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Messe „Retro Classics Cologne”: Oldtimer-Besitzer bangen vor Diesel-Fahrverbot

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 16.11.2018 ksta
Die Autos auf der Messe begeistern Oldtimer-Fans. © Banneyer Die Autos auf der Messe begeistern Oldtimer-Fans.

Ein bisschen geistert das näher gerückte Diesel-Fahrverbot für Köln am Donnerstag auch auf der „Retro Classics Cologne“ herum. 1500 historische Fahrzeuge verteilen sich auf 40 000 Quadratmetern in der Messe Deutz, zum zweiten Mal lädt die Stuttgarter Retro Messen GmbH zum Oldtimer-Treffen ein, das neu sortiert wurde und erstmals in den lichtdurchfluteten Hallen 6 und 9 stattfindet. Rund 400 Händler und Clubs präsentieren die Fahrkultur von gestern, die einige plötzlich bedroht sehen.

„Die meisten Oldtimer-Begeisterten sind sich nicht bewusst, wie gefährlich die Situation ist“, sagt Horst Nordmann vom Veteranen-Fahrzeug-Verband, der eine 61 Jahre alte grobschlächtige Diesel-Zugmaschine des Köln-Dünnwalder Herstellers Betz ausstellt. Bisher seien Autos mit H-Kennzeichen (H für historisch) nicht aus den Umweltzonen ausgeschlossen, egal, wie hoch der Schadstoffausstoß ist. „Noch nicht“, sagt Nordmann. „Wenn große Teile der Bevölkerung durch Diesel-Fahrverbote betroffen sind, steigt auch der Druck auf die Oldtimer-Branche“, ergänzt Jürgen Nöll vom Verband. Ein Kulturgut sei in Gefahr, ist man sich hier einig.

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Karl-Ulrich Hermann, Geschäftsführer der Retro Messen GmbH und Mitglied im Parlamentskreis Automobiles Kulturgut, wischt solche Bedenken vom Tisch. Das H-Kennzeichen habe Bestandsschutz „und das wird auch so bleiben“. Der Anteil der Oldtimer am gesamten Fahrzeugbestand sei schließlich verschwindend gering und im Durchschnitt werde jedes Fahrzeug nur 1740 Kilometer pro Jahr bewegt: „Das fällt gar nicht ins Gewicht.“

Die Bandbreite an automobilen Ausstellungsstücken, die bis Sonntag gezeigt und verkauft werden, ist groß. Der Spaß daran ebenfalls. „Den habe ich vor acht Jahren aus einer Scheune gezogen“, sagt Klaus Lobien vom „1. Ford- Capri-Club Remscheid“ und zeigt auf seinen Ford Capri von 1969, der damals ein wild verbastelter „Porno-Umbau mit den Sünden der 80er Jahre“ gewesen sei. Der 57-Jährige machte daraus eine schicke Rennversion in Blau-Gelb und Edelstahl-Auspuff. Warum Capri? „Ich wüsste nicht, was besser ist.“

Das denken hier viele über ihre Oldtimer. Herbert Engel lobt den Leichenwagen von 1973 in den Himmel, den er bis vor Kurzem besaß und nun von einem Händler verkaufen lässt. Es ist ein umgebauter Mercedes „Strich Acht“, der für rund 20 000 Euro angeboten wird – inklusive Sarg. In Sizilien sei er früher im Einsatz gewesen, sagt Engel. So mancher Mafioso habe damit seine letzte Fahrt angetreten: „Das ist ein Original-Gangster-Leichenwagen.“

20 000 Euro – das ist auch der Durchschnittswert eines Oldtimers in Deutschland. Die allgemeine Wertsteigerung historischer Fahrzeuge fiel im vergangenen Jahr mit 1,4 Prozent deutlich geringer aus als im Vorjahr. Der große Hype um den Oldtimer als Geldanlage-Objekt ist offenbar vorbei. Karl-Ulrich Hermann findet das nicht tragisch. Die Messe sei schließlich für Leute gedacht, die emotional mit den Autos verbunden seien, „nicht für Anleger“.

Ein bisschen anders wird dies am Stand des italienischen Händlers „Route da Sogno“ gesehen. Edle Gefährte stehen hier, darunter ein exotischer Lamborghini Espada von 1970 für 180 000 Euro, ein Alfa Romeo GTA für 380 000 Euro oder ein seltener BMW 3.0 CSL von 1974, der wegen seines riesigen Heckflügels auch Batmobil genannt wird (360 000 Euro). Im teureren Segment stiegen die Preise immer noch an, sagt Mitarbeiter Giulio Bignami. Und das habe sehr wohl mit dem Wunsch nach einer guten Geldanlage zu tun.

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