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Hunderttausende fordern bei "Klimastreik": "Gebt uns eine Zukunft"

Keystone-SDA-LogoKeystone-SDA 24.05.2019 cz
Selbst die Kleinsten waren am schweizweit grössten Umzug in Zürich mit von der Partie. Ihre Sorge galt der Tier- und Pflanzenwelt. © Bereitgestellt von SDA Selbst die Kleinsten waren am schweizweit grössten Umzug in Zürich mit von der Partie. Ihre Sorge galt der Tier- und Pflanzenwelt.

Hunderttausende überwiegend junge Menschen haben in aller Welt unmittelbar zur Europawahl ein Zeichen für den Kampf gegen die Klimakrise gesetzt. Auch in der Schweiz haben über 20'000 Menschen an den Klimastreiks teilgenommen.

Alleine in Zürich demonstrierten laut der Polizei über 10'000 Personen. Im Kanton Bern gingen schätzungsweise rund 4000 Menschen für einen griffigen Klimaschutz auf die Strasse. Insgesamt waren Menschen in 25 Schweizer Städten an den verschiedenen Aktionen beteiligt.

International sollen laut einer Liste von Fridays for Future Demonstranten an 1784 Orten in 128 Ländern unterwegs gewesen sein.

In Deutschland beteiligten sich am Freitag nach Angaben der Organisatoren rund 320'000 Menschen an der zweiten Auflage eines globalen "Klimastreiks" der Bewegung Fridays for Future; protestiert wurde in allen Bundesländern und in mehr als 200 deutschen Städten.

In der Hamburger Innenstadt protestierten beispielsweise nach Polizeiangaben etwa 17'000 Menschen, laut den Veranstaltern waren es bis zu 25'000. In Berlin sprachen die Organisatoren von mehr als 15'000 Teilnehmern. In Freiburg zählte die Polizei zwischen 8000 und 10'000. Auch in anderen deutschen Grossstädten war die Teilnehmerzahl vierstellig.

Vielerorts hielten Demonstranten Schilder mit Aufschriften wie "Klimaschutz statt Kohleschmutz" und "Es gibt keinen Planeten B" in die Höhe. Nahezu überall war der Slogan "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!" zu hören.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble forderte unterdessen eine entschlossenere Klimapolitik der deutschen Regierung. "Wir brauchen Entscheidungen, in der Klimapolitik wie anderswo", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag).

Die globale Aktion am Freitag stellte die zweite Auflage im Grossformat dar - an der ersten hatten sich am 15. März weltweit etwa 1,9 Millionen Menschen beteiligt. Fridays for Future hatte den zweiten Anlauf bewusst in die Zeit der Europawahl gelegt.

Der Klimastreik am Freitag zog sich einmal quer über die Erde. Den Anfang machten wegen der Zeitverschiebung mehrere neuseeländische Städte, darunter Christchurch und die Hauptstadt Wellington. Nicht nur Schüler, sondern auch zahlreiche Erwachsene marschierten bei den Protesten mit.

Im australischen Melbourne legten sich Hunderte Teilnehmer aus Protest wie später auch in Frankfurt kurz regungslos auf die Strasse. Märsche folgten dann in Ländern wie Thailand, den Philippinen und Indien. Selbst im kriegsgebeutelten Syrien versammelten sich rund 50 Menschen zu einem kleinen Protest, in der türkischen Metropole Istanbul waren es 80.

In allen 28 EU-Staaten gingen Demonstranten auf die Strasse, auch in Irland und Tschechien, wo am Freitag für die EU-Wahl abgestimmt wurde. In Mailand kamen mehr als 30'000 Demonstranten zusammen, im belgischen Brüssel waren es rund 7500.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg rief in ihrer Heimatstadt Stockholm zu einem grundsätzlichen Umdenken zur Rettung des Klimas auf. "Wir stehen vor einer existenziellen Krise. Wir müssen Veränderungen in allen Ebenen der Gesellschaft sehen", sagte sie nach einem Protestmarsch, an dem sich 6000 bis 8000 Menschen beteiligten.

Fridays for Future fordert, dass die Politik beim Thema Klima auf die Wissenschaft hört, die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens einhält und mit entschiedenen Massnahmen dazu beiträgt, die Erderwärmung bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen. Schon heute ist es auf der Erde etwa ein Grad Celsius wärmer als vor der Industriellen Revolution.

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