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Ein Wrap fürs Auto: Autofolien bieten Lackierung auf Zeit

dpa-Logo Von dpa , dpa | Folie 1 von 8: Matter Elfer: Dieser Porsche 911 trägt eine matte Folierung in «Holzkohle-Metallic».

Folierung in «Holzkohle-Metallic»

Denn eine komplette Mattlackierung ist nicht nur teuer: Der Effekt lässt mit der Zeit durch mechanische Beanspruchungen wie Waschanlagen auch nach und Reparaturen sind sehr aufwendig. «Auch wenn es sich nur um kleine Lackschäden handelt, muss oft ein viel größerer Bereich neu lackiert werden, weil der Matteffekt ansonsten nicht einheitlich aussehen würde», sagt Michael Zierau vom Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF). Wesentlich einfacher: einen Lackschaden bei Folientechnik instandzusetzen. «Hier wird die Folie entfernt, der Lackschaden darunter punktuell repariert und anschließend eine neue Folie aufgebracht.»

Die Idee der Autofolie stammt aus dem Taxigewerbe. Dort ist die zweite Haut die ideale Alternative zur Umlackierung oder Lackierung in Sonderfarbe. Denn Taxis verrichten ihren Dienst meist für eine begrenzte Zeit von zwei bis fünf Jahren, was auch der Lebensdauer einer Autofolie entspricht. «Längst nicht alle Autohersteller bieten zudem die typische Taxifarbe als Farbton an, da bleibt also nur die Variante einer Neulackierung oder eben der Autofolie», sagt Marco Kimme von der German Wrapping Association (GEWA).

Das Folieren, auch Wrapping genannt, wird mittlerweile von knapp 500 Betrieben angeboten. Vor allem die Zahl der privaten Endkunden steigt der GEWA zufolge stark an. «Das ist zum einen der Tuningbereich, denn mit Folien lassen sich auch außergewöhnliche Optiken wie Carbondesign herstellen, die mit einer Lackierung unmöglich sind.» Daneben aber griffen Kunden auf Folien zurück, weil der Hersteller die Wunschfarbe nicht im Angebot habe. Oder weil eine Farbe nur eine begrenzte Zeit ans Auto soll. Gerade dann sei Folie besser und günstiger. «Ein Auto komplett zu folieren, kostet etwa 2000 Euro, während die vergleichbare Lackierung bei circa 3500 Euro aufwärts liegt.».

Wird eine qualitativ hochwertige Autofolie sauber verarbeitet, sei der Unterschied zu einem normalen Lack kaum erkennbar. «Das sieht man dann erst, wenn die Tür aufgemacht wird und zum Beispiel im Bereich des Türschlosses der Originallack sichtbar wird.»

Aber nicht jeder Lack eignet sich für Autofolie. «Voraussetzung ist ein möglichst neuwertiger Lack mit einer sauberen, intakten Klarlackschicht», sagt Kimme. Ansonsten kann es Probleme geben, wenn die Folie wieder abgelöst wird und der Folienkleber die obere Lackschicht mit ablöst. «Ein Oldtimer zum Beispiel ist für Folien nicht geeignet.» Auch sollte der Lack unbeschadet sein, denn eine Autofolie kann keine Karosseriefehler kaschieren.

Feinde der Autofolie sind UV-Strahlen und Waschanlagen mit harten Nylonbürsten. Sie sorgen dafür, dass die nur 0,1 mm starke Folie Kratzer bekommt und an Farbe verliert. Empfohlen wird, Folien grundsätzlich wie normalen Lack zu pflegen und durchaus auch zu wachsen und zu polieren. Außer bei matten Folien. «Auf Heißwachs sollte man in der Waschanlage am besten ganz verzichten, denn der kann insbesondere bei matten und strukturierten Folienoberflächen zu schwer entfernbaren Flecken führen», erklärt Gerd Friß vom Folienhersteller 3M. Grundsätzlich behalte auch eine Folie ihre Farbe länger, wenn sie gut gepflegt werde. Dennoch sollte sie nach spätestens fünf Jahren abgelöst werden. «Passiert dies nicht oder handelt es sich um eine minderwertige Folie, kann es auch vorkommen, dass der Kleber haften bleibt oder die Folie sich nicht mehr am Stück ablösen lässt»,

sagt Zierau. Dann werde es sehr aufwendig. Und unter Umständen müssten Kleberreste mit Lösungsmitteln entfernt werden. «Folieren ist nie eine dauerhafte Lösung aber eine sehr gute Möglichkeit, einem Auto für einen begrenzten Zeitraum eine neue Optik zu verpassen.»

(Bild) Matter Elfer: Dieser Porsche 911 trägt eine matte Folierung in «Holzkohle-Metallic».

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