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Riesenofferte für HSH Nordbank

WELT-Logo WELT 13.01.2018

Kommen Hamburg und Schleswig-Holstein bei dem Verkauf ihrer einstigen Landesbank doch noch glimpflich davon? Die US-Investmentgesellschaft Ceberus bietet jetzt 700 Millionen Euro. Dabei ist auch ein alter Bekannter.

Mit überraschend hohen Offerten geht der Verkaufsprozess der HSH Nordbank in die Endrunde. Nach Information der WELT hat die US-Investmentgesellschaft Cerberus rund 700 Millionen Euro für das Geldinstitut geboten, das zu rund 90 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört. Gemeinsam mit Cerberus bietet der US-Investor Christopher Flowers, der bereits seit Jahren rund fünf Prozent an der HSH Nordbank hält und nun wohl die große Chance wittert, ein gutes Geschäft machen zu können. Cerberus-Konkurrent Apollo soll ein ähnlich hohes Gebot vorgelegt haben, heißt es aus dem Umfeld der Bank. Auch der britische Investor Socrates habe sein ursprüngliches Gebot noch einmal korrigiert – allerdings nach unten.

Bisher lagen die besten Gebote bei nur 300 Millionen Euro

Am 5. Januar hatten die drei Bieter ihre ursprünglichen Offerten für die Endauswahl noch einmal aktualisiert. Zuvor waren um 300 Millionen Euro geboten worden. Bei der Entscheidung der Länder wird es, so heißt es, allerdings nicht allein um die Höhe des Kaufpreises gehen. Zu den Kriterien zählen auch die Übernahme von Altlasten und die Perspektiven für die Weiterführung der Bank. Cerberus ist in der aktuellen Situation gemeinsam mit Flowers vermutlich der Favorit. Flowers besitzt ein Vetorecht beim Verkaufsprozess. Er muss jedoch, wenn er dies tatsächlich aktiviert, die Bank letztlich zu jenen Konditionen übernehmen oder mitübernehmen, die von den Ländern im Vergleich der vorliegenden Offerten präferiert wird. Neben Flowers ist zu rund sechs Prozent auch der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein an der HSH Nordbank beteiligt.

Hamburg und Schleswig-Holstein hatten die HSH Nordbank nach der Welt-Finanzmarktkrise finanziell gestützt und damit die Sanierung des Instituts ermöglicht. Auf Geheiß der EU-Kommission muss die Bank deshalb bis zum 28. Februar verkauft werden. Ob dies gelingen würde, war lange Zeit nicht klar. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass die HSH Nordbank komplett verkauft wird, inklusive der so genannten Abbaubank, einer Sparte, in der die besonders ausfallgefährdeten Kredite des Instituts gebündelt sind. Auch scheinen sowohl Cerberus mit Flowers wie auch Apollo direkt sämtliche Anteile des Instituts übernehmen zu wollen. Eine für vier Jahre befristete, weitere Beteiligung der Länder mit einem Minderheitsanteil wäre gemäß den EU-Vorgaben ebenfalls möglich.

Noch im Februar soll der Kaufvertrag fix sein

Die Zeichnung des Kaufvertrages, das so genannte Signing, soll bis zum 28. Februar erfolgen. Weitere Details so wie auch die notwendigen bandenrechtlichen Prüfungen in Deutschland und in der EU können bis zum so genannten Closing verhandelt und umgesetzt werden. Dies wird voraussichtlich bis zum vierten Quartal dieses Jahres dauern.

Lange galt die HSH Nordbank als Pleitekandidat - doch jetzt ist sie wieder im Rennen © dpa Lange galt die HSH Nordbank als Pleitekandidat - doch jetzt ist sie wieder im Rennen

Im Jahr 2003 war die HSH Nordbank aus den damaligen Landesbanken von Hamburg und Schleswig-Holstein fusioniert worden. Der Betrieb und die Sanierung der Bank hat die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein nach unterschiedlichen Berechnungen von Politikern und Experten aus der Bankenbranche bis zu 27 Milliarden Euro gekostet.

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