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Militär übernimmt in Zimbabwe zeitweise die Kontrolle

Basler Zeitung-Logo Basler Zeitung vor 3 Tagen
Explosionen und Schüsse bei Mugabes Haus © (chk/sda) Explosionen und Schüsse bei Mugabes Haus

In der Hauptstadt Zimbabwes hat es mehrere Explosionen und Schüsse in der Nähe der Präsidentenresidenz gegeben. Robert Mugabe und seiner Familie gehe es gut.

Das Militär in Zimbabwe hat zeitweise die Kontrolle über den Staat übernommen. Es gehe darum, eine «sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche» Krise zu überwinden, erklärte Generalmajor Sibusiso Moyo am Mittwoch in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen ZBC.

Es handle sich jedoch nicht um einen Militärputsch, betonte er. Es gehe darum, Verbrecher zur Strecke zu bringen. Präsident Robert Mugabe (93) und seine Familie seien in Sicherheit. Sobald sich die Situation wieder normalisiert habe, solle zur normalen Regierung zurückgekehrt werden. Er forderte alle Sicherheitskräfte auf, mit dem Militär zu kooperieren.

In der Hauptstadt Zimbabwes, Harare, hat es laut Medienberichten drei laute Explosionen gegeben. Angesichts einer ungewöhnlichen Militärpräsenz gibt es in dem Land seit Dienstag Gerüchte über einen möglichen Militärputsch. Am Mittwochmorgen berichteten der französische Auslandsradiosender RFI und der US-Sender Voice of America unter Berufung auf Anwohner von den Explosionen.

In der Nähe des Wohnsitzes von Simbabwes Präsident Robert Mugabe sind nach Angaben eines Augenzeugen Schüsse gefallen. «Aus Richtung seines Hauses haben wir rund 30 oder 40 Schüsse gehört, die kurz nach 2.00 Uhr morgens innerhalb von drei oder vier Minuten abgegeben wurden», sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Mittwoch.

In Zimbabwes Hauptstadt Harare kam es am Dienstag zu einer ungewöhnlich grossen Militärpräsenz. Bislang unbestätigten Befürchtungen zufolge soll das Militär Langzeitpräsident Robert Mugabe (93) absetzen wollen. Der Oberkommandeur der Streitkräfte, General Constantino Chiwenga, hatte Mugabes Regierung am Montag öffentlich scharf kritisiert.

Die Botschaft der Vereinigten Staaten hat ihre Staatsbürger in Zimbabwe angesichts der Putschberichte zu grosser Vorsicht aufgerufen.

Die US-Botschaft werde am Mittwoch geschlossen bleiben, das Personal sei aus Sicherheitsgründen aufgefordert worden, zuhause zu bleiben, erklärte die diplomatische Vertretung. Die britische Regierung rief angesichts von Berichten über Militärfahrzeuge ausserhalb von Harare zur Wachsamkeit auf.

Kritik an Mugabe

Mugabe hatte vergangene Woche seinen langjährigen Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa gefeuert, einen Verbündeten von Armeechef Chiwenga. Die beiden gelten als Kritiker von First Lady Grace Mugabe, die ihrem Mann nachzufolgen hofft. Chiwenga hatte Mugabe deswegen kritisiert und ihn dazu aufgefordert, keine weiteren erfahrenen Parteimitglieder mehr abzusetzen.

Mnangagwa war mehrmals mit der 52-jährigen Präsidentengattin Grace Mugabe aneinander geraten, die mit ihm um die Nachfolge des 92-jährigen Präsidenten wettgeeifert haben soll. Die Amtsenthebung von Vizepräsident Emmerson Mnangagwa war das jüngste Anzeichen der zunehmenden politischen Instabilität in Zimbabwe.

Präsident bis zum Tod

Präsident Mugabe ist Afrikas ältester Staatschef und regiert Zimbabwe seit 37 Jahren mit harter Hand. Trotz seines hohen Alters weigerte er sich bisher, einen Nachfolger zu benennen.

Bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr will er erneut antreten. Allgemein wird damit gerechnet, dass sein Amt erst mit seinem Tod frei wird.

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