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Vor dem Schlafen: Meditationsmusik schützt das Herz

NetDoktor.de-LogoNetDoktor.de 14.09.2018 Christiane Fux
© Antonioguillem - Fotolia.com

„Unsere Studie zeigt, dass Yoga-Musik einen günstigen Einfluss auf die Herzfrequenzvariabilität vor dem Schlaf hat“, berichtet Dr. Naresh Sen aus dem indischen Jaipur auf einer Pressekonferenz beim Europäischen Kardiologenkongress. Außerdem fühlten sich die meditativ beschallten Studienteilnehmer weniger ängstlich und empfanden stattdessen verstärkt positive Gefühle. Der Mediziner und seine Kollegen setzen die Musiktherapie schon seit Längerem gezielt in ihrem Krankenhaus ein.

Yogaklänge oder Popmusik?

Die Forscher verglichen in ihrer Studie den Einfluss von Yoga-Musik, Popmusik mit regelmäßigen Beats sowie von keinerlei Musik vor dem Schlafengehen. Bei jeder Sitzung maßen sie die Herzfrequenzvariabilität der Teilnehmer fünf Minuten lang vor dem Beginn der Beschallung beziehungsweise der Stille, zehn Minuten lang während sowie fünf Minuten lang nach Beendigung von Musikbeschallung oder Stille.

Zusätzlich ermittelten die Forscher das Ausmaß der Angst vor und nach der Sitzung mit der Goldberg Anxiety Scale. Mit einem weiteren Test erfassten sie in jeder Sitzung die positiven Gefühle der 149 gesunden Teilnehmer.

Herzfrequenz wird variabler

Fazit: In der Gruppe mit Yoga-Musik verbesserte sich die Herzfrequenzvariabilität. Unter dem Einfluss von Popmusik nahm sie jedoch ab. Stille hatte gar keinen Einfluss auf die Anpassungsfähigkeit des Herzens.

Die Herzfrequenzvariabilität beschreibt die Fähigkeit des Organismus, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Herzen mit hoher Variabilität können sich gut an veränderte Belastungen anpassen. Bei geringer Variabilität steigt das Risiko eines erstmaligen ernsten Herz-Kreislauf-Vorfalls um 32 bis 45 Prozent.

Besser gelaunt, weniger Angst

Auch auf die Gefühle hatte die Musik Einfluss: Yoga-Musik reduzierte Angstempfindungen, Popmusik verstärkte sie. Zudem waren die Teilnehmer mit der Yogamusik positiver gestimmt als jene mit Popmusik.

„Sich Yoga-Musik vor dem Schlafengehen anzuhören, ist eine preiswerte und leicht zugängliche Therapie, die keinerlei Schaden anrichten kann“, sagt Sen. Größere Studien müssten indes die kardiovaskulären Effekte von Musikinterventionen noch genauer untersuchen.

Besser Schlafen mit Meditationsmusik?

Ob Yoga-Musik vor dem Einschlafen auch die Schlafqualität verbessert, haben die Forscher nicht untersucht. Einen Versuch wäre aber auch das Wert. So zeigt eine ebenfalls auf dem Kardiologenkongress vorgestellte Studie, wie sehr das Herz darunter leidet, wenn man zu wenig schläft.

Wer regelmäßig weniger als fünf Stunden Schlaf bekommt, hat demnach ein doppelt so hohes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere gefährliche Herz-Kreislauf-Ereignisse als Personen, die rund acht Stunden pro Nacht schlafen. Auch das Risiko für Übergewicht und Diabestes steigt.

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