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Bunter Körperkult: Wie gefährlich sind Tattoos wirklich?

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN vor 4 Tagen Redaktion FIT FOR FUN
© iStockphoto Schon zehn Millionen Menschen sollen hierzulande tätowiert sein, Tendenz weiter steigend. Doch welche Risiken verbergen sich dahinter? Wie sich Tattoos auf deine Gesundheit auswirken, wer sich besser nicht tätowieren lassen sollte und was die Tattoo-Trends 2019 sind, haben wir für dich geklärt.

Mittlerweile tragen Angehörige aller Bevölkerungsschichten Tattoos, wie die Leipziger Forschungsgruppe bei ihrer Umfrage mit 2500 Teilnehmern im Jahr 2016 feststellte.

Schmückten sich früher Prostituierte, Sträflinge oder Seeleute mit ihnen, ist die bemalte Haut längst mitten in der Gesellschaft angekommen.

Besonders beliebt sind Tattoos bei den 25- bis 34-Jährigen: Einer Studie der Universität Leipzig zufolge trägt jeder zweite von ihnen mindestens eins. Ebenso findet jeder zweite, dass Tattoos im Trend liegen.

Trotz des Booms ist das Handwerk des Tätowierens in Deutschland bisher kaum geregelt.

Eine anerkannte Ausbildung existiert nicht, auch bei den verwendeten Instrumenten und Farben fehlen klare Vorgaben. Das könnte Risiken für gesundheitliche Komplikationen bergen.

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Tattoo-Farbe: Autolack unter der Haut?

Tattoo-Tinten sind komplexe chemische Mischungen, die außer Farbpigmenten noch viele andere Bestandteile enthalten:

Bis zu 100 verschiedene Substanzen befinden sich in den Farbflaschen. Was sie genau in der Haut anrichten, weiß niemand.

Seit 2009 gibt es hierzulande zwar eine Tätowiermittelverordnung und eine sogenannte Negativliste, die mehrere Dutzend Inhaltsstoffe in Tattoo-Farben verbietet.

Allerdings wurden diese nie in der Haut getestet, das Verbot geht auf negative Erfahrungen bei Kosmetika, Haarfärbemitteln und Textilfarben auf der Haut zurück.

Pigmente geben der Tinte ihre spezielle Farbe

Wer glaubt, dass sie eigens für Tattoo-Farben hergestellt werden, irrt. Die Pigmente sind auch in Korrosionsmitteln, Autolacken und Kosmetik enthalten.

Rot-blaue Blend-a-med-Streifen, grüner Autolack oder gelbe Tattoo-Farbe – überall ist das Gleiche drin.

Pigmente und andere Inhaltsstoffe sind in gebundener Form harmlos.

UV- oder Laserlicht lässt diese allerdings zerfallen, wodurch sie in die Lymphknoten wandern und sich dort ablagern können. Gelangen sie von da in andere Organe und richten dort Schaden an?

Und was ist mit beigemengten Schwermetallen: Lösen sie sich in der Haut aus den Pigmenten heraus? Oder entstehen sie vielleicht beim Stechen selbst durch den Abrieb der Tattoomaschine?

 

In diesen Fällen wird's gefährlich

Obwohl allein in Deutschland jährlich zwei Millionen Tattoos gestochen werden, sind Berichte über Schäden selten.

Auf Tätowierungen verzichten sollten allerdings Schwangere, Personen mit Herzerkrankungen, Diabetes oder Blutgerinnungsstörungen.

Auch Menschen, deren Immunsystem angegriffen oder unterdrückt ist, aufgrund von Antibiotika oder ähnlicher Mittel, sollten sehr vorsichtig sein!

Farben sind teilweise verunreinigt und enthalten potenziell krebserregende Stoffe, die gesundheitlichen Folgen aber halten sich in Grenzen.

Neben allergischen Reaktionen können durch verunreinigte Farbe Entzündungen, Rötungen und schmerzhafte Schwellungen entstehen, da statt sterilem Wasser das aus der Leitung zum Verdünnen der Farben genutzt wird, der Tätowierer die Haut nicht ausreichend desinfiziert, mit Handschuhen eine Lampe, eine Türklinke oder die eigene Kaffeetasse berührt und dann weiterarbeitet.

In den letzten 30 Jahren wurden allerdings nur 67 Fälle von bakteriellen Infektionen nach dem Tätowieren bekannt.

Gesunde Haut verschließt sich nach dem Tätowieren innerhalb weniger Stunden, sodass keine Bakterien mehr eindringen können.

Gefährlich wird es allerdings, wenn Laien mit Tätowiersets aus dem Internet bestellt werden und die Tätowiernadel mit Bekannten geteilt wird. Hier können Hepatitis B und HIV die Folge sein.

 

Tattoos erschweren auch die Hautkrebsvorsorge

Auf bunter Haut gehen auffällige Leberflecke oder ein bereits entwickelter Hautkrebs unter, sie lassen sich nicht mehr so gut und frühzeitig erkennen.

Tätowierte Haut sollte ganz genau untersucht werden, besonders dann, wenn die Tattoos dunkel und umfangreich sind.

Ob Tattoos auch Hautkrebs begünstigen, ist noch ungeklärt. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Tätowierungen – auch die Häufigkeit von schwarzem Hautkrebs nahm zu.

Zuletzt wurde auch das gehäufte Auftreten maligner Melanome auf Tattoos beschrieben, die bösartigste Form von Hautkrebs.

Die Experten streiten aber darüber, ob beides ursächlich miteinander zusammenhängt.

Mittlerweile gibt es Hoffnung, dass das Rätselraten um die Tinte ein Ende haben könnte: Im vergangenen November trafen sich Politik, Branche und Wissenschaft zum ersten „Tattoo-Gipfel“.

In den kommenden Jahren will man hier Berufszugang, Hygiene, Verbraucherschutz und eben auch die Sicherheit der Farben klären.

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