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Es muss nicht immer Google sein: Bei den Karten für selbstfahrende Autos gibt es ernstzunehmende Konkurrenz

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung vor 3 Tagen Martin Kölling, Tokio

Vollautonomes Fahren ist nicht möglich ohne hochpräzise Kartentechnologie. Jetzt bringt sich die südkoreanische SK Telecom durch eine Kooperation mit Uber in Stellung – und verhehlt die globalen Ambitionen nicht.

Mit dem neuen Uber-Deal hält sich der Mobilfunkkonzern nun die Tür zu einem weiteren Auslandsmarkt offen. Kim Hong-Ji / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Mit dem neuen Uber-Deal hält sich der Mobilfunkkonzern nun die Tür zu einem weiteren Auslandsmarkt offen. Kim Hong-Ji / Reuters

Bei Karten für Handys ist Google in vielen Industrieländern fast schon ein Monopolist. Doch bei hochpräzisen Strassenkarten und Mobilitätsdiensten für autonome Autos verschärft sich der globale Wettbewerb um die Kontrolle der Autodaten. Nach japanischen und europäischen Unternehmen unterstreicht nun auch Südkoreas grösster Mobilnetzkonzern SK Telecom seine Ambitionen in dem wachsenden Markt.

Am Freitag kündigte der Konzern an, seine bisherigen Aktivitäten in die Tochtergesellschaft T Map Mobility auszugliedern, um besser Partner für Wachstum zu finden. Mit Kartendiensten, Mobilitätsplattformen, Zahldiensten und anderen Geschäften rund um den Personentransport soll T Map Mobility seinen Marktwert in vier Jahren auf mehr als 4 Mrd. $ vervierfachen.

Zum Start sichern sich die Koreaner gleich einen globalen Partner: Das neue Unternehmen wird ein Joint Venture mit dem kalifornischen Mobilitätsdienst Uber gründen. Das gemeinsame Projekt beschränkt sich zwar zuerst auf Korea. Gemeinsam wollen die Partner einen Autorufdienst einrichten, der superschnelle 5G-Datennetze mit Karten- und Rufdiensten kombiniert. Aber die Koreaner haben schon klargemacht, dass sie globale Pläne hegen.

2019 vereinbarte SK Telecom bereits mit dem südostasiatischen Uber-Rivalen Grab, dass dessen Autos mit dem koreanischen T-Map-System navigieren. Hochpräzise Strassenkarten, mit denen Autos auf den Zentimeter genau wissen, wo sie fahren, sind eine Voraussetzung für vollautonomes Fahren. Mit dem neuen Uber-Deal hält sich der Mobilfunkkonzern nun die Tür zu einem weiteren Auslandsmarkt offen.

Allerdings trifft er auf harte Konkurrenz, vor allem aus Japan. Die Dynamic Map Platform (DMP), ein Bund japanischer Auto-, Technik- und Kartenkonzerne, hat bereits die US-Firma Ushr erworben. Darüber hinaus wirbt der Verwaltungsratschef des DMP-Grossaktionärs Mitsubishi Electric, Masaki Sakuyama, im Gespräch mit der NZZ dafür, dass die Japaner und die Europäer einen gemeinsamen Standard für hochauflösende Strassenkarten entwickeln. Bei den Autos der Zukunft gerät Googles Kartenmacht damit in Gefahr.

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