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Kaffee wirkt auf das Gehirn wie Cannabis — aber genau umgekehrt

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 19.11.2018 Business Insider Deutschland

Kaffeebohnen: Zwei der ganz Großen in der Kaffee-Branche schließen sich zusammen: Mondelez International und D.E Master Blenders 1753. Foto: Marcus Brandt © Bereitgestellt von dpa-infocom Zwei der ganz Großen in der Kaffee-Branche schließen sich zusammen: Mondelez International und D.E Master Blenders 1753. Foto: Marcus Brandt

Eine neue Studie zum Kaffeekonsum hat aufgedeckt, dass die wohl verbreitetste Freizeitdroge der Welt unseren Stoffwechsel doch sehr viel stärker beeinflusst, als bislang angenommen — und sich ebenso stark auf das Gehirn auswirkt wie Cannabis.

Die Untersuchung wurde an 47 Kaffeetrinkern durchgeführt, die einen Monat lang auf das koffeinhaltige Getränk verzichten mussten. Anschließend durften sie für den darauffolgenden Monat wieder vier Tassen am Tag trinken. Nach dieser Zeit erhöhten die Probanden auf acht Tassen Kaffee am Tag. 

Während der gesamten Testphase nahmen Wissenschaftler Blutproben der Studienteilnehmer und analysierten die Veränderungen ihrer Biochemie, die durch die Aufnahme von Nahrung und Getränken beeinflusst wird. 

Kaffee und Cannabis wirken auf das gleiche System

Das Ergebnis, erschienen im Fachjournal „Journal of Internal Medicine“ zeigte, dass 115 Metaboliten (der Metabolit ist ein Zwischenprodukt in einem meist biochemischen Stoffwechselweg) von dem Kaffeekonsum beeinflusst wurden. Insgesamt 82 dieser Stoffe waren bereits bekannt und konnten mit 33 biochemischen Stoffwechselwegen in Verbindung gebracht werden.

„Es sind völlig neue Stoffwechselwege die zeigen, wie Kaffee sich auf die Gesundheit auswirken könnte“, schreibt die Leiterin der Studie, Marilyn Cornelis, von der Northwestern University Feinberg School of Medicine. „Wir werden nun weiter forschen um herauszufinden, wie diese Veränderungen den Körper beeinflussen“. 

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Acht Tassen Kaffee am Tag zu trinken löst beispielsweise einen Dominoeffekt aus, der die Art von Neurotransmittern verringert, die von Cannabis imitiert werden. Das bedeutet: An den Stellen, an denen Cannabis unser Endocannabinoid-System ansteigen lässt, scheint etwas im Kaffee die Neurotransmitter im System zu reduzieren. 

Unser Körper fährt in stressigen Zeiten die Produktion von Endocannabinoiden herunter, weshalb die Forscher nun herausfinden wollen, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der Wirkung von Kaffee und der Art, wie unser Körper auf Veränderungen reagiert. 

Endocannabinoid-System könnte einen Einfluss auf unser Essverhalten haben

„Der hohe Kaffeekonsum in den zwei Monaten des Experiments könnte ausreichend Stress für den Körper erzeugt haben, dass die Metabolite in diesem System zurückgegangen sind“, schreibt Cornelis. „Es könnte die Anpassung unseres Körpers darauf sein, der damit versucht, den Stresslevel wieder auszugleichen.“

Doch das Endocannabinoid-System ist für mehr als das verantwortlich. Es spielt eine Rolle in unserer Wahrnehmung, unserem Schlaf und unserem Appetit. „Das Endocannabinoid-System könnte einen Einfluss auf unser Essverhalten haben“, so Cornelis, die damit auf die wohlbekannten Heißhungerattacken nach dem Konsum von Cannabis anspielt.

Lest auch: Eine mysteriöse Krankheit befällt Cannabis-Konsumenten

Die Studie reiht sich ein in eine Vielzahl von Untersuchungen zur Wirkung von Kaffee auf den Körper. Einige Studien legen mittlerweile einen positiven Effekt auf das Diabetes-Risiko und auf die Reduzierung von Übergewicht nahe. „Unsere neuen Erkenntnisse stellen einen Zusammenhang zwischen Kaffee und Endocannabinoiden her, der weiter erforscht werden sollte“, schreibt Cornelis.

Daran gemessen, wie beliebt Kaffee auf dem gesamten Planeten ist, erscheint es tatsächlich merkwürdig, dass wir noch immer so wenig über seinen Einfluss auf unsere Gesundheit wissen.

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