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Begeht Everrati hier E-Verrat? - Mercedes SL W113 Pagode mit Elektroantrieb

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 09.05.2022 Thomas Harloff

Die Briten schnappen sich mit dem Mercedes SL W113 den nächsten Autoklassiker für einen Elektro-Umbau. Die Daten sprechen für die Elektro-Pagode.

© Everrati

Porsche 964, Ford GT40 Mk2, Land Rover Series IIA: Man kann wahrlich nicht behaupten, dass die Elektromodder von Everrati keinen Mut hätten. Ein Auto muss offensichtlich zur ganz besonders ikonischen Sorte Oldtimer gehören, um von den Briten einen Umbau auf E-Antrieb zu erhalten. Insofern ist es nur konsequent, dass nun der Mercedes W113 an der Reihe ist. Der Schwabe, besser bekannt als SL Pagode, tauscht nun als Nächster sein Sechszylinder-Herz gegen eine Elektromaschine samt passendem Eingang-Getriebe ein.

Wer hier nur einen E-Verrat am Original wittert, sollte sich zuerst die Daten zu Gemüte führen. Legt man die Daten des Topmodells 280 SL zugrunde, kam der Mercedes mit seinem ursprünglichen 2,8-Liter-M-130-Reihensechser auf 170 PS und maximal 240 Newtonmeter. Die Werte des Everrati-SL: 183 PS und höchstens 550 Newtonmeter. Kein Wunder, dass die Elektro-Version klar schneller von null auf 60 mph (96,6 km/h) beschleunigt als das Original (7,0 statt 8,8 Sekunden).

Reichweite von fast 260 Kilometern

Auf den wunderbar mechanisch-seidigen Motorklang des ab Werk verbauten Otto-Triebwerks müssen Everrati-Fahrer freilich verzichten. Und lange Touren erfordern eine intensive Planung: Die 57-Kilowattstunden-Batterie gewährleistet Everrati zufolge eine Reichweite von mehr als 160 Meilen, was umgerechnet 257 Kilometern entspricht. Für einen geschmeidigen Sonntagstrip bei offenem Dach reicht das aber allemal. Zumal die modifizierte Pagode ganz Elektroauto-like Bremsenergie per Rekuperation zurückgewinnen kann. Das Gewicht und dessen Verteilung soll sich wiederum an jenem des Originals orientieren.

Die eigentliche Restaurierung des SL übernimmt Everrati allerdings nicht selbst. Dafür haben sich die Briten mit der Firma Hilton & Moss einen namhaften Spezialisten ins Boot geholt. Das liegt nahe – im wahrsten Sinne des Wortes: Beide Firmensitze sind nur etwa zwei Autostunden voneinander entfernt. Und das bietet die Möglichkeit, künftig weitere Mercedes-Klassiker einem Elektromod-Umbau zu unterziehen.

Optisch extrem nah am Original

Das dürfte dann ähnlich ablaufen wie bei der Pagode, die beim Umbau bis auf das nackte Chassis zerlegt, repariert und für die jahrzehntelange Nutzung gegen Rost versiegelt wird. Beim anschließenden Aufbau verwendet Hilton & Moss nach Möglichkeit aufbereitete Originalteile. Das erklärt, warum die optisch extrem nah an der bekannten SL-Ästhetik bleibt. Außen sowieso: Selbst der Kennerblick muss ein paar Sekunden länger auf dem Oldtimer verweilen, um ihn als Elektroauto zu identifizieren. Innen geht es etwas schneller: Everrati installiert an den neuen Antrieb angepasste Instrumente, die sich in ihrem Aussehen jedoch an den Vorbildern orientieren.

Seine Elektro-Pagoden bietet Everrati zu Preisen ab 295.000 Pfund (knapp 350.000 Euro) an. Und wer weiterhin skeptisch ist: Die Briten versprechen, dass sich der Umbau wieder komplett rückgängig machen lässt.

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