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Tatverdächtiger bestreitet Beteiligung im Fall Chemnitz

BZ Berner Zeitung-Logo BZ Berner Zeitung 14.09.2018
Tatverdächtiger bestreitet Beteiligung im Fall Chemnitz © (sep/AFP) Tatverdächtiger bestreitet Beteiligung im Fall Chemnitz

Einer der inhaftierten Verdächtigen hat ausgesagt, er sei bei der Tat mehrere Meter abseits gestanden. Ein Augenzeuge bestätigt dies.

Im Fall der beiden wegen des Tötungsdelikts in Chemnitz inhaftierten Verdächtigen haben deren Anwälte eine Haftprüfung beantragt. Die Haftprüfungsanträge wurden der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht Chemnitz zugeleitet und werden geprüft, wie eine Sprecherin der Chemnitzer Staatsanwaltschaft am Freitag sagte. Die Haftprüfungstermine sind demnach für kommende Woche geplant. Zu den Hintergründen machte die Justizsprecherin keine Angaben.

Zuvor hatte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, dass einer der beiden in Untersuchungshaft sitzenden Tatverdächtigen eine Tatbeteiligung bestreitet. Nach Informationen des Senders gab der verdächtige Yousif A. in seiner Aussage an, er sei an der Auseinandersetzung in Chemnitz, bei welcher der 35-jährige Daniel H. vor knapp drei Wochen getötet worden war, nicht beteiligt gewesen. Er habe mehrere Meter abseits gestanden.

Haftbefehl sei «rechtswidrig»

Ein Zeuge, der das Tatgeschehen unmittelbar beobachtet und seine Aussage bei der Polizei zu Protokoll gegeben habe, bestätigte dies dem NDR gegenüber. Der Anwalt des Verdächtigen, der Strafverteidiger Ulrich Dost-Roxin, bezeichnete den Haftbefehl gegen seinen Mandanten als «rechtswidrig». Er sehe keinen Tatverdacht gegen seinen Mandanten, erklärte Dost-Roxin am Donnerstag in einer Pressemitteilung. «Keines der Beweismittel belastet meinen Mandanten.»

Daniel H. war Ende August in Chemnitz einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen. Bei den beiden in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen handelt es sich um zwei aus Syrien und dem Irak stammende Männer. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird international gefahndet. Bislang gebe es keine Hinweise, wo sich der Mann aufhalten könnte, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das Tötungsdelikt hatte zahlreiche Demonstrationen auch rechter Gruppen in Chemnitz nach sich gezogen, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten. Für Freitagabend rief die rechtspopulistische Bürgerbewegung Pro Chemnitz erneut zu einer Kundgebung in der Innenstadt auf.

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