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Neuste Posse um Rechtsextremen-Schiff: C-Star mittellos in Barcelona gestrandet

watson.ch-Logo watson.ch 06.10.2017 William Stern
Von der rechtsextremen identitären Bewegung gechartertes Schiff C-Star. © DPA dpa Von der rechtsextremen identitären Bewegung gechartertes Schiff C-Star.

Kein Geld und gesundheitlich angegriffen: So wurde die Crew der «C-Star» im Hafen von Barcelona aufgelesen. Die Aktivisten der «Identitären Bewegung», die das Schiff gechartert hatten, waren bereits von Bord gegangen.

Die Rechtsextremen waren nicht mehr an Bord – dafür eine mittellose Crew aus Sri Lanka: Die katalanischen Behörden haben dem von Mitgliedern der «Identitären Bewegung» gecharterten Schiff «C-Star» erlaubt, in Barcelona anzulegen. Das berichtet die «Tageszeitung» («taz»). Demnach meldete das Rote Kreuz, dass sich die Crew des Schiffes in einem schlimmen gesundheitlichen Zustand befinde.

Laut dem Roten Kreuz wurde die Crew nicht bezahlt und hatte kein Geld, um Treibstoff, Essen oder Wasser zu kaufen, berichtet die «taz» weiter. Aus humanitären Gründen hätten sie deshalb anlegen dürfen. Seitdem würden sie versorgt. Die Schiffsmitarbeiter seien erschöpft und wollten nach Hause.

Hinter der Aktion «Defend Europe», für die das Schiff gechartert worden war, standen deutsche, französische und italienische Mitglieder der «Identitären Bewegung», die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Sie wollten Menschen davon abhalten, über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten. Hilfsorganisationen hatten die Aktion der Gruppe scharf kritisiert.

Die Aktivisten hatten unter anderem gedroht, Flüchtlingsboote in Seenot zurück nach Libyen zu bringen. Dazu kam es jedoch nicht. Stattdessen machte die Aktion unter anderem Schlagzeilen damit, dass einige Crewmitglieder auf Zypern Asyl beantragten. Ausserdem hatte das Schiff technische Probleme. Insgesamt dauerte der Einsatz nur knapp eine Woche. Trotzdem sprachen die Rechtsextremen hinterher von einem «uneingeschränkten Erfolg».

Martin Sellner, Mitglied der «Identitären Bewegung» und an der Aktion beteiligt, verteidigte sich auf Twitter. «Wir haben sie [die Crew, d. Red.] nicht im Stich gelassen. Wir haben nach Ende unserer bezahlten Charter das Schiff verlassen», schrieb er. Ausserdem warf er ihnen indirekt Sabotage vor und behauptet, täglich mit ihnen in Kontakt zu stehen.

Ob sie die Crew wirklich nicht bezahlt haben, oder ob das Geld nicht weitergeleitet wurde, ist nicht klar.

vks/spiegel online

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