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Für Sie degustiert: Spanien total!: Atemberaubende Magnum-Vertikale von Vega Sicilia

Blick-Logo Blick 22.09.2022 Alain Kunz

Vega Sicilia ist Kult! Zum 40-Jahr-Jubiläum der Besitzerfamilie Alvarez gabs in Girona eine unglaubliche Magnum-Vertikale von 40 Jahrgängen. Blick-Weinredaktor Alain Kunz war dabei. Und er verrät sein persönliches Best of Spain.

Atemberaubende Magnum-Vertikale von Vega Sicilia © ALAIN KUNZ Atemberaubende Magnum-Vertikale von Vega Sicilia

Es gibt Weinanlässe, die sind einfach ein bisschen spezieller als andere. Derjenige hier ist ein solcher: Da gehts um Vega Sicilia, die prestigeträchtigste Marke Spaniens. Und um das El Celler de Can Roca in Girona, das 2013 und 2015 zum besten Restaurant der Welt erkoren wurde und heute Ikonenstatus geniesst.

Also, es ergab sich, dass … Pablo Alvarez und seine Familie die Weinwelt nach Katalonien einlud, um mit ihr das 40-Jahr-Jubiläum zu feiern. Denn vor 40 Jahren kaufte David Alvarez Vega Sicilia, die 1842 in Valbuena de Duero gegründete Bodega, die damals ihre Weine an befreundete Aristokraten und an das Königshaus zu verschenken pflegte. Pablo, der aus Bilbao stammt und Recht studiert hat, modernisierte den Keller und machte die Weine zu einem Synonym für zeitlose Eleganz.

Unergründliche Zeitlosigkeit

Zeitlos. Wörtlich zu nehmen. Denn das ist es mitunter, was Vega Sicilia und seinen Mythos ausmacht: Die lange Reifedauer! Mindestens zehn Jahre reift der Unico auf dem Gut in der Ribera del Duero, bevor er auf den Markt kommt. Und dann steht diesem einzigartigen Wein ein fast schon unendliches Leben bevor. Der älteste verkostete Jahrgang war der 1960er – und der wirkte kein bisschen müde. Im Gegenteil!

Warum ist das so? Pablo Alvarez zuckt im Gespräch mit Blick mit den Schultern. «Wissen Sie was? Ich weiss es auch nicht. Es ist wohl die Arbeit im Weinberg. Was ich aber weiss: Aber wenn ein Wein derart lange braucht bis zur Reife, ist es nicht erstaunlich, dass er derart langlebig ist.»

Die uralte Kundenliste

Doch es sind weitere Dinge, die den Mythos begründen. Die eigenen Korken, die Vega Sicilia auf dem 1000-Hektar-Anwesen von den eigenen Korkbäumen nimmt. Die halbe Million Eichen, die bereits existieren und die weitere halbe Million, die gepflanzt wird, bis man alle Barriques selber herstellen kann. Die uralte Kundenliste mit 3700 Namen, für die es eine Warteliste mit 2500 Namen gibt. Nur wer auf dieser Liste steht, kann in Spanien Vega Sicilia kaufen. Die Berechtigung kann vererbt werden. Da können wir nur festhalten: Zum Glück werden siebzig Prozent der Produktion exportiert. So sind wir in der Schweiz gesegnet, denn da kann jedermann zuschlagen. «Der Schweizer Markt ist für uns enorm wichtig», sagt Don Pablo. «Er ist nach den USA und Mexiko der drittgrösste Exportmarkt.» So ist das eben: Je teurer, desto Schweiz …

Weitere Details zur Bodega finden sie unter diesem Link, nach dem Blick-Besuch 2019: Vega Sicilia - der Wein, den man verebt.

Und der Lieblingsjahrgang des Bosses? «Nun, 1962 oder 1968 sind absolut grossartig! Auch 1981. Mittlerweile und aktuell ist es vielleicht 1970.» Legen wir los mit den 40 Jahrgängen, bei denen vor allem die älteren glänzen. Einer gar mit der Perfektionsnote 20!

Licinia: Topweine aus Madrid

Licinia. So hiess der Sensationssieger des grossen Spaniens-Tastings von Blick Ende 2020. Ein Wein aus Madrid? Ja! 2005 von Victor Algora geründet, befindet sich das Gut in Morata de Tajuña, 40 Kilometer südöstlich von Madrid. 28 Hektaren werden dort mit Tempranillo, Syrah, Cabernet Sauvignon und Merlot bepflanzt und kultiviert. 2009 kommt der erste Jahrgang auf den Markt. Victors Anspruch ist es, mit die besten Weine Spaniens zu keltern. Besucht habe ich das Weingut im April des Corona-Jahrs 2021, als Madrid eine Oase der Corona-Resistenz war in einer Zeit, in der hierzulande alle Restaurants geschlossen waren. Hier erstmals die gesamte Licinia-Palette.

Best of Spain!

Im Laufe des letzten Jahres habe ich Hunderte Weine aus Spanien verkostet. Weil zum Beispiel die Region Rioja mit Events sehr aktiv war und wunderschöne Tasting-Settings (meistens durch Spanien-Spezialist David Schwarzwälder) auf die Beine stellte, waren auch ganz viele Topweine darunter. So habe ich alle Degustationsnotizen durchstöbert und die besten 15 Weine herausgepickt. Das Niveau an der iberischen Spitze ist selbstredend mittlerweile enorm hoch. Um in diese Liste zu gelangen, brachte es deshalb 18,25/20 Punkte. Was bedeutet, dass zum Beispiel Kultweine wie Abadia Retuerta Pago Valdebellon 2015 (18/20), PSI 2018 (17,5/20) oder Hacienda Monasterio Reserva (18/20) keine Aufnahme fanden. Viel Spass mit Entdecken.

  • Contador 2017 (Rioja DOCa): Komplex, leichte Frucht, Mineralik, schwarze Schoggi, zart, reife und präsente Tannine, höchst elegant, Schmelz, schöner Fluss, leicht bitter, totale Mundfülle, tief, lang. Score: 18,25/20 (290 Franken. Degustiert am Festival Español von www.casadelvino.ch)
  • Post Crucifixión Michelini y Mufatto 2019 (Bierzo SO): Dezent mineralisch, Teenote, Chriesi (rot und schwarz), komplex, viel Säure, enorme Frische und Tiefe, ausbalanciert, zitrisch-würzig, totale Mundfülle, superlanges Bittermandel-Finish. Score: 18,5/20 (125 Franken. Degustiert an Weinpassion für Spanien von www.gerstl.ch)
  • Finca Valhonta Bodegas Ramón Bilbao Lalomba 2017 (105 Franken. Degustiert am Rioja Days Opening Event im Kraftwerk Zürich. www.drinks-and-style.ch)
  • Mauro Terreus 2019: Ausladend, komplex, Kirschfrucht, Würze, leichtfüssig, hoch elegant, tief, nun rotbeerig werdend, ausbalanciert, rechte und doch unaufdringliche Tannine, tolles Finale. Score: 18,5/20 (110 Franken. Degustiert am Festival Español von www.casadelvino.ch) – PS.: Mauro VS 2019: 18,25/20 (85 Franken)
  • Gaudium Marqués de Cáceres 2015: Komplex-expressiv, viel reife Frucht, Espresso, beschwingt, kräuterig, Schmelz, reife Tannine, hoch präzis, total ausgewogen, ätherisch, sehr lang, macht sehr viel Spass. Score: 18,5/20 (62 Franken. Degustiert bei www.ullrich.ch)
  • San Roman 2018: Wunderschöne vielschichtige Nase, viel Frucht, Zältli, Schoggi, dezente samtene Tannine, sehr trinkig, Säure, Superfluss, alles am richtigen Ort, fast perfektionistisch, tolles Finale. Das Score von 18,5/20 Punkten zu diesem Preis: Reife Leistung! (39.50 Franken. Degustiert am Festival Español von www.casadelvino.ch) – PS.: Cartago Paraje del Pozo San Roman 2016: 18,25/20 (105 Franken)
  • Raventós y Blanc Manuel Negra, Conca del Riu Anoia 2011 (Schaumwein, Blanc de Noir): Tolle ausladende Nase mit viel Hefe, auch Brioche, Zitrus, enorm tief, Power, schöne Perlage, ätherisch, Mundfülle, superlang. Ein Superwein! Score: 18,5/20 (87 Franken. Degustiert am Festival Español von www.casadelvino.ch)
  • Dalmau Marqués de Murrieta Rioja DOCa 2016: Dezente Nase, Cassis, Holunder, Lakritze, floral, schlank, filigran, nur dezente Power, Mokka, Schokolade, herbal, Estragon, Frische, Fülle, ätherisch, sehr lang. Score: 18,25/20 (85 Franken. Degustiert bei www.moevenpick-wein.com)
  • Dosterras Naixement Montsant DO 2014: Tolle leicht laktische Nase, minim reduktiv, metallisch, erdig, viel Frucht, schlank, easy, hoch elegant, knackig, druckvoll, komplex, enorme Frische, Mundfülle, superlang. Score: 18,25/20 (95 Franken. Degustiert an Weinpassion für Spanien von www.gerstl.ch)
  • Aster Finca El Otero La Rioja Alta S.A. Ribera del Duero DO 2016: Wunderschöne tiefe Nase, rote Beeren, leicht rauchig, harmonisch, tief, samtene präsente Tannine, modernistisch, tief, hat Druck, ätherisch, Mundfülle, Eukalyptus, toller Abgang. Noch so ein Preis-/Leistungsmonster! Score: 18,5/20 (42.10 Franken. www.wyhusbelp.ch. Degustiert bei Taste Spain 2022 im Kongresshaus Zürich) – PS.: Finca Martelo Rioja Reserva DOCa La Rioja Alta S.A. 2015: 18,25/20 (40.40 Franken)
  • Phinca La Revilla Bhilar Sexto Año Rioja DOC 2013: Vielschichtig, leicht erdig, floral, fruchtig, kräftig, dunkel, minim portish, druckvoll, rechte Tannine, präsente Säure, Mundfülle, ätherisch, tolles Finale. Score: 18,25/20 (79 Franken. Ausverkauft. www.zweifel1898.ch. Degustiert bei Taste Spain 2022 im Kongresshaus Zürich)
  • Aquilón Alto Moncayo Campo de Borja DOP 2016: Sehr parfümige, ausladend, topfrisch und sehr tief, enorme Frucht zwischen rot und schwarz, floral: Rosen, und Veilchen, samten, easy, perfekte Struktur, reife, feinkörnige, schmelzige Tannine, füllt alles aus, ätherisch, Superfinale. GROSSARTIG! Score: 18,75/20 (153.40 Franken. www.wyhusbelp.ch. Degustiert bei Taste Spain 2022 im Kongresshaus Zürich)
  • Rolland Galarreta Iconic Bodegas Baigorri Rioja Alavesa DO 2016: Minim laktisch, erdig, dunkle Früchte, mineralisch, tief, hochkomplex, rauchig, rechte Säure, dadurch total frisch, Tiefe, enormer Druck, Power, viel Tannin, ätherisch, Eukalyptus, nervig, Spannung, sensationelles Finale, unendlich: FANTASTISCH! Score: 19/20 (285 Franken. www.moevenipck-wein.com. Degustiert am Webinar «Die vielen Gesichter des Riojas» des Consejo Regulador DOCa Rioja und David Schwarzwälder)
  • Mas de La Rosa Bodega El Lloar Familia Torres Priorat DOQ 2018: recht verschlossen, etwas Würze, ein Hauch Frucht, Schmelz, Fülle, Tiefe, knackig, wunderbar präzise Säure, reife Tannine, Kräuter, Vermouth, Lindenblüten, viel Rotfrucht, Frische, eukalyptisches, enorm langes Finale, noch viel zu jung. Score: 18,5/20 (200 statt 235 Franken. Degustiert bei www.globalwine.ch) - PS.: Grans Muralles Familia Torres Conca de Barbera 2017: 18,25/20 (78 Franken)
  • Prado Enea Gran Reserva Bodegas Muga Rioja Alta DO 2014: Tolle ausladende Nase, tief, Power hoch expressiv, komplex, würzig, knackige Säure, füllt alles aus, ätherisch, tolles Finale. Score: 18,5/20 (76.50 Franken. www.globalwine.ch. Degustiert am Rioja Consejo Regulador Prestige Tasting im Widder Zürich)
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