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P3Wirtschaft aktuell

Hysterie an den Börsen

Handelszeitung-Logo Handelszeitung 11.10.2018 Peter Manhart
Verzweifelter Händler an der Börse in New York: Verzweifelter Händler an der Börse New York. Auch er wird wieder lachen können – falls nicht morgen, dann übermorgen. © 2014 Getty Images Verzweifelter Händler an der Börse New York. Auch er wird wieder lachen können – falls nicht morgen, dann übermorgen.

Querbeet tiefrote Kurstableaus an den Börsen nähren Sorgen bezüglich eines bevorstehenden Bärenmarktes. Weshalb es so nicht kommen muss.

Nasdaq, Dow Jones, Nikkei, Hang Seng, Kospi, sie alle haben in der Nacht auf heute hohe Tagesverluste erlitten. Und bereits beginnen die Medien zu hyperventilieren. «Panik an der Wall Street» titelt der «Blick», aber auch die «NZZ» ist besorgt und schreibt: «Europas Finanzmärkte starten mit zittrigen Beinen und Angstschweiss».

Die Gründe für die Abgaben sind rasch aufgezählt: Angst vor einem schwächer als prognostizierten Wirtschaftswachstum, schneller als erwartet steigende Zinsen und Treasuries, die im Vergleich zu Aktien wieder attraktiv sind.

Nicht übereilt Positionen verkaufen

So ganz neu sind diese Befürchtungen nicht. Weshalb also korrigieren die Märkte jetzt? Ganz ehrlich – ich weiss es nicht. Und ich weiss auch nicht, ob dies erst die Vorboten einer länger anhaltenden Korrektur sind oder sogar der Beginn eines Bärenmarktes.

Was ich allerdings weiss, ist Folgendes: In der Vergangenheit hat es sich nie ausbezahlt in solchen Situationen übereilt Positionen zu verkaufen. Klar, einige Titel werden die erlittenen Verluste längere Zeit nicht wettmachen.

Persönlich würde ich unter den Schweizer Standardwerten auf die Aktien der Grossbanken tippen. Doch diese sind bereits über das gesamte Jahr gesehen Kellerkinder. Noch schlechter ergeht es Adecco. Der Stellenvermittler dürfte die rote Laterne im SMI bis Ende Jahr nicht mehr abgeben.

Sorgt Berichtssaison für Zuversicht?

Bis vor wenigen Quartalen galt am Aktienmarkt die Devise «buy the dip», also so viel wie «Kaufe zu bei Rückschlägen». Dieses Muster konnte zuletzt nicht mehr beobachtet werden. Auf Verluste folgte nicht umgehend eine Gegenbewegung. Das ist auch dieses Mal nicht zu erwarten, ausser vielleicht ein «dead cat bounce».

Blicken wir etwas weiter in die Zukunft, dann dürften die massiven Rückschläge – insbesondere der Börsenlieblinge Amazon, Apple, Alphabet oder Netflix – wieder Käufer anlocken, je nach dem wie die Quartalsresultate und der Ausblick ausfallen. Es ist nämlich nicht so, dass in den USA unmittelbar eine Rezession zu erwarten ist. Und nur das wäre ein triftiger Grund für den Beginn eines Bärenmarktes.

Zudem wird das Fed die Zinsen nun nicht Quartal für Quartal wie ein Uhrwerk um jeweils 25 Basispunkte anheben. Die aktuell sinkenden Rohölpreise wirken auf die Teuerung dämpfend. Von dieser Front droht kein Zinsdruck. Zudem ist der Auftrag an die Notenbanker klar: Der Zustand der Finanzmärkte ist neben der Teuerung und dem Arbeitsmarkt ein Hauptaugenmerk. Vielleicht kommt es im Dezember nicht zu der bereits eingepreisten Zinserhöhung in den USA. Bleibt der Zustand an den Börsen über längere Zeit so fragil wie diese Woche, dürfte Fed-Chef Jerome Powell davor zurückschrecken.

Jetzt kaufen?

Für einmal stimme ich mit Donald Trump überein. Diese Korrektur ist wohl «gesund». Vergessen wir nicht – Haussen sterben in Euphorie. Und euphorisch sind die Märkte bereits längere Zeit nicht mehr. Zuletzt erholten sich viele Titel und kletterten an einer «Wand von Zweifeln» empor. Das kann bis Ende Jahr sehr wohl wieder der Fall sein, zumindest dann, wenn im Handelsstreit zwischen den USA und China leisere Töne angeschlagen werden. Und wenn die Quartalsberichte Zuversicht wecken.

Ob es nun Zeit ist zu kaufen? Unmittelbar wohl nicht, aber risikofähige Anleger sollten sich auf die Lauer legen. Es bleibt dabei: «Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.» Mit Blick auf die Konjunkturprognosen dürften die Aktienbörsen noch mehrere, gute Quartale vor sich haben. 

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