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Sprayer erhalten 6,7 Millionen Entschädigung

20 Minuten-Logo 20 Minuten 13.02.2018
FILE - In this Wednesday, Jan. 26, 2011, file photo, a man, who did not wish to be identified, shovels snow to clear a driveway near 5pointz, a graffiti art gallery, in New York. A federal judge has denied an effort by graffiti artists to stop the demolition of the Queens building known as the city's mecca for aerosol-produced art. (AP Photo/Frank Franklin II, File) © Frank Franklin ii FILE - In this Wednesday, Jan. 26, 2011, file photo, a man, who did not wish to be identified, shovels snow to clear a driveway near 5pointz, a graffiti art gallery, in New York. A federal judge has denied an effort by graffiti artists to stop the demolition of the Queens building known as the city's mecca for aerosol-produced art. (AP Photo/Frank Franklin II, File)

Der 5Pointz-Komplex in Long Island City im New Yorker Stadtteil Queens wurde berühmt wegen seiner zahlreichen Graffitis. Er war die Heimat von etwa 200 Künstlern, die dort ihre Studios mieteten. In New York und darüber hinaus galt der Komplex als inoffizielles Graffiti-Museum.

2013 beschloss der Besitzer, der Immobilienmann Jerry Wolkoff, den Komplex abzureissen und Eigentumswohnungen zu errichten.

Das passierte auch, trotz zahlreicher Proteste gegen das Projekt. 21 Graffiti-Sprayer entschlossen sich daraufhin, vor Gericht zu ziehen, da ihre Arbeit zerstört worden war.

Besitzer: Kann mit Immobilie machen, was ich will

Der Prozess vor einer Jury begann letztes Jahr und endete mit einem spektakulären Urteil: Die Geschworenen sprachen den 21 Sprayern eine hohe Entschädigung aus: 6,7 Millionen Dollar!

Obwohl Besitzer Wolkoff argumentierte, dass er mit seiner Immobilie machen könne, was er wolle, befanden die Geschworenen, dass er den sogenannten «Visual Artists Rights Act» (VARA) verletzt habe, als er die Graffitis zerstörte.

«Im Geist von 5Pointz»

Die VARA-Vorschrift dient dazu, «anerkannte» öffentliche Kunst zu schützen, auch auf Privatgebäuden. Richter Frederic Block schloss sich dem Urteil der Jury an und stimmte zu, dass den Graffiti-Künstlern die höchste Entschädigungssumme ausbezahlt werden soll.

Ihm zufolge hatten sicher 45 der zahlreichen Wandgemälde einen künstlerischen Wert und hätten es deswegen verdient, geschützt zu werden.

Klar, dass die Sprayer und mit ihnen die New Yorker Kunstwelt jubelten. Bei diesem Prozess seien zwei Welten aufeinandergeprallt, so ein Anwalt der Graffiti-Artisten zur «New York Times». Für einmal habe die Kunst die Nase vor dem Immobiliengeschäft gehabt.

Das Urteil, das Sprayer und ihre Kunst erstmals unter den Schutz von VARA stellte, sei ein Sieg nicht nur für die 21 Five-Points-Sprayer, sondern für Künstler im ganzen Land. «Mit diesem Sieg wird der Geist von 5Pointz zum Erbe für die kommenden Künstlergenerationen.»

(gux)

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