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Endlich baut einer mal ein sympathisches SUV

DIE WELT-Logo DIE WELT 06.10.2017
Citroen C3 Aircross: Der Citroen C3 Aircross © Citroen Der Citroen C3 Aircross

Sie sind bullig, sie sind protzig, und sie wirken auf die anderen Verkehrsteilnehmer oft bedrohlich. Das muss nicht so sein, sagt Citroën und startet mit dem C3 Aircross eine Charmeoffensive.

Erinnern Sie sich noch an Elliot, das Schmunzelmoster? Dieses kritzegrüne Riesenbaby eines Drachen, vor dem sich partout keiner fürchten will. Genau an diesen Kinohelden meiner Kindheit musste ich denken, als ich kürzlich zum ersten Mal vor dem neuen Citroën C3 Aircross gestanden habe – dem ersten von Citroën selbst entwickelten Geländewagen für Europa.

Autos der SUV-Gattung wirft man ja gerne vor, sie seien protzig oder aggressiv oder im schlimmsten Fall beides. Und selbst hochgebockte Kleinwagen sehen normalerweise aus wie Krampfkraxler, die sich durch den Stadtverkehr rüpeln.

Beim Citroën C3 Aircoss, der im November für Preise ab 15.290 Euro in den Handel kommt, ist das anders. Ja, auch der wirkt mit seinen 4,15 Metern stattlich, und mit seinem ungewöhnlich hohen Bug verschafft er sich den nötigen Respekt. Doch genau wie das Schmunzelmoster aus der Disney-Welt hat er dabei so einen sympathischen Ausdruck im Gesicht.

Und es gibt noch eine zweite Parallele zum Fabelwesen aus dem Film meiner Kindheit: Auch der C3 Aircross treibt es so bunt wie die Zeichner in den Disney-Studios. Elliot hatte grüne Haut und lila Haare; für den Citroën gibt es acht Lackierungen, drei Kontrastfarben fürs Dach und noch einmal drei Style-Pakete mit bunten Aufklebern, sodass man am Ende auf über 80 Varianten kommt.

So wenig aggressiv der C3 Aircross von außen ausschaut, so entspannt gibt er sich auch innen. Die Sitzposition hinter dem eher kleinen Lenkrad ist lässig, und die Sessel würden auch daheim ins Wohnzimmer passen, so weich und bequem sehen sie aus. Und sie bieten zumindest ein Mindestmaß an Seitenhalt und Stabilität.

Aber wenn ich ehrlich bin, lümmelt man in diesem Wagen eher hinter dem Lenkrad, als dass man aufrecht sitzt. Man muss sich förmlich zwingen, mit zwei Händen ins Steuer zu greifen und genießt Platzverhältnisse, wie man sie dem Kleinwagen gar nicht zugetraut hätte – und das sogar in der zweiten Reihe.

Als eines der ganz wenigen Modelle in dieser Klasse hat der C3 Aircross eine geteilt verschiebbare Rückbank, mit der man für jede Situation den passenden Kompromiss zwischen Kofferraum und Kniefreiheit im Fond finden kann. Da zahlt sich die Erfahrung der Franzosen aus. Zwar haben sie von SUV keine Ahnung und bislang nur umgeklebte Mitsubishi-Modelle verkauft. Aber auf praktische Familienkutschen verstehen sie sich bestens. Nicht umsonst war der Vorgänger des C3 Aircross, der kleine C3 Picasso, einer der erfolgreichsten Vans in Europa.

Allrad gibt es nicht – auch nicht als Sonderausstattung

Zum Rasen verleitet dieser Wagen nicht. Daher ist es auch nicht schlimm, dass die Federung sehr weich ist. Man stört sich nicht an einer Lenkung mit reichlich Laisser-faire. Und selbst mit den mageren Motoren – drei Dreizylinder-Benziner mit 82, 110 oder 131 PS und zwei Diesel mit 99 oder 120 PS – kann man sich gut anfreunden. Im C3 Aircross fühlt man sich so gelassen, dass alle Eile von einem abfällt und man keinen Wert legt auf schnelle Sprints und hohe Spitzentempi.

Und selbst wenn man mit dem Spitzenbenziner in 9,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigen und immerhin 200 km/h schnell fahren könnte, lässt man es ganz von selbst ein wenig langsamer angehen. Und sei es nur, weil man dann auch nicht das nervige Knöttern seines 1,2 Liter kleinen Dreizylinders anhören muss.

Auch mit der Abenteuerlust des C3 Aircross ist es übrigens nicht sonderlich weit her. Zwar wappnet er sich für den Verkehr im Großstadtdschungel mit vielen Assistenten von der Rückfahrkamera mit Vogelperspektive bis zur automatischen Notbremse. Doch ins Gelände wagt er sich allenfalls auf Zehenspitzen: Da es Allrad nicht für Geld und gute Worte gibt, müssen eine etwas schlauere Traktionskontrolle und eine elektronische Bergabfahrhilfe reichen, um den Franzosen durch den Schlamm zu bringen.

Außen knuffig, innen kuschelig, dabei noch praktisch und sparsam und definitiv kein Auto, das zu Raserei und Rücksichtslosigkeit verführt – so wird der C3 Aircross zum Softie unter den SUV.

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