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BIZ warnt vor digitalem Zentralbankgeld

Handelszeitung-Logo Handelszeitung 13.03.2018 Redaktion Handelszeitung
BIZ Gebäude in Basel: Das Gebäude der BIZ in Basel: Vor- und Nachteile der Kryptowährungen. © Keystone . Das Gebäude der BIZ in Basel: Vor- und Nachteile der Kryptowährungen.

Die BIZ in Basel rät Währungshütern zur Vorsicht bei Plänen zur Einführung eigener Kryptowährungen. Die Technologie sei aber interessant.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ in Basel warnt in einer neuen Studie vor Digitalgeld als Instrument von Zentralbanken: Haushalte könnten dann im grossen Stil versuchen, Ersparnisse von ihren Konten abzuziehen und als Digitalgeld in Sicherheit zu bringen. Ein solcher digitaler Bankensturm erfolge womöglich mit nie dagewesenen Geschwindigkeit. Ihn aufzuhalten wäre schwierig. Die 1930 gegründete BIZ mit Sitz in Basel gilt als Denkfabrik der weltweiten Notenbanken.

Zu den Risiken zählte die Studie auch, dass von Notenbanken ausgegebene Cyberwährungen in Konkurrenz zu Bankguthaben treten könnten. Kontoabflüsse in Richtung digitales Zentralbankgeld hätten laut BIZ vielleicht zur Folge, dass Geldhäuser ihre Geschäftsmodelle ändern müssten.

Technologie sei spannend

Die Experten wiesen aber auch auf mögliche Vorteile hin: Die Technologie hinter den Cyberwährungen liesse sich womöglich im Zahlungsverkehr sowie bei der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen einsetzen. Allerdings blieben Zweifel, ob diese bereits genügend ausgereift sei.

Das Fazit der BIZ-Experten: Notenbanken sollten in der Frage einer Einführung eigener Cyberwährungen sorgfältig alle Folgen für die Finanzstabilität und die Geldpolitik abwägen. Für den Vizepräsidenten der Schweizerische Nationalbank (SNB), Fritz Zurbrügg, ist die Einführung von digitalem Zentralbankgeld derzeit kein Thema.

Schneeballsystem

Es ist nicht das erste Mal, dass warnenden Worte aus Basel kommen. Bereits im Februar hat der Crash des Bitcoins die BIZ auf den Plan gerufen: Die «Notenbank der Notenbanken» hat die Behörden weltweit aufgerufen, Kryptowährungen wie Bitcoin stärker ins Visier zu nehmen. Sie müssten bereit sein, gegen die rasant steigende Verbreitung von solchen Kryptowährungen tätig zu werden, um Konsumenten und Anleger zu schützen. 

«Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe geworden», sagte BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens damals. Carstens forderte vor rund zwei Monaten die Zentralbanken und Finanzbehörden dazu auf, insbesondere die Verknüpfungen von Kryptowährungen und realen Währungen unter die Lupe zu nehmen. 

(sda/tdr)

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