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Schon gefahren: Der neue VW Arteon im Test

AutoNEWS-Logo AutoNEWS 16.06.2017 AutoNEWS

Hannover, 16. Juni 2017 - Ja, so ein bisschen merkt man schon, dass VW stolz auf den neuen Arteon ist. Der Wagen ist nämlich nicht nur der Nachfolger des CC, sondern er soll der Marke auch den ersten Anstoß in eine neue Designrichtung geben und dazu als neues Topmodell über dem Passat positioniert werden. Ob Ihnen die Optik des laut Hersteller "avantgardistischen Business-Class-Gran-Turismo" gefällt oder nicht, können Sie anhand der Bilder selbst entscheiden. Ob es VW jedoch geschafft hat, das Fahrverhalten eines Sportwagens mit dem Raumangebot einer Limousine zu mischen, verrät Ihnen unser Test.

Abmessungen auf Skoda-Superb-Niveau

Wie viele Produkte der VW AG basiert auch der Arteon auf dem Modularen Querbaukasten. Wir blicken also in Richtung des Skoda Superb und stellen fest, dass sich der Arteon mit ihm nicht nur den Radstand (2,84 Meter), sondern auch die Außenlänge (4,86 Meter) teilt. Die Höhe des VW beträgt 1,45 Meter, die Breite 1,87 Meter. Somit ist das schnittiger geformte Passat-Pendant etwas flacher und ein klein wenig breiter als der deutlich limousinigere Superb. Schön. Aber wer gut aussehen will, muss ein wenig leiden. Und dieses Leiden manifestiert sich im Innenraum des Arteon, wo die Kopffreiheit im Fond etwas eingeschränkter als im Tschechen und der Kofferraum mit 563 bis 1.557 Liter spürbar kleiner ist. Trotzdem verfügt auch der Arteon über eine umlegbare Rückbank und eine große Heckklappe, durch die sperriges Ladegut einfach ins Gepäckabteil manövriert werden kann.

Keine Aggregate unter 150 PS

Sechs Vierzylindermotoren werden im Angebot sein. Die Zweiliter-Diesel wird es mit 150, 190 oder 240 PS geben, die gleichhubigen Benziner leisten 190 oder 280 PS. Als Basismotor wird im Herbst 2017 ein neuer 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Zylinderabschaltung und 150 PS ins Programm aufgenommen. Er wird ausschließlich mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe geliefert. Bei allen stärkeren TSI-Motoren ist ein Siebengang-DSG Serie. Bei den TDIs wird das Doppelkupplungsgetriebe nur beim 240-PS-Topmotor ohne weiteren Aufpreis verbaut. 240 oder 280 PS unter der Haube bedeutet außerdem, dass automatisch Allradantrieb mit an Bord ist. Beim 190-PS-TDI gibt es ihn als Option, bei allen anderen Modellen müssen Sie mit Frontantrieb zurechtkommen.

Unterwegs mit den Topmotoren

Jetzt aber genug der Theorie und endlich ab hinters Steuer der Topmodelle - den 240-PS-Diesel und den 280-PS-Benziner. Der mit 500 Newtonmeter Drehmoment bei 1.750 Touren schon im Drehzahlkeller sehr starke Selbstzünder macht im Arteon eine gute Figur und verhilft dem Wagen zu bärenstarken Fahrleistungen (0-100 km/h in 6,5 Sekunden, 245 km/h Vmax) und gleichzeitig akzeptablen Verbrauchswerten (5,9 Liter je 100 Kilometer). Der 280 PS starke Benziner mit seinen 350 Newtonmeter Drehmoment ab 1.700 Umdrehungen ist aus dem Stand weg zwar nicht ganz so kräftig wie der Diesel, dafür bleibt der Motor bei hohen Drehzahlen und flottem Tempo länger und energischer am Performance-Ball. Die Fahrleistungen? 5,6 Sekunden und Sie sind auf Tempo 100, 250 km/h und Sie haben die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Der angegebene Verbrauch? 7,3 Liter je 100 Kilometer. Während unserer kurzen Testfahrt standen dann 6,8 Liter beim Diesel beziehungsweise 9,3 Liter beim Benziner auf den Bordcomputern.

Komfortabel wie ein Superb … aber sportlicher

Egal welcher Motor auch an Bord sein sollte, dass der Arteon auf der Langstrecke einen ruhigen, gelassenen und sehr komfortablen Reisewagen abgibt, ist keine große Überraschung. Viel erstaunlicher ist jedoch, dass es VW geschafft hat, den großen Reisewagen viel dynamischer zu machen als den Skoda. Die progressive Lenkung sorgt für ein direktes sowie kontrolliertes Gefühl bei Fahrmanövern jeglicher Art, der permanente Allrad schafft viel Grip, indem er die Motorkraft bedarfsgerecht auf alle vier Räder verteilt. Die elektronische Differenzialsperre entlastet das innere Vorderrad bei schnellen Kurvenfahrten. Dass der Arteon 1.716 Kilogramm auf die Straße bringt (der Diesel wiegt sogar 1.828 Kilo), spürt man eigentlich nur an der satten Straßenlage. Ansonsten wirkt der Wagen deutlich leichter, als er eigentlich ist. Maßgeblich daran beteiligt ist das Fahrwerk mit neuen adaptiven Dämpfern, die sich nicht nur in den Modi "Comfort", "Normal" und "Sport" anpassen lassen, sondern auch stufenlos von bretthart-polternd bis hin zu sanft-schaukelnd eingestellt werden können.

Die wichtigsten Assistenz-Neuerungen

Im Test: Der neue VW Arteon Schon gefahren: Der neue VW Arteon im Test

Assistenzsysteme? Gibt es. Und zwar zuhauf. Die wichtigsten Neuerungen? Der Abstandstempomat berücksichtigt jetzt Tempolimits sowie Streckendaten und passt das Tempo automatisch an. Das Kurvenlicht arbeitet mit einer ähnlich vorausschauenden Regelung. So kann die Biegung bereits ausgeleuchtet werden, bevor Sie als Fahrer das Lenkrad bewegen. Apropos Fahrer: "Emergency Assist" bremst den Wagen nicht nur ab, sondern lenkt ihn jetzt auch auf die rechte Fahrspur, falls der menschliche Steuermann einmal ausfallen sollte. Der Insassenschutz funktioniert nun auch von hinten. Wenn also der nachfolgende Verkehr pennt, und der Arteon einen unvermeidbaren Aufprall aufs Heck registriert, werden vor dem Einschlag die nötigen Vorbereitungen getroffen (Gurte straffen, Fenster schließen), um das Schlimmste für die menschliche Fracht zu verhindern.

Elecange, R-Line und die Sonderausstattungen

Anders als sonst bei VW üblich gibt es den Arteon in nur drei Ausstattungslinien. Die Basis ist mit LED-Front- und Rückleuchten, 17-Zoll-Felgen, Klimaanlage, Müdigkeitserkennung, teilelektrischen Sitzen, Keyless Go und einem Einstiegs-Infotainmentsystem bereits recht umfangreich ausgestattet und Sie werden einen wirklich nackten Arteon deshalb nie zu Gesicht bekommen. Ob Sie es dann lieber in die sportliche oder die eher elegante Options-Richtung gehen wollen, liegt bei Ihnen und der dazu passenden Linie "R-Line" oder "Elegance". Weitere kostenpflichtige Komfort- und Technikfeatures: das Active Info Display, ein Head-up-Display (mit etwas billig wirkender Plastikscheibe) und das große Infotainmentsystem "Discover Pro‘" mit 9,2-Zoll-Display und mittelmäßig funktionierender Gestensteuerung. Interieur-Design, Verarbeitung und die Materialien sind so, wie Sie es auch von Ihrem Passat, Tiguan oder Golf kennen. Keine Experimente, alles grundsolide.

10.000 Euro teuerer als ein gleich motorisierter Superb

Bevor die Preise kommuniziert wurden, sprach VW von einem "preislich attraktiven Auto". Was diese Aussage zu bedeuten hatte, können wir mittlerweile in einer Zahl zum Basispreis ausdrücken: 39.675 Euro. Zum Vergleich: Einen identisch motorisierten Skoda gibt es ab 29.350 Euro. Die tschechische Limousine ist dann aber deutlich spärlicher ausgestattet als der schicke Gran Turismo aus Wolfsburg. Sie wollen den 240-PS-Diesel? Dann müssen 51.600 Euro für den "Elegance" oder 52.175 Euro für den "R-Line" investiert werden. Der Arteon mit 280 PS unter der Haube schlägt mit 49.325 Euro ("Elegance") oder 49.900 Euro ("R-Line") zu Buche. Beim Händler steht der Arteon ab Mitte Juni 2017.

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