sorgt er für Spaß an allen Wochentagen?

Gelb-Sucht

Sehen wir uns den schärfsten Swift zunächst genauer an. Aber vergessen Sie ihre Sonnenbrille nicht: In der einzigen Gratis-Lackierung (alle anderen kosten jeweils 500 Euro) knallt der Swift in einem krassen Kanarienvogel-Gelb, offiziell "Champion Yellow" genannt. Liebhaber werden beruhigt aufatmen, war doch ein Gelb seit jeher die typische Swifft-Sport-Farbe. Weitere Erkennungszeichen sind ein dreidimensionaler Grill im geänderten Frontstoßfänger, zwei markante Endrohre hinten plus eine Frontspoilerlippe und Seitenschweller in Carbon-Optik.

Klein und leicht

Mit einer Länge von 3,89 Meter sortiert sich der neue Swift Sport zwischen VW Up und VW Polo ein. Suzuki selbst sieht die 150-PS-Versionen von Opel Corsa und Seat Ibiza als Rivalen an. Innen spürt man schnell, dass auf der Grundlage von 2,45 Meter Radstand keine Wunder zu vollbringen sind. Speziell im Fond geht es kuschelig zu, lange Strecken zu viert haben im schnellen Gelbling etwas von Kanarienvogel-Käfig. Aber einen Swift Sport kauft man sich auch nicht zum Familientransport.Vielmehr werden die Fans beim Blick auf das um 90 Kilogramm gesenkte Gewicht mit der Zunge schnalzen: 1.045 Kilogramm inklusive Fahrer, das ist fast Mazda-MX-5-Niveau.

Turbo statt Sauger

Parallel hat Suzuki das Futter für den rollenden Kanarienvogel gedopt: Statt des bisherigen Saugbenziners kommt nun eine leicht abgewandelte Variante des 1,4-Liter-Turbo-Vierzylinder aus dem Vitara S zum Einsatz. 140 PS und 230 Newtonmeter Drehmoment stehen auf dem Papier. Aber was bedeutet das für die Praxis? Zunächst einmal, dass ich mich in einen relativ engen Sportsitz kuscheln muss. Merke: Nicht nur der Wagen hat abgespeckt, auch der Fahrer sollte das in Erwägung ziehen. Ich blicke auf ein sauber möbliertes Cockpit, schwarz-rote Dekoreinlagen peppen das Hartplastik-Ambiente auf. Besonders auffällig ist der knallrot eingefärbte Drehzahlmesser. Warum Suzuki auf die seltsame Idee kam, das ansonsten griffige Lenkrad im unteren Bereich mit Klavierlack zu versehen, bleibt ein Rätsel.

Ab ums Eck

Jetzt aber Abfahrt! Unauffällig setzt sich der Suzuki Swift Sport in Bewegung, der Motor bleibt akustisch im Hintergrund. Auf kurzen Wegen arbeite ich mich durch die manuelle Sechsgang-Schaltung, niedrigtouriges Fahren im hohen Gang nimmt einem der Antrieb nicht krumm. Doch nur zum Einkaufen fahren reicht auch das 90-PS-Basismodell des Swift. Sein sportlicher Kanari-Bruder will aus dem Käfig raus und frei fliegen. Bitte sehr: Ich serviere ihm kurvige Straßen im Gebirge und der eingangs erwähnte "Spaß am Dienstag" ist da. Man mag die Lenkung des neuen Swift Sport anfangs für etwas schwergängig halten. Doch spätestens, wenn es richtig flott ums Eck geht, passt sie ideal. Präzises Einlenken? Kein Problem, hinzu kommt, dass der Fahrer die linke Ecke des Vorderwagens gut einsehen kann. Ein weiterer Pluspunkt: Der Swift Sport ist mit 1,73 Meter noch relativ schmal.

Ausgewogen durch den Alltag

Leider bleibt auch der Klang ziemlich schmal, erst beim Ausdrehen geht halbwegs die Post ab. Soweit muss man freilich nicht gehen, denn die Turbo-Maschine liefert stets genug Schub. Radikale Kurvenräuber und Nürburgring- Nerds könnten sich an der serienmäßigen 17-Zoll-Bereifung stören, doch mir gefällt die Ausgewogenheit des Swift Sport. Sein Fahrwerk ist zwar nicht radikal schmusig, aber auch nicht bretthart wie etwa beim alten Fiesta ST. Bömbchen statt Bombe: Der Suzuki gefällt als kraftvoller Begleiter für den Alltag.

Alles inklusive

Rot sieht der Swift-Sport-Kunde nur bei der Lackierung, nicht aber beim Preis: "Burning Red Pearl" kostet wie die anderen Metallic-Lackierungen 500 Euro Aufpreis. Andere Extras gibt es schlicht und ergreifend nicht. Adaptiver Tempomat, Navigation, Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Spurhaltewarnsystem, Rückfahrkamera und Sitzheizung: Alles inklusive für 21.400 Euro, Marktstart ist am 23. Juni 2018. Suzuki rechnet übrigens mit 20 Prozent Sport-Anteil beim Swift. Wo steht die Konkurrenz? Zum Preis des neuen Corsa GSi äußert sich Opel noch nicht, der Seat Ibiza FR mit 150 PS beginnt bei 21.345 Euro. Interessant ist der Vergleich zwischen dem Suzuki Swift Sport und dem 3,98 Meter langen Mini Fünftürer. Letzterer startet als 136 PS starker Cooper erst bei 22.250 Euro, Extras nicht eingerechnet.

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