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Schadstoffe im Wasser? Panikmache beim Trinkwasser: Mit dieser Masche zocken Betrüger Verbraucher ab

stern-Logo stern 21.03.2019 Daniel Bakir

Mit pseudowissenschaftlicher Panikmache versuchen unseriöse Anbieter von Wasserfiltern und Messgeräten, Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Verbraucherzentrale erklärt, wie die Masche funktioniert.

Leitungswasser hat in Deutschland eine sehr gute Qualität © Getty Images/sonsam Leitungswasser hat in Deutschland eine sehr gute Qualität

Trinkwasser ist unser kostbarster Rohstoff. Da kann man doch ein paar Euro ausgeben, um diesen in bester Qualität genießen zu können - oder etwa nicht? Nach dieser Devise haben unseriöse Anbieter von Wasserfiltern offenbar eine lukrative Masche entwickelt. Wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet, schüren Betrüger bei Verbrauchern aggressiv Ängste vor Schadstoffen im Leitungswasser, um ihnen dann überteuerte Geräte zur Trinkwasseraufbereitung anzudrehen.

Die Verkäufer treten an ihre Opfer über Social-Media-Kanäle und den Direktvertrieb heran. So berichtete eine Frau K. den Verbraucherschützern von einem Internet-Vortrag zum Thema Trinkwasser. Dort ging es um die vielen Schadstoffe, die aufgrund von Keimen, Medikamentenrückständen, Pestiziden und Blei im Wasser enthalten seien. Auch ihr lokales Trinkwasser sei belastet, sagte man ihr, weshalb sie dringend ein Filtergerät zum horrenden Preis von 3594 Euro erwerben solle.

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Trinkwasser bietet keinen Grund zur Panik

Mit solchen Infoveranstaltungen würden vor allem bei älteren Menschen mit pseudowissenschaftlichen Argumenten Sorgen um die Gesundheit geschürt und diese "in bester Kaffeefahrtenmanier mit aggressiven Verkaufsmethoden unter Druck" gesetzt, berichtet die Verbraucherzentrale. Dabei sei Trinkwasser das am strengsten kontrollierte Nahrungsmittel in Deutschland, auch das Wasser von Frau K. sei absolut in Ordnung gewesen.

Wer Bedenken hinsichtlich seiner Wasserqualität hat, der kann bei einem Labor eine Wasseranalyse beauftragen. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn Säuglinge im Haushalt leben, die anfälliger für Keime sind. Gibt es doch einmal Probleme mit Trinkwasser, so liegt das laut Verbraucherzentrale meist an veralteten Hausleitungen. Hier helfe ein Austausch der Leitungen und kein Filtersystem.

Auch die Stiftung Warentest hält das Trinkwasser in Deutschland für sicher, der Nutzen von Wasserfiltern im Haushalt dagegen sei gering. Sogar das Gegenteil kann der Fall sein: Ein Labortest der NDR-Verbrauchersendung "Markt" zeigte, die Wasserfilter selbst zur Brutstätte von Keimen mutieren können.

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