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Im Bett mit Lena Hoschek und weitere delikate Fragen

Schaufenster-Logo Schaufenster 13.06.2018 von Anna-Maria Wallner
© Styria Digital One GmbH

Man war dann schneller bei der einen oder anderen delikaten Frage als sonst. Etwa bei der: Wie oft gehört das Bettzeug gewechselt? Designerin Lena Hoschek ließ sich, obwohl umringt von mehreren Dutzend Journalisten, nicht aus der Ruhe bringen und gab ungerührt zu Protokoll: Ihre Putzfrau mache das einmal pro Woche, sie selbst würde es aber davon abhängig machen, „wie oft ich im eigenen Bett geschlafen habe“. Verschwendung muss nicht sein, denn eine wie sie weiß auch: Die Wäsche leidet. Gebügelt gehört sie trotzdem, findet Lena Hoschek.

Die österreichische Designerin stellte am Mittwoch ihre erste eigene Heimtextilienkollektion vor, die sie für das Linzer Familienunternehmen Betten Reiter entworfen hat. Drei Bettwäschesets hat sie entworfen; als Vorlage dienten blumige Stoffdrucke aus dem Jahr 1850, die sie schon vor Jahren auf einem französischen Markt erstanden und nun digitalisiert und farblich verändert hat. Die Sets wurden in Spanien genäht, sind auf 1200 Stück pro Design limitiert, „das sind eigentlich nur 600 Betten“ und mit 104 Euro für einen Polster und eine Decke nicht übertrieben teuer.

Für Lena Hoschek ist diese Kooperation längst nicht die erste. Die gerade 37 Jahre alt gewordene Grazer Designerin schätzt die Zusammenarbeit mit bekannten Firmen und Marken sehr. Weil sie dabei viel lerne, mehr noch aber von deren Netzwerk und Kundenstock profitiere. „Betten Reiter hat viele Kunden, die ich nicht habe und umgekehrt“, sagt sie und betont, dass sie gern „so vielen Menschen wie möglich eine Freude macht“. Kurz gesagt: Sie wollte nie nur abgehobene Couture-Designerin sein und Kleider für Reiche machen. Es freut sie, wenn sich eine Studentin, die ein bisschen gespart hat, einen Rock von ihr leisten kann.

Erst im Sommer ist Hoschek Mutter eines Sohnes geworden und seither reißt es sie noch mehr herum. Für den Opernball hat sie die Fächer als Damenspende entworfen, für Dachstein Bergschuhe, die im August auf den Markt kommen. Sie hat schon Hotelzimmer dekoriert (Hotel Altstadt, Wien) und seit einiger Zeit ist sie selbstbewusst Werbegesicht für die Drogeriekette Bipa und den Online-Marktplatz Willhaben. Wie geht sich das alles neben zwei eigenen Kollektionen pro Jahr aus? „Na, eh nicht“, sagt Hoschek und lacht. Aber jede einzelne Sache mache Spaß, drum sage sie zu. Manches fügt sich jedoch besonders perfekt. Der Auftrag für Willhaben zum Beispiel, wie sie erzählt. „Weil ich Käuferin der ersten Stunde bin.“

Ihr gefällt, dass durch die Webplattform Dinge eine viel längere Lebensdauer bekommen. „Früher hat man die alten Sachen entrümpelt, wenn die Oma gestorben ist, und irgendwelche Geier von Entrümpelungsfirmen haben sich darüber hergemacht und sie auf Flohmärkten verscherbelt.“ Heute könne man gezielt Liebhaber erreichen, egal, ob es sich um Briefmarken oder Vintage-Spielzeug handelt, wo sich Hoschek gerade selbst besonders austobt. Auch ihre eigenen Kleider finden sich auf Willhaben. „Wir haben mit Begeisterung entdeckt, dass meine Kleider, Bänderröcke oder Blusen dort zum Teil mehr kosten als in meinem Outlet. Es ist schön, dass meine Sachen so werthaltig sind. Das macht mich stolz.“

Alle drei Tage Bettzeug wechseln?

Ihre Bettwäsche will sie künftig auch zu Hause aufziehen. Bisher hat sie Wäsche von der Großmutter und eine besondere Garnitur von der Schwäbischen Jungfrau verwendet. Dem Betten-Reiter-Geschäftsführer Peter Hildebrand, der im Vorjahr auf einer Textilmesse mit der Idee an Hoschek herantrat, hat sie aus dem Provence-Muster (blaue Blumen auf weißem Grund) gleich ein Stecktuch und eine Fliege gemacht.

Die Zusammenarbeit hat offenbar gut geklappt. Hoschek wurden sogar Spezialwünsche erfüllt: So gibt es kein Plastik, ihre Wäsche wird in einem eigenen, wieder verwendbaren Stoffsack verkauft. Betten-Reiter-Chef Hildebrand sagt übrigens, Bettwäsche gehört alle drei Tage gewechselt. Was soll ein Bettzeugproduzent sonst sagen?

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