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Wirtschaft aktuell

So klein war noch keine

Der Bund-Logo Der Bund vor 4 Tagen Adrian Sulc
So klein war noch keine © (Der Bund) So klein war noch keine

Kommenden Mittwoch wird die neue Zehnernote in den Umlauf gebracht. Sie ist kleiner – und schweizerischer – als alle Banknoten zuvor.

Die Zürcher werden die Ersten sein: Nächsten Mittwoch um 8 Uhr wird der Schalter am Nationalbank-Sitz in Zürich die ersten neuen Zehnernoten wechseln. In Bern geht es eine halbe Stunde später los: Dann öffnet die kleine Genossenschaftsbank EEK ihre Tore. Sie beherbergt den Nationalbank-Schalter, während der Nationalbank-Sitz am Bundesplatz totalsaniert wird.

Im Verlauf des Tages werden auch die Banken und Poststellen über die neue Note verfügen. Da nur wenige Bancomaten Zehnernoten ausgeben, könnte es etwas länger dauern, bis der Durchschnittsschweizer eine druckfrische Note in den Händen hält. In den meisten Fällen wird sie als Wechselgeld im Detailhandel ihren Weg in die Portemonnaies der Nation finden.

Diese Portemonnaies dürfen mit der neuen Banknotenserie etwas kleiner werden: Statt 74 Millimeter sind die neuen Noten nur noch 70 Millimeter breit. Und flächenmässig ist die neue Zehnernote gar die kleinste Schweizer Banknote aller Zeiten – sogar noch etwas kleiner als die 1914 ausgegebene Fünffrankennote. Dafür ist sie mit ihren ausgeklügelten drei Lagen (Baumwolle-Plastik-Baumwolle) deutlich dicker als alle früheren Noten. Die Dreilagigkeit macht sie stabiler und fälschungssicherer.

Und die am Mittwoch präsentierte gelbe Banknote steht den alten Noten auch in Sachen Schweiz-Bezug in nichts nach. Gewiss, auf der Fünffrankennote war Wilhelm Tell zu sehen, auf anderen prangten Hodler-Bilder oder ein grosses Schweizer Kreuz. Doch die Neue steht für Schweizer Tugenden par excellence: Pünktlichkeit, Präzision, Verlässlichkeit.

Das Leitmotiv ist die Zeit, nach dem Wind auf der Fünfzigernote und dem Licht auf der Zwanzigernote. Die Zeit wird auf der Vorderseite zwar durch den Taktstock in den Händen einer Dirigentin symbolisiert. Doch die technischen Aspekte der Zeit überwiegen deutlich: Auf der Rückseite prangt ein mechanisches Uhrwerk – «ein weltweit bekanntes Schweizer Qualitätsprodukt», wie Nationalbank-Vizepräsident Fritz Zurbrügg am Mittwoch sagte.

Darunter ist der Lötschberg-Basistunnel abgebildet, für dessen Funktionieren die zeitliche Präzision zentral ist. Auch der auf allen neuen Noten abgebildete glitzernde Globus widmet sich der Zeit: Bei der Zehnernote sind auf ihm die Zeitzonen eingezeichnet. Und im darunterliegenden silbrigen Mikrotext finden sich die Namen aller Schweizer Eisenbahntunnels und ihre Länge.

75 Millionen Noten schreddern

Nach der Hunderter- und der Zwanzigernote ist die Zehnernote die häufigste: Die Nationalbank muss nun 75 Millionen Stück davon umtauschen, schreddern und verbrennen. Das soll bis 2020 geschehen. Erfahrungswerte der Nationalbank zeigen, dass ein halbes Jahr nach Einführung der neuen Note jeweils die Hälfte der alten Noten umgetauscht ist – bei der anderen Hälfte dauert es dann aber deutlich länger. Ein Ablaufdatum werden die bisherigen Noten voraussichtlich aber nicht haben: Der Bundesrat will die Regel, dass aus dem Verkehr gezogene Banknoten nach 20 Jahren ungültig werden, kippen.

Als Nächstes kommt im Herbst 2018 die Zweihunderternote in den Umlauf, 2019 folgen die Tausender- und die Hunderternote.

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