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Serienmäßig als Mild-Hybrid mit 48V-Bordnetz - Audi A8 D5 (2017)

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 09.06.2017 Holger Wittich, Patrick Lang
Audi A8: Die Audi A8 Silhouette: Die Proportionen fallen stimmiger aus. Alle Infos zu Daten, Technik und Design des D5 - Neuer Audi A8 (2017)

Der Audi A8 (D5) steht ab Ende 2017 auf einem neuen Audi Space Frame, das nun auch Magnesium beinhaltet. Zudem kommt er serienmäßig als Mild-Hybrid mit 48V-Bordnetz.

Die D5-Baureihe des Audi Flagschiffs A8 steht erstmals auf einer Karosseriestruktur, die sich aus vier Materialien zusammensetzt. Aluminium bleibt jedoch der am häufigsten eingesetzte Werkstoff: Zu 58 Prozent besteht das weiterentwickelte Space Frame aus dem leichten Metall. Dazu kommt ein Rahmen um den Fahrgastraum, genannt Sicherheitszelle, der aus Alu, konventionellem und warmverformtem Stahl besteht. Die Fond-Rückwand besteht aus Kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) und die Domstrebe im neuen A8 ist fortan aus Magnesium. Allein diese vordere Strebe ist um 28 Prozent leichter, als ihr Aluminium-Vorgänger. Warum also wird die Leichtbau-Limousine trotzdem schwerer?

Das liegt an den gesteigerten Anforderungen in Sachen Sicherheit, Technik und Antriebsvielfalt. 282 Kilogramm bringt die Rohkarosserie auf die Waage, beim Vorgänger waren es noch 231 Kilo. Doch die Karosserie muss in jeder Evolutionsstufe mehr leisten können. So wird sie etwa darauf ausgelegt, Batterien zur Antriebselektrifizierung in unterschiedlicher Größe aufzunehmen und im Falle eines Crashes ausreichend zu sichern. Auch Fahrer und Passagiere müssen nach immer höheren Standards gesichert werden, was die Aufteilung der Lastpfade durch die Karosserie anspruchsvoller gestaltet und mit der Materialbeschaffenheit und -auswahl kompensiert wird. Dazu kommt, dass das automobile Grundgerüst immer mehr Sensorik und Elektronik tragen und unterbringen muss, und wenn der Inhalt anwächst, dann müssen sich bei Audi eben die Werkstoffe anpassen.

Leichterer Einstieg und bessere Rundumsicht

Insgesamt ist der neue A8 um 24 Prozent torsionssteifer als sein Vorgänger, was laut Hersteller entscheidend für präzises Handling und akustischen Komfort ist. Ein Wert, der sich aus mehreren Teilelementen zusammensetzt: So haben die Audi-Ingenieure etwa eine neue Legierung der Aluguss-Teile entwickelt, die durch eine vierstufige Wärmebehandlung 50 Prozent an Festigkeit gewinnt, und damit in bis zu 15 Prozent dünnerem Ausmaß verbaut werden kann. Ähnliches gilt für die Alubleche, die gut ein Drittel an Stabilität gewonnen haben. Dabei soll an jeder Stelle der Karosserie nur so viel Material verbaut werden, wie für die jeweilige Aufgabenerfüllung nötig. Diese Grundidee erklärt auch, warum einzelne Teile unterschiedlich dicke Querschnitte aufweisen. Da an manchen Stellen keine Materialstärke von zwei Millimetern erforderlich ist, werden beispielsweise Stahlteile aus mehreren Platinen unterschiedlicher Stärke zusammengeschweißt.

„Nicht nur die einzelnen Werkstoffe, sondern auch die Gefügetechnologie haben wir weiterentwickelt, weil es wichtig ist, die unterschiedlichen Materialien optimal zu verbinden“, erklärt Bernd Mlekusch, Leiter des Audi Leichtbauzentrums. Ein Beispiel: Die Flansche an den A-, B- und C-Säulen. Hier werden Aluminium und Stahl so gefalzt, dass die Säulen dünner sind, wodurch sich die Türeinstiegsöffnung um 16 Millimeter vergrößert und der Sichtwinkel um fünf Grad verbessert wird.

Neuer Audi A8 erhält Q7-Plattform

Der neue Audi A8 basiert auf dem überarbeiteten modularen Längsbaukasten (MLB/PL65), der erstmals beim neuen Audi Q7 zum Einsatz kam und später auch das A9 Coupé und den Q8 Crossover tragen wird. Unwahrscheinlich ist, dass der neue Audi A8 auf der sportlicheren MSB-Heckantriebs-Plattform von Porsche basiert. Auf ihr werden lediglich der neue Porsche Panamera sowie der Bentley Continental aufbauen.

Die neue Plattform erlaubt auch die Integration des autonomen Fahrens sowie erweiterte Infotainment- und Fahrdynamik-Systeme auf Basis des Infotainmentbaukastens MIB2+. So wird eine neue MMI-Version mit einem größeren TFT-Monitor gekoppelt sein – Gesten- und Sprachsteuerung halten Einzug und auch der Beifahrer erhält einen eigenen Bildschirm.

Audi A8 mit 48V-Bordnetz

Die jüngsten Erlkönigbilder enthüllen schon viel vom Design des neuen Audi A8, das komplett aus der Feder von Marc Lichte stammt und sich stark an der Studie Prologue anlehnt. Länge und Radstand scheinen sich wenig zu ändern. Der Grill wird künftig größer ausfallen. Dazu wird die Fahrgastzelle eine coupéhaftere Form erhalten und das Heck schmaler zulaufen. Die Proportionen sollen stimmiger ausfallen. An den Seiten ziert den neuen A8 die sogenannte „Tornadolinie“, eine scharfe Kante in der Karosserie (siehe Bildergalerie). „Zum Glück ist es uns gelungen, eine so feine Kante in Aluminium zu formen. Sonst hätten sich die Designer nochmal an die Arbeit machen müssen“, zeigt sich Leichtbauzentrum-Leiter Mlekusch zufrieden.

Viel Wert legt Audi beim neuen A8 auf den Aspekt „autonomes Fahren“. So soll der neue A8 bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h selbstständig fahren können.

In der nächsten Modellgeneration erhält der Audi A8 erstmals serienmäßig einen elektrifizierten Antriebsstrang. Die Motoren werden dafür mit der Mild-Hybrid-Technologie ausgestattet. Grundlage dafür ist das 48-Volt-Bordnetz, das im neuen Audi A8 zum ersten Mal als Hauptbordnetz in Serie kommt. Der Mild-Hybrid-Antrieb setzt sich aus einem wassergekühlten 48-Volt-Riemenstartergenerator (RSG), der den herkömmlichen Ritzelstarter, der nur noch bei Kaltstarts zum Einsatz kommt, sowie der im Gepäckraum platzierten Lithium-Ionen-Batterie mit 10 Ah Ladungsträgerkapazität und einer 48-Volt-Spannungslage zusammen. Die Komponenten erlauben im Geschwindigkeitsbereich von 55 bis 160 km/h 40 Sekunden mit komplett ausgeschaltetem Motor emissionsfrei zu segeln. Auch wird der neue A8 vorausschauend fahren. dazu werden Streckendaten und aktuelle Informationen zusammengeführt und so entschieden wo gesegelt und wo rekuperiert wird. unter dem Strich soll der Mild-Hybrid-Antrieb den Verbrauch im Realbetrieb um bis zu 0,7 Liter pro 100 Kilometer senken können.

Prestigeträchtig dürfte Audi in Sachen konventionellen Verbrennern weiterhin bei V6, V8 und dem W12 bleiben. Das 48V-Bordnetz erlaubt elektrisch angetriebene Lader. Der neue, aus dem Porsche Panamera abgeleitete 4,0-Liter-V8 dürfte 550 PS leisten, der aus dem Bentley Bentayga übernommene Sechsliter-W12-Biturbo auf 608 PS kommen. Des Weiteren gibt es einen doppeltaufgeladenen 2,9-Liter-V6-TFSI mit 450 PS sowie einen einfach aufgeladenen 3,0-Liter-V6-TFSI mit 354 PS.

Bei den Diesel-Aggregaten reicht die Leistungsrange von 286 PS im 3.0 TDI mit einem Turbolader bis über 435 PS im 4.0-TDI-V8. Gekoppelt sind die Aggregate an eine Achtgang-Automatik. Eine Plug-in-Hybrid-Version gilt als gesetzt. Auch der Quattroantrieb bei fast allen Motorisierungen ist ebenso unumstritten, wie die Langversion und der sportliche Audi S8.

Seine Premiere wird der neue Audi A8 auf dem Audi Summit in Barcelona am 11. Juli 2017 feiern. Die Preise sollten sich am Vorgänger orientieren. Bei dem kostet der 3,0 TDI rund 83.000 Euro.

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