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Verwirrung über mögliche neue Lieferengpässe bei AstraZeneca +++ Gamestop-Finanzchef tritt zurück, Unternehmen sucht Nachfolger – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 24.02.2021

Verwirrung über mögliche neue Lieferengpässe bei AstraZeneca

(dpa) Beim Corona-Impfstoffhersteller AstraZeneca drohen womöglich weitere Lieferengpässe. Unternehmensvertreter hätten der Europäischen Union auch für das zweite Quartal mögliche Produktionsausfälle in Europa angezeigt, sagte ein EU-Vertreter am Dienstagabend (23. 2.) der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Doch könnten diese Mengen theoretisch aus anderen Impfstofffabriken des Herstellers wettgemacht werden. Es gebe noch keinen akzeptierten Lieferplan für das Quartal.

AstraZeneca teilte auf dpa-Anfrage am Abend mit, man wolle den Vertrag für das zweite Quartal laut jüngster Prognose erfüllen. Dabei solle etwa die Hälfte der in Aussicht gestellten Dosen aus europäischer Produktion kommen. Den Rest werde das Unternehmen aus anderen Teilen der Welt zur Verfügung stellen. Woher der Impfstoff kommen sollte, ging aus der Mitteilung nicht hervor.

«AstraZeneca arbeitet daran, die Produktivität in seiner europäischen Lieferkette zu erhöhen und weiterhin seine globalen Kapazitäten zu nutzen, um die die Lieferung von 180 Millionen Dosen an die EU im zweiten Quartal zu erreichen», hiess weiter.

Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach der Konzern die Lieferung im zweiten Quartal auf 90 Millionen Dosen halbieren wolle. Dies wollte jedoch auch die Kommission so nicht bestätigen. Offiziell hiess es, die Verhandlungen mit AstraZeneca über den Lieferplan liefen noch. Das Unternehmen sei dabei, den Plan «zu verfeinern und zu konsolidieren, auf Grundlage aller verfügbaren Produktionsstätten in Europa und ausserhalb». Die Kommission erwarte «einen verbesserten Vorschlag für einen Lieferplan».

AstraZeneca hatte bereits Ende Januar überraschend eine drastische Kürzung der Liefermenge an die EU angekündigt: Statt 80 Millionen Dosen wollte das britisch-schwedische Unternehmen wegen Produktionsengpässen in Europa nur 31 Millionen an die EU liefern. Schliesslich sagte die Firma 40 Millionen Dosen für die Zeit bis Ende März zu. Es sei jedoch unklar, ob diese Menge wirklich erreicht werde, hiess es aus EU-Kreisen.

Gamestop-Finanzchef tritt zurück - Unternehmen sucht Nachfolger

(dpa) Der Videospielhändler Gamestop, der im Januar durch extreme Kurskapriolen am Finanzmarkt für Aufsehen sorgte, muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Amtsinhaber Jim Bell werde den Posten am 26. März räumen, teilte das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Gamestop habe mit der Suche nach einem fähigen Nachfolger begonnen, sollte sich nicht rechtzeitig einer finden, so werde zunächst Chefbuchhalterin Diana Jajeh die Aufgaben übernehmen. Einen Grund für Bells Rücktritt nannte das Unternehmen nicht.

Gamestop steckt schon länger in der Krise, doch angetrieben von im Internet organisierten Hobby-Anlegern hatten die Aktien der Firma im vergangenen Monat eine atemberaubende Rally hingelegt. Das wiederum brockte einigen Hedgefonds, die auf einen Kursverfall gewettet hatten, milliardenschwere Verluste ein. Ende Januar hatte die Aktie ein Rekordhoch von über 483 Dollar erreicht, doch der Höhenflug war rasch wieder vorbei - zuletzt lag der Kurs bei knapp 45 Dollar. Der Rücktritt des Finanzchefs sorgte nachbörslich für weitere Verluste.

Aggregate steht kurz vor höherem Gegenoffert für CA Immo: Kreise

(Bloomberg) Die Luxemburger Aggregate Holdings SA plant in Kürze ein höheres Gegengebot für die CA Immobilien Anlagen AG vorzulegen und damit dem Hauptaktionär Starwood Capital in die Parade zu fahren.

Aggregate erwägt rund 36 Euro je Aktie für die hauptsächlich in Deutschland tätige österreichische Büroimmobilienfirma zu bieten, sagten mit der Transaktion vertraute Personen. Das wäre mehr als die 34,44 Euro, die Starwood bietet und auch knapp über dem aktuellen Börsenkurs. CA Immo schlossen am Montag (22. 2.) in Wien bei 35,80 Euro. Das Unternehmen ist damit 3,5 Milliarden Euro schwer.

US-Investor Starwood, CA Immos grösster Aktionär mit einem Anteil von rund 30%, hat am Montag formell sein Angebot an alle anderen Teilhaber gestartet. Bis zum 9. April können diese ihre Aktien und Wandelanleihen andienen. Diese Absicht hatte Starwood bereits im Januar bekundet.

Aggregate hatte sein potenzielles Interesse ebenfalls letzten Monat eingeräumt, nachdem Bloomberg zuerst darüber berichtet hatte. Ein Aggregate-Sprecher verwies auf die damalige Aussage und wollte die Angelegenheit darüber hinaus nicht weiter kommentieren.

Anders als Starwood, das für sämtliche CA-Immo-Aktien bietet, könnte Aggregate ein Angebot vorlegen, das sich nur auf einen Anteil richtet. Das brächte für Aktionäre das Risiko mit sich, dass womöglich nicht alle angedienten Aktien auch tatsächlich von Aggregate übernommen würden.

Aggregate, hinter dem der Investor Günther Walcher steht, hält bereits gut 20% an Adler Group SA, einem Berliner Immobilienunternehmen, das mit dem österreichischen Geschäftsmann Cevdet Caner verbunden ist.

BMW-Chef: Für Tesla wird es schwieriger, Wachstumstempo zu halten

(dpa) BMW-Chef Oliver Zipse geht davon aus, dass die Elektroauto-Offensive der grossen Autobauer dem Vorreiter Tesla Luft aus den Segeln nehmen wird. «Es wird nicht einfach für Tesla sein, das Tempo zu halten, denn der Rest der Industrie bewegt sich schnell vorwärts», sagte Zipse am Montag (22. 2.) auf der Innovationskonferenz DLD All Stars.

Tesla-Chef Elon Musk hatte anders als die etablierten Autohersteller frühzeitig auf Elektroautos gesetzt. Mit dem allgemeinen Schwenk der Branche zur Elektromobilität wurde Tesla an der Börse zur mit Abstand teuersten Autofirma. Aktuell baut Tesla ein Werk bei Berlin für den europäischen Markt.

BMW tritt gegen Tesla unter anderem mit dem neuen Modell iX3 an. «Wir haben die Ambition, die "grünsten" Fahrzeuge in unserer Industrie zu bauen - von den Rohstoffen über Lieferkette und Produktion bis hin zum Recycling», sagte Zipse. So laufe die Batterieproduktion bei Zulieferern komplett mit Ökostrom und die eigene Fertigung arbeite CO2-neutral.

Die vom Medienkonzern Burda veranstaltete DLD-Konferenz (Digital Life Design) will eine Brücke zwischen Technologie, Wirtschaft und Kultur schlagen. Das am Sonntag begonnene dreitägige Online-Event DLD All Stars kommt einer digitalen Version der jährlichen Konferenzen in München nahe.

Kühne + Nagel übernimmt asiatisches Logistikunternehmen Apex

Kühne + Nagel expandiert in der Luftfracht in Asien: Modell eines Airbus A380. Alessandro Della Bella / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Kühne + Nagel expandiert in der Luftfracht in Asien: Modell eines Airbus A380. Alessandro Della Bella / Keystone

tsf. Der Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel übernimmt den asiatischen Luftfrachtdienstleister Apex International Corporation. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, ist dies die grösste Akquisition in der Geschichte von Kühne + Nagel. Sie sei ein wichtiger Schritt in der Umsetzung der strategischen Asien-Ambitionen.

Apex sei einer der führenden Logistikanbieter in Asien, vor allem im transpazifischen und innerasiatischen Raum. Das 2001 in China gegründete Unternehmen habe im Laufe der Jahre in ganz Asien und darüber hinaus expandiert.

Mit rund 1600 Mitarbeitenden erwirtschaftet Apex einen Jahresumsatz von umgerechnet über 2,1 Milliarden Franken. Im Jahr 2020 wickelte das Unternehmen ein Luftfrachtvolumen von rund 750 000 Tonnen und ein Seefrachtvolumen von 190 000 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, Zwanzig-Fuss-Standardcontainer) ab.

Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats von Kühne + Nagel, bezeichnete die Übernahme von Apex als wichtigen Meilenstein in der Strategie mit Fokus auf Asien, eine der am schnellstes wachsenden Regionen der Weltwirtschaft.

Über den Kaufpreis wurde zum jetzigen Zeitpunkt Stillschweigen vereinbart. Er werde aus verfügbaren liquiden Mitteln und, falls erforderlich, aus bestehenden Kreditlinien finanziert, heisst es in der Mitteilung. Ein geringer Anteil der Apex-Aktien verbleibe auch nach dem Closing beim Management von Apex. Die Akquisition steht unter dem Vorbehalt der üblichen vertraglichen Abschlussbedingungen, einschliesslich der Genehmigung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden. Nach Abschluss der Transaktion wird das Unternehmen innerhalb der Kühne+Nagel-Gruppe weiterhin eigenständig agieren.

OECD-Chef ruft zur Unterstützung Afrikas in der Corona-Krise auf

(dpa) Für einen Ausweg aus der Corona-Krise hat der Generalsekretär der Industriestaaten-Organisation OECD zu mehr internationalem Engagement für den afrikanischen Kontinent aufgerufen. «Das Ende der Pandemie und die globale Erholung der Wirtschaft können ein Trugbild werden, wenn sie Afrika nicht mit einschliessen», sagte Angel Gurría beim 20. Afrika-Wirtschaftsforum der Organisation am Montag.

Die Pandemie trifft demnach afrikanische Staaten hart. Prognosen zeigten etwa, dass Rücklagen für das Jahr 2020 um 18 Prozent gesunken seien könnten. Das Bruttoinlandprodukt auf dem Kontinent sei im Schnitt um 3 Prozent geschrumpft, sagte der Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. «Offizielle Entwicklungshilfen von Afrikas Partnern werden nicht genug sein, um diese Rückgänge wettzumachen.»

Gurría schlug vor, Entwicklungshilfe neu zu denken und zusammenzukommen. Er verwies etwa darauf, dass der Covax-Initiative, die ärmeren Ländern Impfstoffe bringen soll, noch immer Geld fehle. Um nationale Ressourcen besser zu nutzen, sollten seiner Ansicht nach zudem das Schuldenmanagement in afrikanischen Ländern gestärkt und illegale Geldflüsse in den Griff bekommen werden.

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern kaum verändert

tsf. In der Gesamtwirtschaft (privater und öffentlicher Sektor) haben Frauen im Jahr 2018 durchschnittlich 19% weniger (arithmetisches Mittel) als ihre männlichen Kollegen (zum Vergleich: 2016: 18,3%; 2014: 18,1%). Wie das Bundesamt für Statistik am Montag mitteilte, sind die Lohnunterschiede teilweise auf strukturelle Faktoren wie das Bildungsniveau, die Anzahl Dienstjahre oder die Ausübung einer Führungsfunktion zurückzuführen. Es lasse sich feststellen, dass die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern deutlicher ausfällt, je höher die Kaderfunktion ist.

Im privaten Sektor belief sich die durchschnittliche Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern auf 19,6% (2016: 19,6%; 2014: 19,5%). Dabei waren grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen festzustellen. Im Gastgewerbe betrugen sie beispielsweise 8,1%, im Detailhandel 17,7%, in der Maschinenindustrie 21,7% und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 33,4%.

Im gesamten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) lag der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 2018 durchschnittlich bei 18,1% (2016: 16,7%; 2014: 16,6%).

Die Lohnpyramide widerspiegle teilweise die Unterschiede bezüglich beruflicher Eingliederung und ausgeübter Tätigkeit zwischen den Frauen und den Männern auf dem Arbeitsmarkt, heisst es weiter in der BfS-Analyse. 2018 waren in der Gesamtwirtschaft 60,9% der Arbeitnehmenden, deren monatlicher Bruttolohn für eine Vollzeitstelle unter 4000 Franken liegt, Frauen (2016: 63,2%). Am oberen Ende der Lohnpyramide waren 81,2% der Arbeitnehmenden mit einem monatlichen Bruttolohn von mehr als 16 000 Franken Männer.

Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern seien teilweise auf strukturelle Faktoren zurückzuführen, die mit persönlichen Merkmalen (Alter, Ausbildung, Dienstjahre), mit den Merkmalen der im Unternehmen besetzten Stelle und mit dem ausgeübten Tätigkeitsbereich zusammenhängen. Der übrige Anteil der Lohnunterschiede bleibe unerklärt.

2018 belief sich der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern laut der BfS-Studie in der Gesamtwirtschaft auf 45,4% (2016: 44,1%; 2014: 42,4%). Im privaten Sektor wuchs er im Jahr 2018 auf 44,3% (2016: 42,9%; 2014: 39,1%). Im öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) entsprach der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern 37,2%, gegenüber 34,8% im Jahr 2016 und 41,7% im Jahr 2014.

Der unerklärte Anteil der Bruttolohndifferenz entsprach 2018 im privaten Sektor durchschnittlich 684 Franken pro Monat, gegenüber 657 Franken im Jahr 2016. Er variiere je nach Wirtschaftszweig stark. Im Gastgewerbe entsprach der unerklärte Anteil beispielsweise im Durchschnitt 196 Franken pro Monat (48,7%). Im Detailhandel waren es monatlich 624 Franken (57,4%), in der Maschinenindustrie 931 Franken (53,5%) und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 1324 Franken (30,8%). Im öffentlichen Sektor belief sich der unerklärte Anteil der Lohndifferenz auf 602 Franken pro Monat.

In der Gesamtwirtschaft lasse sich feststellen, dass der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede in Kleinunternehmen ausgeprägter ist. Er lag 2018 in Unternehmen mit weniger als 20 Arbeitnehmenden bei 57,5%, während es bei den Unternehmen mit mindestens 1000 Arbeitnehmenden 31,5% waren. Mit steigender Hierarchiestufe im Unternehmen werde der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede kleiner. Im oberen Kader belief er sich auf 45,1% und bei den Arbeitnehmenden ohne Führungsfunktion auf 75,9%.

US-Reifenhersteller Goodyear will Konkurrenten Cooper übernehmen

(dpa) Der US-Reifenhersteller Goodyear will sich mit der milliardenschweren Übernahme des Konkurrenten Cooper stärken. Goodyear will den Deal in bar und eigenen Aktien bezahlen und bewertet das Aktienkapital von Cooper insgesamt mit 2,8 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Montag mitteilte. Je Aktie sollen Cooper-Aktionäre 41,75 Dollar Bargeld erhalten, zusätzlich kommen 0,907 Anteile von Goodyear obendrauf. Das entspreche mit dem Schlusskurs vor dem Wochenende einem Wert von 54,46 Dollar je Papier. Am Freitag lag der Cooper-Kurs zum Handelsschluss bei 43,77 Dollar.

Der Verwaltungsrat von Cooper hat der Übernahme den Angaben zufolge zugestimmt. Die Übernahme soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Goodyear hat rund 62 000 Mitarbeiter, Cooper ist mit rund 10 000 Mitarbeitern deutlich kleiner und die Nummer fünf auf dem US-Markt.

China ruft USA zum Ende von Strafzöllen und Sanktionen auf

(dpa) China hat die USA zu einer Neuausrichtung ihrer Politik und einem Ende bestehender Strafzölle und Sanktionen aufgerufen. Peking hoffe, dass die USA «so bald wie möglich» ihre Politik anpassen und «unangemessene Zölle auf chinesische Waren aufgeben» werden, sagte Aussenminister Wang Yi am Montag in einer Rede anlässlich eines Politik-Forums in Peking. Auch chinesische Unternehmen sollten nicht mehr mit einseitigen Sanktionen belegt werden.

«Wir sind bereit für eine offene Kommunikation mit der amerikanischen Seite», sagte Wang Yi. Er forderte Washington aber auch dazu auf, Chinas Kerninteressen zu respektieren und die Kommunistische Partei sowie das politische System Chinas «nicht mehr zu beschmieren».

Nachdem Donald Trump eine harte Linie gegen Peking gefahren hatte, sind die Beziehungen der beiden grössten Volkswirtschaften so schlecht wie nie. Auch der neue Präsident der USA Joe Biden liess in seinen ersten Wochen im Amt zunächst keine Kursänderung erkennen.

Im seinem ersten Telefonat mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor zwei Wochen waren die Gegensätze zwischen den beiden Mächten offen aufeinandergeprallt. Nach Angaben des Weissen Hauses unterstrich Biden in dem Gespräch seine «grundlegenden Sorgen über Pekings zwangsweisen und unfairen wirtschaftlichen Praktiken, die Repression in Hongkong, Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang und zunehmend herausfordernde Aktionen in der Region, einschliesslich gegenüber Taiwan».

Chinas Präsident hielt dagegen. Er warnte vor einer «Konfrontation», «die definitiv katastrophal für beide Länder und die Welt ist».

Studie: Europäer sparen in der Pandemie deutlich mehr

(dpa) In der Corona-Krise haben viele Menschen in Europa laut einer Studie deutlich mehr gespart. Im vergangenen Jahr flossen im Saldo 585 Milliarden Euro neu auf Giro- und Sparkonten in der Eurozone, heisst es in einer Analyse des Hamburger Finanzunternehmens Deposit Solutions. Damit sei das Sparvolumen im Währungsraum um 48 Prozent zum Vorjahr gewachsen (2019: +395 Milliarden Euro). Ein Grossteil der neuen Gelder, rund 150 Milliarden Euro, entfalle auf deutsche Sparer, hiess es. Dabei erzielen sie mit Bankeinlagen wegen der Dauer-Niedrigzinsen kaum noch Rendite.

Hierzulande stieg das Sparvolumen um 37 Prozent zum Vorjahr - stärker als in Italien (32 Prozent), aber weniger als in Frankreich (72) und Spanien (38). In Grossbritannien, was gesondert untersucht wurde, lag das Plus gar bei 170 Prozent. Seit dem zweiten Quartal 2020 seien die Zuflüsse auf Sparkonten grösser gewesen als in den Vorjahren, so die Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Demnach lagen Ende 2020 in der Eurozone rund 8,3 Billionen Euro auf Sparkonten. Analysiert wurden Giro-, Tagesgeld-, Festgeld- und andere Sparkonten.

«Sinkender Konsum und ein anhaltend unsicheres wirtschaftliches Umfeld haben dazu geführt, dass die Menschen mehr Geld auf ihren Konten haben als je zuvor», sagte Tim Sievers, Chef von Deposit Solutions. Die Entwicklung sei in allen Ländern Europas die gleiche. «Spareinlagen nehmen eine immer zentralere Rolle in den Finanzportfolios der Menschen ein.»

In der Eurozone sind 2020 laut Studie die Bankguthaben französischer Sparer mit rund 2200 Euro pro Kopf am stärksten gestiegen, gefolgt von deutschen Sparern mit 1800 Euro. Dahinter lagen italienische und spanische Sparer mit pro Kopf 1300 Euro Zuwachs. Für das Papier hat die Beratungsfirma Barkow Consulting unter anderem Daten der Europäischen Zentralbank und der Bank of England analysiert. In Grossbritannien stiegen die Kontoguthaben um 2500 Euro pro Kopf.

Deposit Solutions vermittelt Gelder von Sparern über Plattformen wie Savedo und Zinspilot an mehr als 150 Partnerbanken. So können Anleger Konditionen etwa für Tages- und Festgeld vieler Institute vergleichen und Erspartes auch leicht in Süd- und Osteuropa anlegen, wo teils höhere Zinsen locken. In Zeiten der Niedrigzinsen ist die Nachfrage gross. Zu den Gesellschaftern von Deposit Solutions zählen unter anderem Paypal-Mitgründer Peter Thiel und die Deutsche Bank.

Dass die Menschen in der Pandemie mehr Geld gespart haben, ist nicht neu. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Sparquote in Deutschland im Corona-Jahr 2020 auf das Rekordhoch von 16,3 Prozent gestiegen nach 10,9 Prozent im Vorjahr. Von 100 Euro verfügbarem Einkommen legten die Haushalte also im Schnitt gut 16 Euro zurück.

Hohe Sparquoten trieben vergangenes Jahr auch das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte auf Rekordhöhe, analysierte die DZ Bank. Aus Sorge vor Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit hielten viele Menschen ihr Geld zusammen. Zudem bremsten die Lockdowns im Handel und der Gastronomie den Konsum. Die DZ Bank sprach von einer «extrem hohen Ersparnis». Auch wenn Aktien in der Pandemie einen Boom erleben: Das meiste Geld landete demnach auf Girokonten - trotz Niedrigzinsen.

Bolsonaro nominiert Ex-General als Chef von Ölriesen Petrobras

(dpa) Nach Kritik an der Preispolitik des Ölkonzerns Petrobras will Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro die Spitze des halbstaatlichen Unternehmens neu besetzen. Er nominierte den ehemaligen General Joaquim Silva e Luna als neuen Chef. Dies geht aus einer Mitteilung des Energieministeriums in Brasília hervor, die Bolsonaro auf Twitter am Freitagabend (Ortszeit) teilte. Silva e Luna soll den Ökonomen Roberto Castello Branco ersetzen, der seit Beginn der Bolsonaro-Regierung Anfang 2019 Chef von Petrobras war. Der Petrobras-Vorstand muss dem Wechsel noch zustimmen.

Bolsonaro versucht mit dem Wechsel, die wegen der jüngsten Erhöhungen der Kraftstoffpreise erbosten Lkw-Fahrer zu besänftigen. Die mächtigen Trucker hatten mit Streik gedroht. Bolsonaro hatte bereits am Donnerstag ein Eingreifen angekündigt. Das liess die Petrobras-Aktien am Freitag um fast 8 Prozent fallen. Silva e Luna wäre der erste Militär auf dem Posten seit dem Jahr 1989. Er ist derzeit noch Generaldirektor von Itaipu Binacional, einem von Brasilien und Paraguay geführten öffentlichen Unternehmen, das das Itaipú-Wasserkraftwerk verwaltet.

Frutiger schliesst Standort Wallisellen und entlässt 55 Angestellte

Das Bauunternehmen Frutiger streicht 55 Stellen. Martin Rüetschi / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Das Bauunternehmen Frutiger streicht 55 Stellen. Martin Rüetschi / Keystone

ful. Das Bauunternehmen Frutiger streicht 55 Jobs. Der Standort Wallisellen (ZH) soll auf Ende Jahr geschlossen werden, berichten Medien in Berufung auf eine interne Mitteilung an die Angestellten, welche die Geschäftsleitung bestätigt habe. Das Unternehmen spürt die Folgen der Corona-Pandemie und rechnet auch für die nächsten Jahre mit einem schlechter werdenden Geschäft in der Region Zürich. Das im 19. Jahrhundert gegründete Bauunternehmen Frutiger beschäftigt in der Schweiz über 2700 Personen an und setzte 2019 über 840 Mio. Fr. um.

Thomas Hasler wird neuer Sika-Chef

Der Bauchemiekonzern Sika hat einen rekordhohen Gewinn erzielt. ; Arnd Wiegmann / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Der Bauchemiekonzern Sika hat einen rekordhohen Gewinn erzielt. ; Arnd Wiegmann / Reuters

gvm. Der Bauchemie- und Klebstoffkonzern Sika hat im vergangenen Jahr den Gewinn weiter gesteigert. Trotz der Corona-Pandemie verdiente das Unternehmen mit 825,1 Mio. Fr. 8,8% mehr als im Vorjahr. Beim Umsatz büsste Sika etwa ein. Die Verkäufe gingen um 2,9% auf 7,88 Mrd. Fr. zurück. In Lokalwährung gemessen lagen sie indessen um 3,4% über dem Vorjahr.

Sowohl beim Betriebsgewinn als auch beim Cashflow verzeichnete der Konzern Rekordwerte. Dies belegt, dass Sika sich auch in einem schwierigen Jahr rasch den Marktgegebenheiten anpassen und kosteneffizient wirtschaften könne, heisst es dazu in der Medienmitteilung vom Freitag. Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet Sika eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 6 bis 8% sowie eine überproportionale Gewinnzunahme. Die Ebit-Marge soll 15% (i. V. 14,4) erreichen, in den Folgejahren sind Werte von 15% bis 18% budgetiert.

Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer höheren Dividende vorgeschlagen. Je Aktie sollen 2.50 (2.30) Fr. bezahlt werden.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, wird Thomas Hasler, derzeit Leiter Global Business und Industry, ab 1. Mai neuer Konzernchef. Er folgt damit auf Paul Schuler, der in den Verwaltungsrat wechselt. Frits van Dijk, seit 2012 im Verwaltungsrat der Sika, tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. Die für den Verwaltungsrat nominierte Esther Berrozpe Galindo habe ihre Kandidatur zurückgezogen, teilt das Unternehmen mit.

Mit der Nomination von Hasler setzt Sika auf Kontinuität. Er arbeitet seit 32 Jahren für Sika und gehört seit 2014 der Konzernleitung an. Hasler begann seine Karriere bei Sika als Forschungschemiker für Industrieklebstoffe. Seit 2018 leitete er die Geschäftseinheit Global Business and Industry. Der stark vom Automobilgeschäft abhängige Bereich verzeichnete als einziger in der Berichtsperiode rückläufige Einnahmen. Mit einem Umsatzrückgang von 11,4% fiel er indes geringer aus, als der Rückgang der weltweiten Autoproduktion, die 2020 um 17% abgenommen hat.

Corona kostet Allianz 1,3 Milliarden Euro

(dpa) Die Allianz hat das Jahr 2020 trotz coronabedingtem Gewinneinbruch besser überstanden als von manchen Börsenfachleuten erwartet. Der Nettogewinn sank um 14 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, wie Europas grösster Versicherungskonzern am Freitag mitteilte. Das Unternehmen bezifferte die «negativen Covid-19-Effekte» im operativen Ergebnis auf 1,3 Milliarden Euro. Der Umsatz des Konzerns sank leicht um 1,3 Prozent auf 140 Milliarden Euro. Manche Analytiker hatten grössere Einbussen erwartet, doch lief insbesondere das vierte Quartal gut für die Allianz.

Gut lief auch die Vermögensverwaltung, das zweite Standbein neben dem eigentlichen Versicherungsgeschäft. Zum Jahresende verwaltete die Allianz insgesamt knapp 2,4 Billionen Euro eigenes und fremdes Gelder, so viel wie nie zuvor. Davon waren 1,7 Billionen Kundengelder, die der Allianz knapp 33 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor anvertraut hatten.

Ziel für 2021 ist ein operatives Ergebnis von 12 Milliarden Euro plusminus einer Milliarde. 2020 waren es 10,8 Milliarden gewesen.

Renault fährt Rekordverlust von acht Milliarden Euro ein

(dpa) Der französische Autobauer Renault hat im vergangenen Jahr vor allem wegen dunkelroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan einen Rekordverlust von 8 Milliarden Euro eingefahren. 2019 hatte es noch einen vergleichsweise kleinen Verlust von 141 Millionen Euro gegeben, wie Renault am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris mitteilte. Der Konzernumsatz sank 2020 um 21,7 Prozent auf 43,47 Milliarden Euro.

Der Hersteller steckt seit längerer Zeit in der Krise und wurde zudem von den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie getroffen. Renault hatte bereits den Abbau von weltweit 15 000 Stellen und Kosteneinsparungen von rund drei Milliarden Euro angekündigt. Der Autobauer habe 4 Milliarden Euro einer staatlich garantierten Kreditlinie von bis zu fünf Milliarden Euro in Anspruch genommen, hiess es aus dem Unternehmen. Renault ist mit 43,4 Prozent an Nissan beteiligt.

Deutsche Bank stutzt die Bonus-Pläne

(Bloomberg) Die Deutsche Bank kann nach Einwänden der Europäischen Zentralbank wohl nur weniger für Boni ausgeben als geplant. Vorstandschef Christian Sewing muss stärker Rücksicht nehmen auf Appelle der Bankenaufsicht, im Pandemie-Jahr Zurückhaltung zu zeigen.

Deutschlands grösste Bank hatte ursprünglich vor, mehr als 2 Milliarden Euro auszuzahlen und damit vor allem die erfolgreichen Handelsetagen zu belohnen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Nach Diskussionen mit der Aufsicht in den letzten Monaten wird es nun ein geringerer Betrag sein, sagten die Personen, die um Anonymität baten. Daraufhin habe die EZB ihre Bedenken fallen gelassen.

Die Deutsche Bank und die EZB lehnten einen Kommentar zu diesem Thema ab. Das Frankfurter Institut hatte versprochen, jene Banker zu honorieren, die 2020 zum ersten Gewinn seit sechs Jahren beigetragen haben. Speziell der Rentenhandel der Bank hatte die Erträge im letzten Quartal um 17% gesteigert, zum zweiten Mal in Folge besser als der Grossteil der Wall Street. Das Geschäft ist für Sewing immer wichtiger, da andere Sparten wegen der Negativzinsen um Erträge kämpfen.

Im Vorjahr zahlte die Deutsche Bank Prämien in Höhe von 1,52 Milliarden Euro, von denen laut Geschäftsbericht 602 Millionen Euro an Angestellte der Investmentbank gingen.

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