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Schweizer Tourismus steht vor schwieriger Wintersaison +++ Moderna fordert 25 bis 37 Dollar je Coronavirus-Impfdosis – und weitere Wirtschaftsmeldungen

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Schweizer Tourismus steht vor schwieriger Wintersaison

Derzeit liegen die Buchungen für die Sportferien deutlich unter dem Vorjahresstand. ; Denis Balibouse / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Derzeit liegen die Buchungen für die Sportferien deutlich unter dem Vorjahresstand. ; Denis Balibouse / Reuters

(awp/sda) Die Wintersaison steht für die Schweizer Tourismusbranche ganz im Zeichen der Coronapandemie. Die bis dato getätigten Buchungen für die Weihnachts- und Sportferien sind deutlich unter dem Niveau des Vorjahrs.

Per Ende Oktober lag der Buchungsstand für die Weihnachtsferien in den Berggebieten rund 19 Prozent hinter den Werten von 2019 zurück, wie eine am Montag publizierte Umfrage des Branchenverbands «Schweiz Tourismus» zeigt. Für die zeitlich noch etwas weiter entfernten Sportferien trafen gar 28 Prozent weniger Buchungen ein als noch im Vorjahr.

Insbesondere die Nachfrage aus dem europäischen Ausland bleibe in den Berggebieten aufgrund punktueller Reisebeschränkungen und Quarantäne-Bestimmungen gedrückt, schreibt Schweiz Tourismus. Ausserdem lastet der weitgehende Wegfall von Buchungen aus Übersee auf den Zahlen. Es bestehe aber weiterhin die Hoffnung, dass einige Einschränkungen bis Weihnachten aufgehoben werden.

Innerhalb der Branche seien verschiedene Vorkehrungen getroffen worden, um sich der Situation anzupassen, so der Branchenverband. Neben einer Reduktion der Kapazitäten würden auch Storierungsbedingungen gelockert. Bei den Wintersport-Aktivitäten sollen Angebote wie eine webbasierte Gondel-Reservation oder Drive-in-Restaurants auf Skiern die Sicherheit der Gäste erhöhen.

U-Haft für Auto-Manager Carlos Ghosn war ein Verstoss gegen die Menschenrechte

(dpa) Eine Uno-Arbeitsgruppe hat die Untersuchungshaft des früheren Chefs der Automobilgruppe Renault-Nissan-Mitsubishi, Carlos Ghosn, in Japan als «Freiheitsberaubung» bezeichnet. Damit seien mehrere Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verletzt worden, geht aus der am Montag in Genf veröffentlichten Einschätzung der Arbeitsgruppe für willkürliche Verhaftungen hervor.

Ghosn war am 19. November 2018 in Tokio unter anderem wegen Verstosses gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Im April 2019 wurde er unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Ghosn floh dann Ende Dezember unter dubiosen Umständen in einem Privatjet unter anderem über die Türkei nach Beirut. Er soll in einer Kiste versteckt gewesen sein, die am Flughafen als Gepäck für Musikinstrumente deklariert war und nicht durchleuchtet wurde. Der gebürtige Brasilianer hat neben der libanesischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Ghosn hatte die Vorwürfe gegen ihn in Japan mehrmals zurückgewiesen.

Ghosns Team habe unter anderem berichtet, der Manager sei ohne Anwalt verhört und teils in Einzelhaft gehalten worden. Ihm sei Ausgang aus der Zelle zeitweise verwehrt worden, und er sei durch permanente Lichtquellen am Schlaf gehindert worden. Die Regierung Japans wies Vorwürfe in einer Stellungnahme an die Arbeitsgruppe zurück. Ghosn sei im Einklang mit den japanischen Gesetzen behandelt worden, die die Menschenrechte respektierten.

Amerikanische Zulassungsbehörde genehmigt Regenerons Antikörpertherapie für Notfälle

(afp/Reuters/sda) Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat die Antikörpertherapie des Pharmakonzerns Regeneron Pharmaceuticals Inc für Notfälle zugelassen. Der experimentelle Antikörper-Cocktail REGN-COV2 der amerikanischen Firma könne dazu beitragen, einen Spitalaufenthalt von Covid-19-Patienten zu verhindern. Dadurch könne das Gesundheitssystem entlastet werden, erklärte Stephen Hahn von der US-Arzneimittelbehörde FDA am Samstag (Ortszeit). Mit dem Mittel war US-Präsident Donald Trump bei seiner Covid-19-Erkrankung Anfang Oktober behandelt worden. Er sagte, sie habe ihn geheilt. Die Casirivimab und Imdevimab genannten Regeneron-Mittel sollten bei milden bis mittelschweren Covid-19-Erkrankungen eingesetzt werden, bei denen ein hohes Risiko eines schweren Verlaufs bestehe. Vor einigen Tage erhielt Eli Lilly eine Notfallzulassung für ein ähnliches Präparat.

Die Antikörpertherapie des US-Pharmakonzerns Regeneron ist für Notfälle zugelassen worden. ; Brendan McDermid / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Die Antikörpertherapie des US-Pharmakonzerns Regeneron ist für Notfälle zugelassen worden. ; Brendan McDermid / Reuters

Der Wirkstoff von REGN-COV2 ist eine Kombination aus zwei speziell entwickelten Antikörpern, die sich an das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus binden und so dessen Struktur deformieren können. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass das Coronavirus menschliche Zellen angreifen kann. Die Kombination aus zwei verschiedenen Antikörpern soll laut Regeneron verhindern, dass das Erregervirus Sars-CoV-2 mutiert.

Moderna fordert 25 bis 37 Dollar je Coronavirus-Impfdosis

(Reuters) Der Pharmakonzern Moderna will für eine Dosis seines Coronavirus-Impfstoffes von Regierungen zwischen 25 und 37 Dollar verlangen. «Das ist ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt.»

Dies sagte der Konzernchef Stephane Bancel gegenüber der «Welt am Sonntag». «Es geht uns nicht um den maximalen Gewinn», betonte der Manager. Am Montag war aus EU-Kreisen verlautet, man wolle von Moderna künftig Millionen von Dosen für einen Stückpreis von unter 25 Dollar abkaufen.

Credit Agricole will italienische Bank Creval übernehmen

(awp/sda/reu) Die französische Grossbank Credit Agricole will ihre Präsenz im wirtschaftsstarken Norditalien mit der Übernahme der Bank Credito Valtellinese (Creval) stärken. Die Franzosen bieten 737 Millionen Euro, wie Credit Agricole am Montag mitteilte. Durch die Übernahme verdopple das Geldhaus seinen Marktanteil in der Region Lombardei um die italienische Wirtschaftsmetropole Mailand auf sechs von drei Prozent.

Credit Agricole offeriert 10,50 Euro je Creval-Aktie, das entspricht einem Aufschlag von gut 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Die Offerte ist an die Bedingung geknüpft, dass sich die Bank mindestens zwei Drittel der Stimmrechte an Creval sichert. Die Londoner Investmentfirma Algebris habe bereits zugesagt, ihre Creval-Beteiligung von 5,4 Prozent an Credit Agricole zu veräussern, erklärten die Franzosen. Zudem werde die italienische Versicherungstochter Credit Agricole Assurance ihre 9,8-prozentige Beteiligung einbringen.

Credit Agricole hat ihre Präsenz in Italien in den vergangenen Jahren ausgebaut. Zuletzt verhandelten die Franzosen mit der drittgrössten italienischen Bank Banco BPM über eine Fusion, doch seien die Gespräche festgefahren, berichteten Insider. Bei den Credit-Agricole-Aktionären kamen die Pläne zur Übernahme von Creval gut an: Die Aktien legten um drei Prozent zu.

Aryzta zeigt Elliott erneut die kalte Schulter

(awp/sda) Das Gezerre um den kriselnden Backwarenkonzern Aryzta ist um ein Kapitel reicher. Die amerikanische Investmentfirma Elliott hat nach wie vor Interesse am Kauf der Firma, macht aber kein bindendes Angebot. Die Reaktion des Gipfeli-Herstellers fällt kühl aus.

Elliot wäre bereit, für Aryza 0,80 Franken je Aktie zu bieten, wie die Amerikaner am Montag mitteilten. Damit würde der aus dem ehemaligen Gipfeli-Bäcker Hiestand hervorgegangene Konzern mit knapp 800 Millionen Franken bewertet.

Das Angebot ist damit gleich hoch wie einer bereits im September abgegebene erste Offerte; und es ist erneut nicht bindend. Es ist damit also keine konkrete Übernahmeofferte.

Nun wirbt Elliott um die Zustimmung des Aryzta-Verwaltungsrats. Mit dessen Unterstützung könne die Investmentfirma die Finanzierung des Deals sicherstellen und gleichzeitig die hohen Schulden von Aryzta bedienen.

Aryzta hingegen zweifelt die finanziellen Möglichkeiten von Elliott an, wie aus einer Stellungnahme hervorging. Die Offerte sei einerseits nicht-bindend und andererseits an gewisse Bedingungen geknüpft, welche nicht erfüllbar seien, so Aryzta. Es sei nicht sichergestellt, dass Elliott die Übernahme finanzieren könnte.

Nachdem Aryzta im Herbst die Gespräche mit Elliott beendet hatte, ging das Unternehmen selber in die Offensive und heuerte zwei Spezialisten für Firmenverkäufe an. Es sollten «alle Alternativen» geprüft werden.

In Analystenkreisen wird erwartet, dass sich Aryzta vom Geschäft in Nordamerika trennen wird. Dieses ist zuletzt nie richtig auf Touren gekommen und hatte im Frühjahr zu einem hohen Abschreiber und einem Verlust für den Konzern geführt.

Ex-Hiestand-Chef ist neuer starker Mann

Das 2008 aus der Fusion von Hiestand und der irischen IAWS hervorgegangene Unternehmen ist schon länger angeschlagen und die Corona-Pandemie hat die Lage noch deutlich verschärft. Ein wichtiger Teil des Geschäfts stammt aus dem kleinflächigen Detailhandel. Dieser wurde ebenso von Einschränkungen gebremst wie das Geschäft mit Hotels und Restaurants.

Die Turbulenzen von Aryzta haben im Frühjahr Investoren wie die Fonds Veraison und Cobas auf den Plan gerufen. Beide halten je knapp 10 Prozent. Veraison brachte mittlerweile drei eigens portierte Mitglieder in den Verwaltungsrat, darunter den Ex-Hiestand-Chef Urs Jordi. Der neue starke Mann ist seit diesem Datum Präsident der Gruppe und seit dem plötzlichen Abgang von Kevin Toland in der vergangenen Woche auch interimistischer CEO.

Elliott bestätigt Interesse an Aryzta-Übernahme

(awp/sda) Der Backwarenkonzern Aryzta wird erneut von der amerikanischen Investmentfirma Elliott umworben. Elliot bestätigte am Montag entsprechende Presseberichte vom vergangenen Freitag.

Man habe dem Verwaltungsrat von Aryzta ein Angebot zur Übernahme «potenziell aller ausstehenden Aktien» der Aryzta AG unterbreitet, heisst es in einer Mitteilung von Elliot; dies zu einem indikativen Preis von 0,80 Franken je Aktie, was einer Bewertung von Aryzta von insgesamt etwa 794 Millionen Franken entspreche.

Die Investmentfirma Elliott des US-Milliardärs Paul Singer hatte bereits im September «fortgeschrittene» Übernahmeverhandlungen bestätigt. Ende Oktober wurden die Gespräche dann aber vom Verwaltungsrat des kriselnden Backwarenkonzerns abgebrochen, ohne bindendes Angebot. Der Verwaltungsrat wolle «alle strategischen Optionen im besten Interesse des Unternehmens und der Aktionäre vollständig ausloten», hiess es damals seitens Aryzta.

Das Angebot für Aryzta sei nach mehrmonatiger Vorbereitung und mit Unterstützung des Unternehmens und seines Verwaltungsrats «sowohl vor als auch nach der ausserordentlichen Generalversammlung vom 16. September 2020» erfolgt, teilte Elliot am Montag mit.

Weiter bestätigte Elliot, dass die Finanzierung des potenziellen Angebots zur Verfügung stehe und dass sich die Refinanzierungsvereinbarungen für die ausstehenden Schulden von Aryzta in einem weit fortgeschrittenen Stadium befänden. Elliot benötigt nun «die Zustimmung des Verwaltungsrats zum Angebot und die Unterstützung des Unternehmens, um unsere Refinanzierungsvereinbarungen zum Abschluss zu bringen».

Italien erhöht Corona-Finanzhilfen erneut

(sda) Italiens Regierung will die Finanzhilfen für die von den Corona-Sperren besonders betroffenen Firmen etwa in Handel, Kultur und Gastronomie noch einmal aufstocken. Das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte verabschiedete am Freitagabend ein Dekret, das rund zwei Milliarden Euro an Hilfen für den Rest des Jahres 2020 umfasst. In Italien gelten seit Anfang November in sogenannten roten Zonen strenge Ausgangsbeschränkungen. Ausserdem ist dort ein Grossteil der Geschäfte zu. Das neue Notpaket sieht auch Hilfen zur Unterstützung armer Bürger und zum Kauf von Arzneimitteln zur Behandlung von Patienten mit Covid-19 vor.

Die Mitte-links-Regierung hatte in der zweiten Corona-Welle mehrfach ihre Hilfen aufgestockt. Dafür muss das ohnehin hoch verschuldete Land weitere Finanzmittel auftun. Ein Antrag auf eine erhöhte Etatabweichung im Jahr 2020 soll am Mittwoch im Parlament vorgelegt werden, hiess es.

Putin verlängert Lebensmittelembargo gegen EU und weitere Staaten

(dpa) Russland hat sein Embargo auf Lebensmittel aus Deutschland und Dutzenden von weiteren Staaten per Erlass des Kremlchefs Wladimir Putin um ein Jahr bis 31. Dezember 2021 verlängert. Das im August 2014 erstmals verhängte Einfuhrverbot etwa für Milchprodukte, Fleisch, Obst und Gemüse aus der EU war eine Reaktion auf die Sanktionen des Westens gegen Russland im Zuge des Ukraine-Konflikts. Es geht um den Schutz der nationalen Interessen Russlands, wie aus dem am Samstag in Moskau unterschriebenen und veröffentlichten Dekret des Präsidenten hervorgeht.

Das Embargo sollte nicht nur eine Revanche für die Sanktionen des Westens sein. Russland nutzte die Situation vor allem, um seine eigene Produktion – etwa in der Milchwirtschaft – zu erneuern, um weniger von Importen abhängig zu sein. Das Embargo betrifft viele Länder, die «antirussische Sanktionen» verhängt haben, darunter etwa auch die USA, Australien, Kanada und die Ukraine.

Weil auf Umwegen und über den Schmuggel weiter viele per Embargo verbotene Waren wie etwa Käse aus Frankreich und Italien auf den Markt kommen, hat Russland bereits tonnenweise Lebensmittel vernichten lassen. Für Kritik sorgt zudem, dass die Ausschaltung ausländischer Konkurrenz die Preise russischer Lebensmittel für die Verbraucher in dem Riesenreich verteuert haben. Zudem beklagen Kunden bisweilen eine schlechtere Qualität als bei westlichen Lebensmitteln.

Die Politik in Moskau wertet das Embargo dennoch als grossen Erfolg, weil es gelungen sei, die Selbstversorgung in Russland zu verbessern. Auch die Position des Landes etwa als Exporteur von Agrarprodukten gilt als gestärkt. So feierte sich Russland zuletzt auch als weltgrösster Exporteur von Weizen – deutlich vor den USA.

Die Hersteller in der EU haben längst andere Märkte in den USA und in China erschlossen. Der Kremlchef Putin hatte mehrfach gesagt, dass er die Gegensanktionen aufhebe, sobald auch die EU ihre Strafmassnahmen gegen Russland beende. In Sicht ist das aber nicht.

Verluste an US-Börsen – Impfstoffentwickler aber gesucht

Der CEO von Pfizer Pharmaceutical, Albert Bourla, an der Börse in New York. ; John Angelillo / Imago © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Der CEO von Pfizer Pharmaceutical, Albert Bourla, an der Börse in New York. ; John Angelillo / Imago

(dpa) Der Dow Jones Industrial hat am Freitag nachgegeben. Damit setzte der bekannteste amerikanische Aktienindex den Zickzackkurs der vergangenen Tage auf hohem Niveau fort. Auf den Sprung über die runde und noch nie erreichte Marke von 30 000 Punkten warteten die Anleger einmal mehr vergeblich. Im Fokus standen neue, positiv aufgenommene Nachrichten zu den Entwicklern von Corona-Impfstoffen.

Der Dow Jones Industrial weitete im späten Handel seine Verluste aus und büsste am Ende 0,75 Prozent auf 29 263,48 Punkte ein – das Wochenminus fiel fast identisch aus. Der marktbreite S&P 500 sank am Freitag um 0,68 Prozent auf 3557,54 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100, der zeitweise in positivem Terrain notierte, ging es letztlich um 0,66 Prozent auf 11 906,44 Zähler bergab.

Zu Wochenbeginn war der amerikanische Leitindex dank der Hoffnung auf einen weiteren aussichtsreichen Corona-Impfstoff noch auf ein Rekordhoch geklettert. Doch dann hatte angesichts der hohen Infektionszahlen etwas Ernüchterung am Markt eingesetzt.

Derzeit sorgt zudem ein Disput zwischen dem Finanzministerium und der Notenbank Federal Reserve wegen finanzieller Corona-Hilfen für schlechte Stimmung bei den Anlegern. Es geht um Finanzmittel, mit denen die Regierung mehrere Hilfsprogramme der Zentralbank unterlegt hat. Das Ministerium will die finanziellen Mittel zurückholen und einige der Notenbankprogramme auslaufen lassen. Die Notenbank sträubt sich dagegen und plädiert für ein Fortbestehen der Hilfen.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren vor dem Wochenende rar. Die Aktien von Biontech und Pfizer legten um über 9,5 beziehungsweise fast 1,5 Prozent zu. Das Mainzer Unternehmen und der amerikanische Pharmariese haben laut eigenen Angaben bei der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Das bestätigte Pfizer bei Twitter.

Für die Titel des Konkurrenten Moderna, der eine Woche später gute Daten zu seinem Impfstoff bekanntgemacht hatte, ging es um mehr als fünf Prozent hoch. Die EU-Kommissions-Chefin Ursula von der Leyen sagte, dass die Impfstoffe sowohl von Biontech und Pfizer als auch von Moderna in der zweiten Dezemberhälfte eine bedingte Marktzulassung bekommen könnten – wenn alles problemlos weitergehe. Das teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur mit.

Aktien des Softwareunternehmens für Videokonferenzen Zoom Video Communications gewannen angesichts der Corona-Infektionszahlen über 6 Prozent. Damit setzten sie ihre Erholung der vergangenen Tage fort.

Derweil büssten die Anteilscheine von Gilead Sciences knapp 1 Prozent ein. Sie litten unter einem Bericht der Fachzeitschrift «British Medical Journal», wonach die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Einsatz des einst vielversprechenden Gilead-Medikaments Remdesivir bei Covid-19 abrät.

Bei Foot Locker mussten die Aktionäre trotz guten Quartalszahlen einen Kursverlust von nahezu 5 Prozent verkraften. Direkt zum Börsenstart hatten die Titel des Sportartikelherstellers allerdings auch den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. Die letztlich negative Kursreaktion ist nach Einschätzung der Analysten von Berenberg zudem den vorab hohen Erwartungen geschuldet. Zudem könnte das nur niedrige Volumen geplanter Aktienrückkäufe als mangelndes Vertrauen der Führung in das eigene Unternehmen interpretiert werden, hiess es.

Der Euro präsentierte sich recht lethargisch und kostete im New Yorker Handel zuletzt 1,1858 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs für die Gemeinschaftswährung auf 1,1863 (Donnerstag: 1,1832) Dollar festgesetzt und der Dollar hatte damit 0,8430 (0,8452) Euro gekostet. Wenig Bewegung zeigten auch die Kurse von amerikanischen Staatsanleihen: Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) gewann 0,01 Prozent auf 138,52 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe betrug 0,83 Prozent.

«Huffpost» erhält Buzzfeed als neuen Besitzer

(sda/afp) Das US-Medienunternehmen Buzzfeed übernimmt das Nachrichtenportal «Huffpost» vom Konzern Verizon Media. Die beiden Unternehmen gehen eine strategische Partnerschaft bei Online-Inhalten und Werbung ein, wie sie mitteilten.

Verizon erhält zudem eine Minderheitsbeteiligung an Buzzfeed. Der Buzzfeed-Chef Jonah Peretti hatte die «Huffpost», die damals noch «Huffington Post» hiess, zusammen mit Arianna Huffington gegründet. Das Onlineportal gilt - genau wie Buzzfeed - als Pionier im Bereich digitale Medien. In den vergangenen Jahren hatten beide jedoch mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Sein Unternehmen habe sich zu der Übernahme entschlossen, weil es «an die Zukunft der ‹Huffpost› und an ihr Potenzial glaubt, die Medienlandschaft auch in den kommenden Jahren zu bestimmen», erklärte Peretti. Zudem sei das Geschäft wegen «der Marke und der Nutzer» von «Huffpost» attraktiv. Zwischen den Nutzern beider Onlinemedien gebe es «nicht viele Überschneidungen».

Verizon hat sich in den vergangenen Jahren durch die Übernahme etwa von AOL, Techcrunch und Yahoo als wichtige Grösse der Branche etabliert.

Swiss Re sieht sich trotz Corona auf Wachstumskurs

Innenhof des neuen Swiss-Re-Hauptsitzes in Zürich. ; Christian Beutler / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Innenhof des neuen Swiss-Re-Hauptsitzes in Zürich. ; Christian Beutler / Keystone

(awp/sda)

Der Rückversicherer Swiss Re sieht sich trotz der Corona-Pandemie auf Wachstumskurs und ortet bessere Marktbedingungen. Der Konzern bestätigte am Freitag vor dem Investorentag die Finanzziele und Prioritäten im Kapitalmanagement.

Im Fokus stünden eine erstklassige Kapitalausstattung und eine konstante oder höhere Dividende, teilte die Swiss Re vor dem Onlinetreffen mit den Investoren mit. «Wir sind für die Zukunft all unserer Geschäftsbereiche zuversichtlich, denn die zugrunde liegende Ertragskraft der Gruppe entwickelt sich positiv», erklärte der Konzernchef Christian Mumenthaler im Communiqué.

Dank den Rückstellungen gehe man davon aus, dass sich die Pandemie nur auf die Ertragskraft und nicht auf die Kapitalstärke der Gruppe auswirken werde. Die Risikoexponierungen würden sich künftig verringern, sagte Mumenthaler: «Wir fokussieren uns darauf, unsere Finanzziele zu erreichen.»

Die Swiss Re misst ihre Leistung anhand mittelfristiger Ziele, an welchen sie festhält. Sie will über den Versicherungszyklus mit der Eigenkapitalrendite den risikofreien Zinssatz zehnjähriger US-Staatsanleihen um mindestens 700 Basispunkte übertreffen und das ökonomische Eigenkapital je Aktie jährlich um 10 Prozent steigern.

Amazon verschiebt «Black Friday» in Frankreich wegen des Lockdowns

(sda/reu) Wegen des Coronavirus-Lockdowns in Frankreich verschiebt der Online-Händler dort seine «Black Friday»-Rabattaktion. Die eigentlich für Ende kommender Woche geplanten Sonderangebote seien nun für den 4. Dezember vorgesehen. Dies sagte der Amazon-Frankreich-Chef, Frederic Duval, gegenüber dem Fernsehsender TF1 am Donnerstag. Wegen des zweitens Lockdowns haben in Frankreich die meisten Läden bis voraussichtlich mindestens Ende November geschlossen.

Der US-Konzern schliesst sich mit der Verschiebung französischen Einzelhändlern wie Carrefour an. Bei Amazon laufen angesichts der Coronavirus-Einschränkungen im stationären Handel die Geschäfte blendend.

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