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Das ist der Kompakt-SUV von Jaguar - Neuer Jaguar E-Pace (2018)

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 14.07.2017 Gregor Hebermehl
Jaguar E-Pace Sitzprobe Gregor Hebermehl: "Bei seinem Leitsatz 'Proportionen sind alles.' hat sich Jaguar-Chefdesigner Ian Callum keinen Schnitzer erlaubt: Der neue E-Pace ist optisch gelungen.", so Redakteur Gregor Hebermehl. Der kurze Überhang vorne wurde möglich, weil der E-Pace der erste Jaguar mit einem quer eingebauten Motor ist. Das ist der Kompakt-SUV von Jaguar - Neuer Jaguar E-Pace (2018)

Zögerlich ist Jaguar auf den rasenden SUV-Zug aufgesprungen, jetzt geben die Briten Gas: Mit dem neuen E-Pace stellen die Engländer ihren ersten Kompakt-SUV vor.

Jetzt hat auch Jaguar sein Kompakt-SUV: Der neue E-Pace legt sich mit Konkurrenten vom Schlage eines Audi Q3, BMW X1, Mercedes GLA oder VW Tiguan an – und, konzernintern, mit dem Range Rover Evoque. Die gelungen gezeichnete Hülle des E-Pace ist vorne mit einem Fußgänger-Airbag (hintere Kante der Fronthaube) und einer sich bei einem Unfall selbst aufstellenden Motorhaube ausgerüstet. Die hochschnellende Motorhaube schützt Fußgänger vor einem Aufprall auf die direkt unter der Fronthaube sitzenden harten Motorteile. Um den neuen E-Pace optisch aufzupowern, stehen optional diamantgedrehte 21-Zoll-Felgen im Fünfspeichen-Design zur Verfügung.

Innenraum des neuen Jaguar E-Pace

Das Cockpit des neuen E-Pace ist fahrerorientiert. Optional ersetzt ein optionales 12,3-Zoll-HD-Display die klassischen Rundinstrummente mit Zeigern vor dem Lenkrad. Gegen Aufpreis steht ein Head-up-Display zur Verfügung, das fahrrelevante Information in die Frontscheibe spiegelt. Dieses Head-up-Display arbeitet im Gegensatz zu herkömmlichen Head-up-Displays nicht auf der Basis von Laser-, sondern von TFT-Technologie. Dies ermöglicht laut Jaguar die hochauflösende Darstellung von Vollfarb-Grafiken. Außerdem sollen sich 66 Prozent mehr Informationen anzeigen lassen als bisher. So werden die aktuelle Fahrgeschwindigkeit sowie die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, der gerade eingelegte Gang und Navigationshinweise direkt ins Blickfeld des Fahrers gespiegelt. Das neue Navigationssystem bietet unter anderem einen Arrival Mode: 200 Meter vor Ankunft wird hier der Zielort in einer 360-Grad-Ansicht dargestellt. Außerdem gibt es Hinweise auf freie Parkplätze in der Umgebung.

Das Infotainmentsystem wird über einen 10-Zoll-Touchscreen (Format 21:9) in der Mittelkonsole gesteuert, der auch Gesten und Wischen versteht. Bei mit Touch Pro und adaptiven Dämpfern ausgerüsteten Modellen können auf dem Bildschirm die gerade wirkenden G-Kräfte, Rundenzeiten und Telemetriedaten zu Brems- und Beschleunigungsvorgängen angezeigt werden. In der Mittelkonsole sitzt zwischen den Vordersitzen ein 8-Liter-Staufach, das zum Beispiel bis zu vier liegenden 0,75-Liter-Flaschen Platz bietet. Außerdem ist dieses Fach mit einer Tablet- und einer Smartphone-Halterung versehen. Ins Handschuhfach und in die Ablageflächen der vorderen Türen passen jeweils zehn Liter, bei den hinteren Türen sind es immerhin noch neun Liter – 1,5-Liter-Flaschen sollen dort Platz finden. Laut Jaguar Chefdesigner Ian Callum haben die Briten bei der Konstruktion von SUV eins gelernt: Die Kunden wünschen sich die Türablagefächer so groß wie irgend möglich. In Sachen Konnektivität gibt sich der E-Pace keine Blöße: Bis zu acht externe Geräte können sich über den fahrzeugeigenen 4G-WLAN-Hotspot ins Internet einloggen. Für Strom sorgen vier 12-Volt-Anschlüsse und fünf USB-Schnittstellen. Über die farblich konfigurierbare Ambiente-Beleuchtung lässt sich die Innenraumstimmung dem persönlichen Geschmack anpassen.

Sitzprobe im neuen Jaguar E-Pace

Der kurze Überhang vorn verrät es schon: Der E-Pace ist der erste Jaguar mit einem quer eingebauten Motor. Dies ermöglicht nicht nur den gerade erwähnten kurzen Überhang vorne, sondern lässt auch mehr Platz für den Innenraum. Und so passt der E-Pace auch große gewachsenen Menschen. Sowohl in der ersten Reihe als auch im Fond gibt es ausreichend Kopf-, Schulter- und Kniefreiheit. Die guten Platzverhältnisse zu den Seiten sind der üppigen Breite von 1,89 Metern geschuldet. Das Lenkrad fasst sich gut an und macht Lust auf knackiges Kurvenjagen, die Pedalerie lässt sich auch mit breiten Füßen bequem betreten. Laut Ian Callum sollen in einem Jaguar nie nur Touch-Oberflächen zur Bedienung dienen – das von Drehreglern vermittelte mechanische Gefühl sein für einen Jaguar wichtig. Also wird die Klimatisierung über besagte Drehregler erledigt, was in der Tat Spaß macht. Die gewählte Temperatur wird im Zentrum der Drehregler angezeigt – Ian Callum vergleicht diese Anzeigen mit Kamera-Linsen.

Der Gangwahl- oder Schaltstufenwahlhebel liegt ergonomisch in einer guten Griffhöhe – die ambitionierte Passfahrt mit dem Handschalter könnte Spaß machen. Das serienmäßige 10-Zoll-Display sitzt nicht ganz oben in der Mittelkonsole sondern unter einem Paar Lüftungsdüsen – dies gibt bei einem vollkommen neuen Auto kleine Abzüge in der Ergonomie.

Ganz am Ende des E-Pace gefallen die weit aufschwingende Heckklappe, der große Kofferraumausschnitt und die in akzeptabler Höhe sitzende Ladekante. Das ganze Packaging passt – die Konkurrenz darf sich beim Markteintritt des neuen E-Pace ruhig ein bisschen wärmer anziehen.

Sicherheit

Eine Stereo-Kamera sorgt für die mit dem Notbremsassistenten gekoppelte Fußgängererkennung, außerdem gibt es einen Spurhalte-Assistenten, eine Verkehrszeichen-Erkennung, einen adaptiven Abstandstempomaten mit Staufunktion und einen Müdigkeits- sowie Totwinkelwarner. Beim berührungsfreien Einparken helfen die Einparkhilfen vorne und hinten sowie die Rückfahrkamera. Ein neues Forward Traffic Detection System soll den Fahrer bei schlecht einsehbaren Kreuzungen vor entgegenkommenden Fahrzeugen warnen.

Kofferraumgröße im Vergleich zur Konkurrenz

Der als Fünfsitzer ausgelegte E-Pace ist 4.395 Millimeter lang und hat einen Radstand von 2.681 Millimetern. Sein Kofferraumvolumen beträgt 557 Liter und lässt sich durch Umklappen der im Verhältnis 60 zu 40 geteilten Rücksitzlehne auf 1.234 Liter erweitern – ohne Reserverad stehen unter dem Kofferraumboden noch mal 93 Liter Stauraum zur Verfügung. Damit liegt der E-Pace im Vergleich mit seinen Konkurrenten recht weit vorn: Nur der VW Tiguan hat mit 615 Litern einen größeren Kofferraum. Der Range Rover Evoque opfert diese Disziplin mit nur 420 Litern seinem Design.

Fahrwerk

Mit dem Evoque sowie dem Land Rover Discovery Sport teilt sich der E-Pace auch die Plattform. Allerdings wurde die Basis für den E-Pace grundlegend angepasst: Der Sturz der Vorderräder sowie die Lagerung des Rahmens wurden einem agileren Handling zuliebe geändert. Zudem sollen hohl gegossene Aluminium-Fahrschemel und neue Achsschenkel vorne und hinten ein anderes Straßenverhalten ermöglichen. Die Karosserie wurde versteift und die Wankstabilisierung sowie die Integral-Lenker-Hinterachse kommen vom großen Bruder F-Pace. Das Chassis und den Antriebsstrang haben die Jaguar-Entwickler bei den Allradvarianten nach eigenen Angaben auf ein Hecktreiber-Feeling und die adaptive Dämpfung auf Fahrkomfort und Kontrolle abgestimmt. Die optionalen adaptiven Dämpfer ermöglichen einen speziellen Dynamic-Modus. Geregelt werden die Dreirohr-Dämpfer über extern montierte Hydraulikventile.

Vier Fahrprogramme stehen beim neuen E-Pace bereit: Normal, Dynamic, Eco sowie „Regen, Eis und Schnee“. Zudem lassen sich die Kennfelder für Motor, Automatikschaltung und Lenkung getrennt voneinander einstellen.

Frontantrieb und zwei Allradantriebe

Der für die jeweils stärkste Benziner- und Diesel-Variante verfügbare Allradantrieb des E-Pace nennt sich Active Driveline. Zwei elektronisch gesteuerte Lamellenkupplungen an der Hinterachse sollen für eine gute Traktion und den bereits oben erwähnten Heckantriebs-Charakter sorgen. So schickt das System bei Kurvenfahrt mehr Drehmoment an die kurvenäußeren Räder. Die Kraft kann zu 100 Prozent variabel zwischen vorne und hinten verteilt werden. Der mit nur einer Lamellenkupplung ausgerüstete Standard-Allradantrieb kann an den 150-PS- und 180-Diesel gekoppelt werden, beim 250-PS-Benziner gehört er zum Serienumfang. Unterstützt wird die Agilität durch Troque Vectoring: Bei schneller Kurvenfahrt werden die kurveninneren Räder abgebremst, um ein spontaneres Einlenken zu ermöglichen. Für eine optimale Traktion auf rutschigen Untergründen ist der E-Pace mit ASPC (All Surface Progress Control) ausgerüstet. Je nach Fahrbahnuntergrund werden der Motor und die Bremsen so eingestellt, dass es auch unter schwierigen Bedingungen noch sicher voran geht. Das System arbeitet bei Geschwindigkeiten zwischen 3,6 und 30 km/h und ist nur in Kombination mit einem Automatikgetriebe verfügbar. Bis 30 km/h ist auch die Anfahrhilfe Low Traktion Control aktiv, die ein perfektes Beschleunigen aus dem Stand ermöglichen soll. Als maximale gebremste Anhängelast vertragen die Allrad-E-Pace-Varianten 1.800 Kilogramm.

Motoren

Als Motoren kommen Triebwerke der Ingenium-Familie zum Einsatz – nach dem Downsizing-Prinzip konstruierte 2,0-Liter-Vierzylinder-Triebwerke, bei denen Bohrung, Hub, Zylinderabstand und Zylindervolumen immer gleich sind. Einstiegsmotor ist ein 150-PS-Diesel, hinzukommen Benziner mit 250 beziehungsweise 300 PS. In der Motorisierung mit 300 PS spurtet der neue E-Pace in 6,4 Sekunden von null auf 100 km/h, maximal sind 243 km/h drin. Die Kraft wird je nach Ausführung entweder an die Vorderachse oder an alle vier Räder weitergeleitet, wobei die Momente entweder über ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Neungang-Automatik eingeteilt werden.

Motoren © auto motor und sport Motoren

* 2WD mit Schaltgetriebe und 17-Zoll-Felgen/AWD mit Schaltgetriebe/AWD mit Automatikgetriebe

** AWD mit Schaltgetriebe/AWD mit Automatikgetriebe

*** nur mit AWD und Automatik

Preise des ersten Kompakt-SUV von Jaguar

Die Preise des neuen Jaguar E-Pace (Ausstattungsvarianten S, SE und HSE) beginnen bei 34.950 Euro für den 150-PS-Diesel mit Frontantrieb, Sechsgang-Handschaltung und Frontantrieb. Zum Vergleich: Den Einstiegs-Tiguan 1.4 TSI berechnet VW mit 26.575 Euro, für den Audi Q3 1.4 TFSI (beide mit 125 PS/Sechsgang-Schaltung, Frontantrieb) werden 28.550 Euro fällig, Mercedes möchte für den GLA 180 (122 PS/ Sechsgang-Schaltung, Frontantrieb) 28.941 Euro und BMW ruft für den X1 sDrive18i (136 PS/Sechsgang-Schaltung, Frontantrieb) 31.700 Euro auf. Teurer ist nur der Range Rover Evoque eD4 2WD (150-PS-Diesel//Sechsgang-Schaltung, Frontantrieb) mit einem Einstiegspreis in Höhe von 35.650 Euro. Der in Österreich bei Magna Steyr produzierte und ab sofort bestellbare Jaguar E-Pace wird ab Anfang 2018 ausgeliefert.

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