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Sitzprobe im Hochdachkombi - Neuer Opel Combo (2018)

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 11.04.2018 Gregor Hebermehl
Opel Combo (2018) © Christian Bittmann Opel Combo (2018)

  • Plattform
  • Sitzprobe
  • Modellgeschichte

Generation fünf ist ganz ansehnlich geworden – gutes Aussehen stand nicht schon immer im Lastenheft der Combo-Designer. Das Modell sollte ein günstiger Hochdachkombi sein, als er 1986 auf Basis des Kadett E auf den Markt kam. Der neue Combo geht als Pkw-Variante Life sogar ein bisschen in Richtung Lifestyle.

Der Opel Combo mit der hohen kurzen Nase kommt in zwei Radständen (2,78 Meter und 2,97 Meter) und damit verbunden zwei Längen auf den Markt: 4,45 und 4,75 Meter. Beide Varianten gibt es wahlweise mit fünf oder sieben Sitzen. Die drei Plätze in der zweiten Reihe sind serienmäßig mit einer Isofix-Kindersitzhalterung ausgerüstet. Die Rücksitze des neuen Opel Combo lassen sich herausnehmen. Der umklappbare Beifahrersitz ermöglicht einen durchgehend flachen Ladeboden mit einer Länge von 2,70 Metern (Langversion: 3,05 Meter). In der Langversion ist die Rückbank in Längsrichtung um 130 Millimeter verschiebbar. Optional lässt ein großes Sonnendach Tageslicht in den Innenraum des Combo. Außerdem verspricht Opel die Ausrüstung des Combo mit bis zu 19 modernen Assistenzsystemen, einem optionalen Head-up Display und einer 180-Grad-Rückfahrkamera.

Die Sitze in Reihe zwei und drei lassen sich umklappen, das Stauraumvolumen beträgt 597 bis 2.693 Liter.

Jetzt auf Basis der EMP2-Plattform

Wie schon der Grandland X basiert auch der neue Combo auf der EMP2-Plattform (Efficient Modular Platform) von Opels Mutter PSA. Die Plattform ermöglicht verschiedene Radstände, Front- und Allradantrieb sowie hohe und niedrige Karosserien. Im Vergleich zur Vorgängerplattform PF2 spart EMP2 durch den Einsatz von hochfesten Stählen, Aluminium und Magnesium 70 Kilogramm Gewicht. Die ersten EMP2-basierten Fahrzeuge kamen mit der zweiten Generation des Peugeot 308 und der ebenfalls zweiten Generation des Citroën C4 Picasso 2013 auf den Markt. Den neuen 508 stellt Peugeot als nächsten EMP2-Spross vor.

Der neue Combo ist nicht allein, sondern kommt als Teil von Vierlingen auf die Welt. Seine sich nur äußerlich unterscheidenden Schwestermodelle heißen Peugeot Rifter, Citroën Berlingo und Vauxhall Combo – schließlich verkaufte GM Vauxhall zusammen mit Opel am 1. August 2017 an den PSA-Konzern. Die Rechtslenker von Vauxhall sind für den britischen und nordirischen Markt bestimmt.

Als Antrieb bietet Opel für den Combo 1,2-Liter-Benziner mit 110 und 130 PS sowie 1,5-Liter-Turbodiesel mit 100 und 130 PS an. Die Basismotorisierungen sind an eine manuelle Sechsgang-Schaltung gekoppelt, die stärkeren Versionen leiten ihre Momente an eine neue Achtgang-Automatik weiter – der stärkere Diesel ist allerdings auch als Handschalter im Angebot.

Sitzprobe Opel Combo

Als erstes fällt einem das luftige Raumgefühl auf: In alle Richtungen hat man im Opel Combo Platz. Die Sitze sind auch ohne AGR-Logo (AGR: Aktion Gesunder Rücken) bequem und der flache Alkoven über den Köpfen von Fahrer und Beifahrer wirkt beinahe schon stylisch. Wer im neuen Combo etwas in eine Ablage legt, sollte sich übrigens merken, in welche: Der Wagen ist mit 28 dieser Kleinteile-Verstaumöglichkeiten ausgerüstet. Zum Raumgefühl passt die sehr breite Mittelkonsole – von ihrer Dimension her würde sie auch einem Wagen der Oberklasse stehen. Aus der Konsole ragt entweder der gut greifbare Schalthebel oder ein flacher Drehsteller für die neue Achtgang-Automatik. Der Wahlhebel für die Automatik-Gangwahl scheint langsam auszusterben: Jaguar sowie Land Rover setzen schon lange auf den Drehknopf und Ford macht das beim neuen Focus jetzt auch. Die Oberflächen passen zum unkomplizierten Charakter des Fahrzeugs und sind somit erwartungsgemäß günstig.

Schön mollig

Wärme im Winter verspricht ein Knopf am Lenkrad: hier lässt sich die Lenkradheizung aktivieren. Das gesamte unten abgeflachte Steuer inklusive Satelliten kommt von Opel und lässt so auch Stammkunden keine Markenidentität vermissen. Weitere Heizungen sind die Frontscheiben-Heizung und die Sitzheizung für die Vordersitze.

Ein Head-up Display gehört zu den Ausstattungsmerkmalen, die eine Kundenzufriedenheit von nahezu 100 Prozent generieren. Und so ein superkomfortables Display gibt es jetzt optional auch für den Combo. Klar ist das die Budget-Variante mit herausklappbarer Zusatzscheibe – aber das ist viel besser als nichts. Das Display stellt beispielsweise die aktuelle Geschwindigkeit, die erkannten Verkehrszeichen und die Daten des Spurhalte-Assistenten gut ablesbar dar.


Durchsichtiger Boden

Von der zweiten Reihe aus prima zu genießen: Das riesige Panoramadach. Der Blick nach oben wird von einem von vorne nach hinten durchgehenden Alkoven halbiert, der auf seiner gesamten Länge von einem LED-Leuchtstreifen umfasst ist. Der teiltransparente Boden des Alkoven erlaubt es den Insassen zu sehen, wo dort etwas verstaut ist. Das Ein- und Aussteigen in Reihe zwei funktioniert genauso problemlos wie in Reihe eins. Die Schiebetüren der zweiten Reihe sparen nicht nur beim Öffnen Platz, sie können auch nicht versehentlich gegen das Nachbarfahrzeug gestoßen werden – ein guter Schutz für ungestümen Nachwuchs und unbedachte Erwachsene. Die Schiebetür auf der Fahrerseite kostet Aufpreis.

Ein Sitz: 14 Kilogramm

Die Sitze der Reihe drei lassen sich ausbauen und relativ rückenschonend aus dem Wagen heben: Ein Sitz wiegt 14 Kilogramm – andere ausbaubare Sitze bringen es gerne auf 20 Kilogramm und mehr.

Ein praktisches Detail wartet noch ganz am Ende des Combo: Die Heckscheibe lässt sich separat öffnen. Dafür muss man zwar unter die Kante greifen, unter der auch der Knopf für die gesamte Heckklappe sitzt (ein Knopf am Heckwischer wäre ergonomischer), aber trotzdem kann man so mal schnell eine kleine Sporttasche oder anderen Krempel in den Kofferraum werfen.

Fazit

Der neue Opel Combo ist ein praktisches bequemes und wohl auch noch sehr preisgünstiges Raumwunder. Junge Familien und alle, die gerne viel oder großes Gepäck mitnehmen, sind mit dem Combo bestens bedient. Außerdem ist der Wagen nicht nur flexibel, sondern auch noch mit vielen Assistenten zu haben. Schnickschnack findet sich im Combo nicht – selbst die Automatikbedienung erfolgt modern über einen Drehsteller. Dies dürfte ganz gut zum aktuellen Lifestyle passen.

Kadett, Corsa und SCCS

In den 32 Jahren ihres Bestehens hat die Modellreihe Combo bereits eine technisch wechselvolle Geschichte hinter sich. Während die erste bis 1993 gebaute Generation auf dem Kadett E basierte, entstand die zweite bis 2001 gebaute Generation auf Basis des Corsa B. Für die dritte Generation (bis 2011) musste dann der Corsa C herhalten. Die vierte bis 2018 erhältliche Generation entstand auf der von GM in Zusammenarbeit mit Fiat entwickelten SCCS-Plattform (Small Common Components and Systems platform), auf der beispielsweise auch der Fiat 500X, der Jeep Compass und der Ram ProMaster City basieren.

Vom Band laufen Combo, Rifter und Berlingo in den Werken von PSAs Iberian Industrial Division in Vigo (Spanien) und Mangualde (Portugal). In Vigo wird dafür eine vierte und in Mangualde eine dritte Schicht eingeführt.

Der Verkauf des Combo Life startet im Mai 2018, die ersten Wagen stehen ab September beim Händler, die Cargo-Variante folgt später im Jahr. Der 130-PS-Benziner ist ab Herbst 2019 zu haben. Die Preise hat Opel noch nicht bekanntgegeben.

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