Durch Nutzung dieses Diensts und der damit zusammenhängenden Inhalte stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu.
Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Leinöl: Alles, was du über Leinöl wissen musst

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN 19.06.2017 Dörte Wilke
Leinöl © iStockphoto Leinöl

In Leinöl steckt mehr Omega-3 als in Fisch! Was es sonst noch zum Superfood macht, wie du es richtig verwendest und worauf's beim Kauf ankommt!

Rutsch rüber, Olivenöl! Unter den Pflanzenölen mag es das beliebteste sein – was Nährstoffe angeht, kann Leinöl aber locker mithalten:

Hergestellt wird es aus Leinsamen – den reifen Samen von Flachs. Und bitte nicht verwechseln mit Leindotteröl – das stammt aus einer ganz anderen Pflanze. Flachs gehörte zu einer der verbreitetsten Kulturpflanzen, wurde sogar zur Herstellung von Textilien genutzt, dann aber mehr und mehr durch Baumwolle verdrängt. Jetzt entdeckt man diese wertvolle Kulturpflanze nach und nach wieder. Aber welche gesundheitliche Wirkung kann man sich von ihrem Öl, dem „flüssigen Gold“ – so der Spitzname – erhoffen?

Multitalent Leinöl: Das macht es so gesund

  1. Omega-3-Fettsäuren: Leinöl ist besonders reich an Alpha-Linolensäure – es enthält zwischen 45 und 71 Prozent dieser Fettsäure, die vom menschlichen Körper in die gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren umgewandelt werden kann. Diese wirken sich unter anderem positiv auf den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck aus und beugen so Herzkrankheiten vor. Zusätzlich werden das Immunsystem und die Darmflora gestärkt. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge können Omega-3-Fettsäuren auch bei Stimmungsschwankungen und Depressionen helfen. Ein Mangel beeinträchtigt offenbar das Denkvermögen und das Gemüt. Wer sich also auf natürliche Weise aufmuntern möchte, kann mit Leinöl nachhelfen.
  2. Antioxidantien: Neben Omega-3-Fettsäuren finden sich auch sekundäre Pflanzenstoffe in Leinöl wieder. Die sogenannten Polyphenole im Leinöl schützen den Körper vor freien Radikalen und schädlichen Umwelteinflüssen.
  3. Vitaminbombe: Neben Provitamin A sind auch die Vitamine B1, B2 und B6, C, D, E und K in dem goldenen Öl enthalten – diese sind unter anderem unverzichtbar für unser Nervensystem, die Immunabwehr und Blutgerinnung.

Auch für Vegetarier ist Leinöl super:

© Shutterstock

Statt Leinöl galt bisher Seefisch als beste Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Das ist zwar immer noch der Fall, da wir die wertvollen Fettsäuren aus Fisch besonders gut verstoffwechseln können. Doch aufgrund der steigenden Weltbevölkerung könnte Fisch in Zukunft knapp werden – zudem enthalten Fische aus Aquakulturen deutlich weniger Omega-3-Fettsäuren als Fische aus Wildfang. Bei einer Studie der Universität Jena bekammen die Probanden regelmäßig Leinöl und verzichteten auf Fisch. Die Auswertung zeigte, dass auch Leinöl allein den Omega-3-Fettsäuren-Spiegel im Blut steigen lässt. Also ist Leinöl nicht nur für Vegetarier und Veganer der perfekte Lieferant gesunder Fettsäuren.

Verwendung von Leinöl in Müsli &Co.

Das Superöl sollte vorwiegend in der kalten Küche zur Anwendung kommen. Erhitzen sollte man es auf keinen Fall:

Zum Braten und Kochen ist Leinöl ungeeignet, weil sich unter Hitze seine Struktur verändert.

Es verbrennt leicht und kann dann sogar schädlich werden. Dann entstehen nämlich so genannte Transfettsäuren. Der Rauchpunkt von Leinöl liegt bei nur knapp über 100 Grad. Schon bei dieser Temperatur entstehen schädliche Substanzen. Nimm also zum Braten andere gut erhitzbare Öle wie Olivenöl, Sesamöl oder Kokosöl.

Der nussige Geschmack von Leinöl passt besonders gut zu frischen Blattsalaten und Gemüse.

  • Als Dressing kann das Öl einfach mit einem Esslöffel über den Salat gegeben werden. Wem der nussige Geschmack des Öls zu intensiv ist, der kann es auch mit anderen Ölen mischen.
  • Nicht nur zu herzhaften Salaten, sondern auch zu Obstsalaten passt das Öl geschmacklich sehr gut – besonders, wenn frisch gehackte Nüsse enthalten sind.
  • Auch zur Herstellung von Dips oder Pestos eignet sich Leinöl hervorragend.
  • Zum Verfeinern von fertig gekochten Speisen (wie Suppen) kannst du es ebenfalls wunderbar einsetzen – aber auch zu Pellkartoffeln und Quark schmeckt es super.
  • Im Müsli sorgt es einfach für einen leicht nussigen Geschmack: Einfach einen Telöffel Öl zum Müsli mischen.
  • Nicht zu vergessen: Leinöl eignet sich wegen seiner wertvollen Bestandteile auch als Kur! Ideal wären dann zweimal täglich ein Esslöffel Leinöl über etwa einen Monat. Du kannst das Leinöl einfach pur essen oder mischst es deinen Speisen unter.

Leinöl auch gesund fürs Herz – lies hier mehr!

Leinöl kaufen: Das Musst du beachten!

Olivenöl © Fotolia Olivenöl

Hast du auch schon mal ein bitteres Leinöl erwischt? Das ist schade – denn du könntest denken, dass Leinöl immer so schmeckt und in Zukunft die Finger davon lassen. Leider ist ein sehr hoher Prozentsatz des im Handel vertretenen Leinöls bitter – die meisten sind zu lange gelagert (siehe Kasten "Haltbarkeit" weiter unten). In diesem Fall entstehen im Leinöl Peptide, die die Struktur des Öls verändern und den Geschmack verderben. Um in den wirklichen Genuss von Leinöl zu kommen, solltest du folgende Punkte berücksichtigen:

  1. Ein gutes Leinöl muss kalt und frisch gepresst werden.

  2. Ein gutes Leinöl sollte Bioqualität haben.

  3. Ein gutes Leinöl sollte ungefiltert sein.

Im Bioladen kostet eine 100ml Flasche Leinöl um die 4 bis 5 Euro.

Das macht ein gutes Leinöl aus

  • Kaltpressung: Bei der industriellen Ölherstellung werden die Rohstoffe zermahlen und sehr stark erhitzt (fast bis 200 Grad heiß). Außerdem werden sie mit Chemikalien vesetzt, um bestimmte Stoffe zu entfernen und in der Regel gefiltert. Das würde im Falle von Leinöl zur Zerstörung fast aller wertvoller Bestandteile führen. Achte daher darauf, kaltgespresstes Leinöl zu kaufen. Bei einer Pressung unter 40 Grad wird sogar der Rohkostanspruch erfüllt.
  • Frische: Einige Anbieter pressen ihr Öl erst, nachdem du es bei ihnen bestellt hast. Das ist der beste Weg, an super frisches Öl zu bekommen. Solche Öle schmecken auch kein bisschen bitter, sondern angenehm mild bis nussig. Bestellen kannst du bei einigen kleinen, aber feinen Ölmühlen – zum Beispiel bei www.oelfreund.de oder www.keimling.de
  • Bio-Qualität: Es ist wichtig, Bio-Leinöl zu verwenden, da die konventionelle Landwirtschaft in der Regel Pestizide verwendet. Da diese fettlöslich sind, gehen sie bei der Kaltpressung ins Öl über. In der Bio-Landwirtschaft sind Pestizide verboten.
  • Ungefiltert: Beim Filtern werden wertvolle Ölbegleitstoffe aus dem Öl entfernt. Meist nur, damit das Öl klarer aussieht und sich länger hält. Leinöl enthält außer Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen auch noch Lignane. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken immunstärkend und zellschützend. Warum also ein Öl kaufen, aus dem dieser wertvolle Bestandteil herausgefitert wurde?

Leinöl besitzt aufgrund des hohen Omega-3-Fettsäurengehalts nur eine Haltbarkeit von etwa zwei bis drei Monaten ab dem Herstellungsdatum – daher sollte es nach dem Kauf immer schnell verbraucht werden und auch nicht auf Vorrat gekauft werden. Nach dem Öffnen der Flasche ist das Öl ca. drei Wochen haltbar und sollte in dieser Zeit dunkel und kühl aufbewahrt werden. Es empfiehlt sich, das Öl in einer dunklen Flasche im Kühlschrank zu lagern.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von FIT FOR FUN

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon