Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Sachsen-Anhalt klagt jetzt auch! Wo gilt noch das Beherbergungsverbot?

TRAVELBOOK-Logo TRAVELBOOK vor 1 Tag TRAVELBOOK

Reisen in Corona-Zeiten sind auch innerhalb Deutschlands kompliziert. In einigen Bundesländern gilt ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Corona-Risikogebieten, jedoch nicht in allen und auch in Sachsen-Anhalt könnte eine Klage die Lage jetzt wieder verändern. Wo welche Regelungen gelten und welche Risikogebiete in Deutschland bislang festgelegt sind: TRAVELBOOK hat den Überblick.

Passanten am Alexanderplatz © Getty Images Passanten am Alexanderplatz

Die Bundesländer hatten Anfang Oktober ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen beschlossen – es folgte jedoch massive Kritik, einige Bundesländer kippten das Verbot bereits. Am 14. Oktober sollte erneut über den Vorschlag diskutiert werden, doch es gab keine Einigung. Fazit: Das Thema wurde auf den 8. November vertagt, bis dahin bleibt der Flickenteppich rund um das Beherbergungsverbot. Der Deutsche Tourismusverband (DRV) äußerte sich enttäuscht: „Es ist ein herber Rückschlag für das Reiseland Deutschland, dass die Beherbergungsverbote in vielen Bundesländern zunächst weiter Bestand haben“, sagte Geschäftsführer Norbert Kunz, wie unter anderem WELT berichtete.

Sachsen-Anhalt könnte das Beherbergungsverbot kippen

Zum Beherbergungsverbot in Deutschland gibt es inzwischen unterschiedliche Urteile. Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht etwa hatte einen Eilantrag gegen das Verbot abgelehnt. Als Grund gab das Gericht die stark gestiegene Zahl von Neuinfektionen an. Würden Menschen aus Corona-Risikogebieten unkontrolliert einreisen, könnte das das öffentliche Gesundheitswesen gefährden. Damit wichen die Verwaltungsrichter von der Auffassung ihrer Kollegen in Niedersachsen und Baden-Württemberg ab. Dort hatten die Gerichte das Beherbergungsverbot für rechtswidrig erklärt. Sachsen und Bayern dagegen haben das umstrittene Verbot von sich aus gekippt. Sachsen-Anhalt wollte bisher daran festhalten, doch nun will ein Ferienwohnungsanbieter Klage einreichen. Das teilte der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dem MDR mit.

Schleswig-Holstein: Das Bundesverfassungsgericht muss sich nun doch mit dem in Schleswig-Holstein geltenden Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten beschäftigen. Am Montag ging ein neuer Eilantrag gegen die umstrittene Verordnung ein, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Wenige Stunden zuvor hatte eine Familie aus Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen ihren am Freitag gestellten Antrag wieder zurückgenommen. „Die Dinge überschlagen sich“, sagte der Sprecher. Wann das Bundesverfassungsgericht über den Antrag entscheiden wird, ist noch offen.

Wo gilt das Beherbergungsverbot und wo nicht?

Das Beherbergungsverbot gilt eigentlich bundesweit – allerdings beteiligten sich neben Rheinland-Pfalz auch Nordrhein-Westfalen, Bremen, Thüringen und Berlin von Beginn an nicht daran. Das Verbot lief am 16. Oktober zudem in Bayern aus, in Hessen am 19. Oktober. Auch Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen haben das Beherbergunsverbot bereits gekippt.

In folgenden Bundesländern sind Übernachtungen in Hotels für Menschen aus Corona-Risikogebieten nur dann möglich, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Saarland. Der Test darf höchstens 48 Stunden alt sein. Die Regelung gilt nicht für Besuche bei Verwandten oder Freunden.

Die genauen Bestimmungen der jeweiligen Bundesländer lesen Sie unten.

Auch interessant: Darf man Familie, Freunde oder Verwandte zu Hause besuchen?

Die Corona-Risikogebiete in Deutschland:

Laut Robert-Koch-Institut gibt es in Deutschland aktuell folgende Risikogebiete, die die kritische Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen überschritten haben:

Baden-Württemberg: Landkreis Alb-Donau, Baden-Baden, Böblingen, Emmendingen, Esslingen, Göppingen, Heilbronn, Ludwigsburg, Mannheim, Schwäbisch Hall, Landkreis Schwarzwald-Baar, Stuttgart, Tübingen, Ulm

Bayern: Augsburg, Landkreis Augsburg, Berchtesgadener Land, Dachau, Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Ingolstadt, Memmingen, Miltenberg, Mühldorf am Inn, München, Neuburg-Schrobenhausen, Neustadt a.d. Waldnaab, Ostallgäu, Landkreis Passau, Rottal-Inn, Regen, Landkreis Rosenheim, Schweinfurt, Landkreis Schweinfurt, Straubing, Rottal-Inn, Tirschenreuth, Weiden i.d. OPf. Weilheim-Schongau

Berlin

Bremen

Saarland: Merzig-Wadern, Neunkirchen, Saarbrücken Regionalverband, St.Wendel

Rheinland Pfalz: Altenkirchen, Birkenfeld, Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis, Mainz, Vulkaneifel, Zweibrücken

Thüringen: Eichsfeld, Sömmerda

Hessen: Bergstraße, Frankfurt am Main, Landkreis Groß-Gerau, Hochtaunuskreis, Kassel, Main-Taunus-Landkreis, Marburg-Biedenkopf, Offenbach am Main, Offenbach, Wiesbaden

Niedersachsen: Landkreis Cloppenburg, Grafschaft Bentheim, Delmenhorst, Emsland, Northeim, Landkreis Osnabrück, Landkreis Vechta

Nordrhein-Westfalen: Bielefeld, Bochum, Bonn, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Düren, Düsseldorf, Ennepe-Ruhr-Kreis, Essen, Gelsenkirchen, Gütersloh, Hagen, Hamm, Herne, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mettmann, Mühlheim an der Ruhr, Olpe, Recklinghausen, Remscheid, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Solingen, Kreis Städteregion Aachen, Unna, Warendorf, Wuppertal

Sachsen: Erzgebirgskreis

 

Die Corona-Bestimmungen der Bundesländer im Überblick

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg richtet sich bei der Ausweisung von inländischen Risikogebieten nach dem Robert Koch-Institut (RKI). Am Donnerstag (15. Oktober) hat laut einem Bericht von BILD ein Gericht das geltende Beherbergungsverbot in Baden-Würrtemberg nach einem Eilantrag außer Kraft gesetzt.

Bayern

Auch Bayern richtet sich bei der Ausweisung von inländischen Risikogebieten nach dem RKI. Das umstrittene Beherbergungsverbot wurde am vergangenen Freitag (16. Oktober) laut BILD jedoch gekippt.

Das bayerische Gesundheitsministerium veröffentlicht regelmäßig eine Liste der Städte und Kreise, für deren Bewohner das Beherbergungsverbot gilt, sofern kein negativer Corona-Test vorgelegt wird, der nicht älter als 48 Stunden ist. Verstöße werden mit 5000 Euro Bußgeld für die Hoteliers belegt.

Berlin

Nachdem die gesamte Stadt die kritische Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neu-Infektionen auf 100.000 Einwohner überschritten hatte, gilt ganz Berlin als Risikogebiet. Das Bundesland richtet sich selbst allerdings gegen ein Übernachtungsverbot von Gästen aus inländischen Risikogebieten. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller sprach sich öffentlich gegen ein solches Verbot aus.

Die vom Senat wegen der Corona-Pandemie beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt hat das Berliner Verwaltungsgericht laut BILD am Freitag (16. Oktober) gekippt. Demnach sei es ab sofort elf Berliner Bars, die zuvor einen Eilantrag gegen die Sperrstunde eingereicht hattenerlaubt, auch nach 23 Uhr geöffnet zu sein.

Brandenburg

Auch in Brandenburg gilt das Beherbergungsverbot nicht mehr, das hat der Oberverwaltungsgericht nach zwei Eilanträgen Berlin-Brandenburg beschlossen. wie die „Tagesschau“ berichtet.

Bremen

In Bremen gilt das allgemeine Corona-Beherbergungsverbot nicht. Auch Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten dürfen hier in Hotels übernachten, wie Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) der Nachrichtensendung „buten un binnen“ mitteilte.

Es gibt außerdem kein Einreiseverbot und keine Quarantänepflicht für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten.

Hamburg

Übernachtungsgäste müssen schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vorangegangenen 14 Tagen nicht in einem inländischen Risikogebiet aufgehalten haben. Gäste aus solchen Gebieten können übernachten, wenn sie ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Bei Verstößen droht Inhabern von Beherbergungsbetrieben ein Bußgeld von 500 bis 1000 Euro.

In Hamburg gilt außerdem eine Sperrstunde von 23 bis 5 Uhr, auch alkoholische Getränke können in diesem Zeitraum nicht verkauft werden.

Hessen

Hessen richtet sich bei der Ausweisung von inländischen Risikogebieten nach dem RKI. Es wird jedoch derzeit keine Quarantäne für Reisende aus inländischen Risikogebieten angeordnet.

Es gibt ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Gebieten, in denen in den letzten sieben Tagen die Inzidenz höher als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner war. Für Menschen, die ein ärztliches Attest vorlegen können, dass keine Anhaltspunkte für eine Corona-Infektion vorliegen, gilt das Beherbergungsverbot nicht.

Mecklenburg-Vorpommern

Ab Mittwoch (21. Oktober) sollen die Auflagen für Reisende aus deutschen Risikogebieten gelockert werden, das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) an, wie die „Tagesschau“ berichtet. In Mecklenburg-Vorpommern müssen Einreisende aus Corona-Risikogebieten bisher noch in Quarantäne. Die Corona-Landesverordnung besagt, dass Touristen aus Risikogebieten hier nur dann einreisen dürfen, „wenn ein ärztliches Zeugnis vorhanden ist, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 vorliegen“. Dieses Attest darf nicht älter als 48 Stunden sein. Dennoch besteht die Verpflichtung, sich unverzüglich für 14 Tage häuslich abzusondern. Ab Mittwoch aber könnte ein negativer Corona-Test reichen, die Quarantänepflicht dürfte aufgehoben werden. Tagestouristen aber dürfen trotzdem nicht nach Mecklenburg-Vorpommern.

Auch interessant: Die 9 schönsten Orte an Mecklenburg-Vorpommerns Küste

Niedersachsen

Die Einreise innerhalb Deutschlands ist nicht beschränkt. Tagestourismus etwa ist auch aus deutschen Risikogebieten möglich. Es gelten auch keine Quarantänevorgaben für deutsche Risikogebiete.

Das generelle Übernachtungsverbot von Gästen aus inländischen Risikogebieten wurde am Donnerstag (15. Oktober) vom niedersächsischen Oberverwaltungsgericht mit sofortiger Wirkung für rechtswidrig erklärt.

Nordrhein-Westfalen

Es gibt vorerst keine Beherbergungsverbote für Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach sich öffentlich gegen eine solche Regelung aus. Dafür sollten Reisende aber die Sperrstunde beachten, die in NRW von 23 bis 6 Uhr gilt.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz hat sich gegen das Beherbergungsverbot ausgesprochen. Personen, die aus einer Risikoregion im Ausland nach Rheinland-Pfalz einreisen, müssen sich nach der Einreise in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben.

Einreisende aus inländischen Risikogebieten könnten die Quarantäne mit einem negativen Test und einem ärztlichen Attest verkürzen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Infektion vorliegen.

Saarland

Im Saarland gilt seit Ende Juni ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten.

Ein Beherbergungsverbot gilt nicht für Gäste, die einen ärztlich attestierten, negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als zwei Tage ist.

 

Sachsen

Sachsen richtet sich bei der Ausweisung von inländischen Risikogebieten nach dem RKI. Es wird jedoch derzeit keine Quarantäne für Reisende aus inländischen Risikogebieten angeordnet. Ab Samstag, 17. Oktober, gilt das Beherbergungsverbot hier nicht mehr.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt richtet sich bei der Ausweisung von inländischen Risikogebieten nach dem RKI. Es wird jedoch derzeit keine Quarantäne für Reisende aus inländischen Risikogebieten angeordnet. Menschen, die in deutschen Risikogebieten wohnen oder von dort nach Sachsen-Anhalt reisen, dürfen nicht in Hotels, Ferienwohnungen und anderen kommerziellen Unterkünften übernachten. Nun aber hat ein Anbieter für Ferienwohnungen Klage eingereicht, die Lage könnte sich also jederzeit ändern.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein besteht ein Beherbergungsverbot für Hotels, Ferienwohnungen und ähnliche gewerbliche Betriebe. Es gibt allerdings die Möglichkeit, einen negativen Corona-Test vorzulegen, der höchstens 48 Stunden alt ist.

Ab Freitag, dem 9. Oktober, reicht es, bei Ankunft in einem Hotel einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorzulegen. Ausnahmen: Familienbesuche oder Pendelverkehre zu beruflichen Zwecken. Auch bei Reisen in innerdeutsche Corona-Risikogebiete ist nach der Rückkehr kein Corona-Test erforderlich.

Aktuell befasst sich das Bundesverfassungsgericht mit der Fragestellung, ob das Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein bestehen darf.

Auch interessant: Die schönsten Orte für einen Urlaub an der Ostsee

Thüringen

In Thüringen gelten derzeit keinerlei Einschränkungen für innerdeutsche Reisende.

Was gilt für mich, wenn ich in einem Risikogebiet arbeite?

In Schleswig-Holstein gibt es von der Quarantänepflicht zahlreiche Ausnahmen für Berufstätige. Unter anderem gelten Ausnahmen für Personen, die Waren und Güter transportieren. Auch Bus-, Bahn-, Schiffs- und Flugzeugpersonal aus Risikogebieten muss nicht in Quarantäne. In Mecklenburg-Vorpommern sind Arbeitspendler oder Dienstreisende von den Restriktionen ausgenommen. Und in Rheinland-Pfalz muss unter anderem nicht in Quarantäne, wer täglich oder für bis zu fünf Tage aus beruflichen Gründen ins Land einreist.

| Anzeige
| Anzeige

mehr von travelbook.de

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon