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Auch nach dem Börsengang hält Stadler-Patron Peter Spuhler die Aktienmehrheit

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 19.03.2019 Giorgio V. Müller

Der Bussnanger Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail öffnet sich dem Publikum. Patron Peter Spuhler wird auch nach dem Börsengang grösster Aktionär des Unternehmens bleiben. 2018 ging der Umsatz zurück. Bis 2020 soll er sich indes verdoppeln.

Peter Spuhler ;bringt Stadler Rail in den nächsten Monaten an die Börse. (Bild: Adrian Baer / NZZ) © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung AG Peter Spuhler ;bringt Stadler Rail in den nächsten Monaten an die Börse. (Bild: Adrian Baer / NZZ)

Der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail macht nun Ernst mit dem Börsengang. In einer Medienmitteilung vom Dienstag kündet Patron Peter Spuhler an, die Firma in den nächsten Monaten an die SIX Swiss Exchange zu bringen. Der genaue Zeitpunkt der Publikumsöffnung hänge von den Verhältnissen am Finanzmarkt ab, heisst es. Schon seit Monaten lag ein solcher Schritt in der Luft.

Patron hält Zügel in den Händen

Derzeit befindet sich Stadler Rail im Besitz von Peter Spuhler. Direkt und indirekt hält der ehemalige SVP-Nationalrat 80% des Unternehmens, das er vor 30 Jahren übernommen hat. Rund 10% der Aktien werden von der RAG-Stiftung und den Kadermitarbeitern kontrolliert. Im Rahmen des Börsengangs werden nur Aktien des 60-jährigen Hauptaktionärs bei externen Investoren platziert, weshalb es zu keiner Gewinnverwässerung kommen wird. Peter Spuhler hat das Unternehmen lange als Konzernchef operativ geleitet. Seit gut einem Jahr amtiert er als exekutiver Verwaltungsratspräsident des Unternehmens. Als Konzernchef folgte ihm Anfang 2018 sein bisheriger Stellvertreter Thomas Ahlburg nach.

Rückläufiger Umsatz

Der Börsengang des 1942 gegründeten Unternehmens dient nicht der Mittelaufnahme. Für das Geschäftsjahr 2018 meldete das Unternehmen eine operative Gewinnmarge von 7,5% und einen hohen Auftragsbestand von 13,2 Mrd. Fr. Ein beträchtlicher Teil davon sollte schon bald ausgeführt werden, denn für das Jahr 2020 peilt das Unternehmen einen Umsatz von 4 Mrd. Fr. an. Gegenüber 2018 würde dies eine Verdoppelung bedeuten. Dieses Ziel wurde indes schon vor Jahresfrist genannt. In der Berichtsperiode gingen die Einnahmen um 17% auf 2,0 (i. V. 2,4) Mrd. Fr. zurück. Die erstmals publizierten Eckwerte zur Rentabilität des Unternehmens liegen etwas unter jenen des kanadischen Schienenfahrzeugbauers Bombardier, der in diesem Geschäft auf eine Ebit-Marge von 8,7% kommt. Konzernweit waren es 6,2%. Mit einer positiven Nettoliquidität verfügt Stadler Rail über eine solide Bilanz.

In der Firmengeschichte hat Stadler Rail mehr als 8000 Züge und Lokomotiven verkauft, die in 41 verschiedenen Ländern im Einsatz sind. Vor Monatsfrist meldete das Unternehmen zwei Grossaufträge in Grossbritannien für 36 Trams und 35 Züge, die ab 2023 in Cardiff verkehren sollen. Laut den Angaben des Unternehmens war es bereits der achte Auftrag, den Stadler Rail in Grossbritannien an Land ziehen konnte.

Der nächste Schritt

Laut der Mitteilung ist die Publikumsöffnung ein «natürlicher nächster Schritt in der Entwicklung» des Unternehmens. Er diene vor allem dazu, den Bekanntheitsgrad und das Ansehen von Stadler Rail in den globalen Märkten zu steigern. Nachdem Spuhler vor Jahresfrist ohne Druck die personellen Weichen bei Stadler Rail gestellt hat, wird nun auch operativ für den nächsten Wegabschnitt des Schweizer Erfolgsunternehmens vorgespurt. Trotz dem Gang an die Börse will der Patron den Geist des Familienunternehmens bewahren.

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