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Wirtschaft aktuell

SNB hält Franken nur noch für hoch bewertet

Neue Züricher Zeitung-Logo Neue Züricher Zeitung vor 6 Tagen Peter A. Fischer
© Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) behält ihre expansive Geldpolitik unverändert bei. Sie konzediert, dass sich der Franken im letzten Quartal gegenüber dem Euro abgeschwächt hat und bezeichnet ihn neu statt «deutlich überbewertet» als «hoch bewertet». Die konjunkturelle Lage sieht sie etwas weniger optimistisch.

Es sind angenehme Zeiten für die Schweizerische Nationalbank. Der Franken hat im Schatten des an Stärke zulegenden Euros in den letzten drei Monaten ohne Zutun der SNB deutlich an Wert verloren. Berücksichtigt man die unterschiedliche Preisentwicklung, so waren es in den letzten drei Monaten real rund 5,4% gegenüber den Euro-Ländern, und 3,2% gegenüber den Handelspartnern insgesamt. Damit liegt der  Franken wieder ziemlich genau im langfristigen (Aufwertungs-)Trend (vgl. Grafik). Auch die für den Druck auf den Franken wichtige Zinsdifferenz zehnjähriger Eidgenössischer Bundesobligationen zu deutschen Staatsanleihen hat sich in letzter Zeit stabilisiert.

Dieses expansivere Umfeld ist für die SNB allerdings noch nicht Grund genug, um bereits etwas an ihrer Zinspolitik zu ändern. Sie behält den auf ihren Sichteinlagen erhobenen Zins unverändert bei -0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor ziemlich genau beim selben Wert; zwischen -1,25% und -0,25%. Die Teuerung zieht zwar etwas an, bleibt aber auch so laut ihrer neuesten Inflationsprognose im laufenden und im nächsten Jahr noch deutlich unter 1%.  Was die konjunkturelle Lage betrifft, erwartet die Nationalbank für das laufende Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von rund 1,0%, das ist ein halber Prozentpunkt weniger als vor drei Monaten.

Mit Spannung erwartet worden war vor allem, ob die Währungshüter in ihrem neuesten Communiqué davon abrücken, den Franken als «nach wie vor deutlich überbewertet» zu bezeichnen. Die Frage, wann eine Währung als überbewertet zu gelten hat, ist nicht einfach zu beantworten. Zieht man den langfristig wichtigen Kaufkraftvergleich zu Rate, so ist der Franken zweifellos nach wie vor sehr stark. Dies ist er aber aus strukturellen Gründen seit Jahrzehnten. Die Schweizer Wirtschaft hat sich weitgehend darauf eingestellt. Betrachtet man nur die Leistungsbilanz und die Wirtschaftslage, so kann man denn auch kaum mehr von einem einschneidenden Währungsproblem sprechen.

Die SNB dürfte aber sehr bedacht darauf sein, im Markt keine Erwartungen zu wecken, die dem Franken bereits wieder zu ungewollter neuer Stärke verhelfen. So betont sie in der neuesten Lagebeurteilung denn auch unverändert, dass sie gewillt ist, «bei Bedarf» am Devisenmarkt aktiv zu intervenieren, wobei sie die gesamte Währungssituation berücksichtige. Den Franken bezeichnet sie neu als «weiterhin hoch bewertet» und die Situation am Devisenmarkt als «nach wie vor fragil».

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