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Die skurrilsten Verkehrsregeln im Ausland

WELT-Logo WELT 27.07.2018

Wer im Urlaubsland keine böse Überraschung erleben möchte, sollte sich vor der Fahrt über die dortigen Verkehrsregeln informieren © ADAC Wer im Urlaubsland keine böse Überraschung erleben möchte, sollte sich vor der Fahrt über die dortigen Verkehrsregeln informieren

Wer im Ausland mit dem Auto unterwegs ist, unterliegt dem dortigen Verkehrsrecht. Die PS WELT erklärt, was man in Norwegen niemals tun sollte und wo Rasern die krassesten Strafen drohen.

Die meisten lieben ihr Auto, da ändern auch die Abgasskandale nichts daran. Auch in den Urlaub fahren wir am liebsten mit dem Auto. Laut Statista sind 2017 rund 48 Prozent mit dem Pkw oder dem Camper verreist.

Die Straßen sehen zwar oft sehr ähnlich aus, die Vorschriften in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich allerdings zum Teil stark.

Fast jeder Zweite (48 Prozent) glaubt einer repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts Innofact zufolge, die Verkehrsregeln jenseits der Landes-Grenzen genau zu kennen und zu beherrschen. Die Studie zeigt jedoch auch, dass es eine krasse Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und Realität gibt.

Als die Befragten beispielsweise nach konkreten Regeln in Italien gefragt wurden, offenbarten die meisten große Wissenslücken. Das Tempolimit von 110 km/h auf italienischen Schnellstraßen kannte nicht einmal jeder Fünfte (18 Prozent). Fast jeder Dritte (28 Prozent) gab zu, von der Geschwindigkeitsbegrenzung noch nie gehört zu haben. Und mehr als die Hälfte (54 Prozent) antwortete falsch.

Es mag eine Binsenweisheit sein: Doch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Und mangelnde Sprachkenntnisse ebenso wenig.

Neues Tempolimit auf Landstraßen in Frankreich

Ganz neu (seit 1. Juli 2018) ist das Tempolimit auf Landstraßen in Frankreich. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit wurde von 90 auf 80 km/h gesenkt.

Für Fahranfänger gelten in Frankreich andere Tempolimits als für langjährige Autofahrer: In den ersten drei Jahren, nachdem man den Führerschein gemacht hat, sind auf Schnellstraßen nur 100 km/h statt 110 km/h und auf Autobahnen nur 110 km/h statt 130 km/h erlaubt.

Wo ist Rasen am teuersten?

Die Tachonadel sollte man ja immer im Blick haben, egal, in welchem Land man unterwegs ist. In manchen Ländern gelten jedoch drakonische Strafen für Schnellfahrer.

Tief in die Tasche greifen muss man beispielsweise in Norwegen, wenn man die Höchstgeschwindigkeit etwa um 20 km/h überschreitet. Hier drohen Bußgelder ab 375 Euro. Teuer wird die Überschreitung auch in Italien (ab 170 Euro), in der Schweiz (ab 155 Euro) und in Großbritannien (ab 115 Euro). Einen ausfühlichen Bußgeldkatalog und Bußgeldrechner für alle europäischen Länder bietet der ADAC

Wie viel Promille sind erlaubt?

Bei Alkoholsündern kennt die Polizei keine Gnade. In den meisten europäischen Ländern liegt die Promillegrenze bei 0,5, so auch in Italien, Frankreich, Österreich und der Schweiz.

Am strengsten sind die Regelungen in Tschechien und Ungarn, hier gilt die 0,0-Promille-Grenze. Bereits bei geringem Alkoholkonsum drohen in Tschechien Geldstrafen ab 100 Euro, in Ungarn bis zu 970 Euro.

In besonders schweren Fällen kann in Italien sogar das Fahrzeug konfisziert werden. Erwischt die Polizei dort einen Fahrer mit 1,5 Promille, kann das Auto oder Motorrad beschlagnahmt und zwangsversteigert werden – allerdings nur, wenn der Verursacher auch der Halter des Fahrzeugs ist.

In Dänemark geht man ähnlich vor: Wer dort mit mehr als zwei Promille am Steuer erwischt wird, ist den Führerschein und unter Umständen auch das Fahrzeug los. Das kann versteigert werden, das Geld fließt in die Staatskasse. Das gilt übrigens auch, wenn dem Fahrer das Auto gar nicht gehört.

Andere Länder, andere Verkehrsregeln

Bosnien-Herzegowina: Fahranfänger unter 23 Jahren, die ihren Führerschein noch nicht länger als ein Jahr haben, müssen zwischen 23 Uhr und 5 Uhr das Auto stehen lassen. Für die Heimfahrt nach der Disco muss man sich also entweder etwas erfahrenere Freunde suchen oder eben bis 5 Uhr durchhalten. Wichtig ist in Bosnien-Herzegowina auch, dass immer ein Abschleppseil und Ersatzglühlampen im Auto liegen.

Dänemark: In Deutschland lernt man in der Fahrschule, dass man vorm Losfahren einmal ums Auto herumgehen sollte, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. In Dänemark gehört es zu den Verkehrspflichten, dass man vor der Fahrt unters Auto schaut. Es könnte ja sein, dass darunter jemand liegt und ein Nickerchen hält.

Griechenland: Im Urlaub vergisst man ja gern mal die Zeit. Wenn man in Griechenland unterwegs ist, sollte man zumindest immer das aktuelle Datum wissen. Denn die Halteverbotsschilder mit nur einer senkrechten Linie gelten an ungeraden Tagen, die mit zwei senkrechten Linien an geraden Tagen.

Norwegen: Rauchen am Steuer ist mittlerweile in vielen Ländern verboten (unter anderem in Großbritannien, Irland, Griechenland, Italien, Frankreich und Österreich) – allerdings gilt dieses Verbot nur, wenn Kinder oder Minderjährige mit im Auto sitzen. Norwegen ist seit einigen Jahren das Land mit der strengsten Anti-Rauch-Verordnung: Rauchen im Auto ist innerhalb von Ortschaften verboten – ganz unabhängig, ob Kinder an Bord sind.

Österreich: In manchen Ländern, beispielsweise in Estland oder Lettland, sollte man laut AvD bei einem Unfall immer die Polizei benachrichtigen. In Österreich ist das anders: Wenn man dort bei einem Unfall mit reinem Sachschaden die Polizei verständigt, obwohl alle Beteiligten die notwendigen Daten untereinander hätten austauschen können, muss die meldende Person eine "Blaulichtsteuer" entrichten, eine Unfallmeldegebühr in Höhe von 36 Euro.

Slowenien: Wer in Slowenien den Rückwärtsgang einlegt, muss den Warnblinker einschalten. Und wer vergisst, das Licht einzuschalten (auch tagsüber Pflicht), muss stolze 125 Euro zahlen.

Türkei: Wer in die Türkei einreist, muss eine Gebühr (bis zu zehn Euro) für die Desinfektion seines Autos zahlen. Damit soll verhindert werden, dass Ausländer Krankheitserreger ins Land schleppen.

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