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Wenn die Kaffeepause zum Brunch wird

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung vor 3 Tagen Rudolf Hermann

Elektroautos gibt es in Norwegen immer mehr, doch die öffentliche Ladeinfrastruktur hält mit dem Boom nicht Schritt. Neben der «Reichweiten-Phobie» werden Fahrer von Elektroautos deshalb auch von anderen Ängsten geplagt. Etwa dass die halbstündige Kaffeepause an der Ladestelle plötzlich ins Uferlose wächst.

Wer zwischendurch aufladen will, um sicherzugehen, dass man nicht irgendwo stehenbleibt, kann da nur hoffen, dass an den dünn gesäten Säulen nicht schon jemand steht oder es gar eine Warteschlange gibt. (Bild: Simon Dawson / Reuters) © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung AG Wer zwischendurch aufladen will, um sicherzugehen, dass man nicht irgendwo stehenbleibt, kann da nur hoffen, dass an den dünn gesäten Säulen nicht schon jemand steht oder es gar eine Warteschlange gibt. (Bild: Simon Dawson / Reuters)

In keinem Land der Welt gibt es pro Kopf der Bevölkerung mehr Elektroautos als in Norwegen. Das ist kein Wunder, denn erstens hat Norwegen mit einem Stromüberschuss aus Wasser- und Windkraft den nötigen Rohstoff für grüne Mobilität, und zweitens werden Elektroautos steuerlich begünstigt. Das zahlt sich vor allem in den Städten aus, wo Fahrer von Elektroautos bei Strassenzöllen und Parkgebühren deutlich weniger bezahlen als jene von «fossilen» Autos.

Wie das norwegische Statistische Amt unlängst mitteilte, ist der Bestand an Elektroautos zwischen 2016 und 2018 von 98 000 auf 195 000 angestiegen. Doch der Ausbau der Lade-Infrastruktur hinkt dieser Zuwachsrate deutlich hinterher, denn die Zahl der Ladestellen erhöhte sich im gleichen Zeitraum bloss um 41%. Entsprechend müssen sich heute im Durchschnitt 18 Autos einen Ladepunkt teilen statt nur 13 wie noch vor drei Jahren. 

Vor allem aber fehlt es laut Autofahrern, die etwa von ausserhalb in den Grossraum Oslo pendeln, auf dem Weg an Schnellladestationen. Solche aber wären nötig, um die «Reichweiten-Angst» von Elektroauto-Besitzern auf dem Land zu mildern. Wer zwischendurch aufladen will, um sicherzugehen, dass man nicht irgendwo stehenbleibt, kann da nur hoffen, dass an den dünn gesäten Säulen nicht schon jemand steht oder es gar eine Warteschlange gibt. Sonst verlängert sich die budgetierte halbstündige Kaffeepause schnell einmal zum anderthalbstündigen Brunch. Wenn einem der Ärger nicht ohnehin schon den Appetit verschlagen hat.

Dass es in der Provinz an Schnellladestationen fehlt, liegt wiederum in den verschlungenen Wegen der Preisgestaltung für Ladestrom begründet. Die Tarife leiten sich nach Erkundungen der norwegischen Sendeanstalt NRK nämlich von der Auslastung einer Station ab. Das bedeutet einerseits, dass an wenig frequentierten Plätzen der Strom teuer und für E-Auto-Fahrer damit unattraktiv ist. Andrerseits sind Ladestationen dort auch für den Betreiber unwirtschaftlich. Nun soll der Staat helfend eingreifen.

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