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«Saldo» testet Ketchup – Heinz fällt durch, Schweizer Alternativen siegen

20 Minuten-Logo 20 Minuten 14.09.2022 Marcel Urech

Das beliebte «Tomato Ketchup» der US-Firma Heinz ist im «Saldo»-Test auf dem letzten Platz gelandet. Am besten abgeschnitten haben zwei Bio-Ketchups aus der Schweiz. 

Man sieht es auf fast jeder Grillparty: das «Tomato Ketchup» der US-Firma Heinz. In einem Ketchup-Test von «Saldo» hat es nun aber am schlechtesten abgeschnitten: Note 3,3 – Prädikat «ungenügend». 

«Saldo» testete 16 Ketchups und bewertete fünf als «ungenügend», fünf als «genügend» und sechs als «gut». Am besten schnitten die beiden Schweizer Ketchups ab: Den Testsieger «No added sugar» von Connie’s Ketchup (Note 5,2) gibt es bei Alnatura, das zweitplatzierte Ketchup von Naturaplan (Note 5,1) verkauft Coop.

Darum schneiden Bio-Ketchups am besten ab

Vier der fünf Ketchups mit Bio-Tomaten besetzten im Test die vordersten Ränge. Nur das Bio-Ketchup von Heinz schnitt mit der Note 3,6 ungenügend ab und schaffte es bloss auf den viertletzten Platz. 

Bio-Ketchups sind laut «Saldo» besser, weil mehr Tomaten drin sind: Die Würzsauce von Connie’s Kitchen aus Hagendorn ZG kam auf 14 Prozent Tomatentrockenmasse, das Heinz-Bio-Ketchup bloss auf sieben Prozent. Sechs Prozent der Trockenmasse entsprechen etwa 100 Gramm frischen Tomaten. 

Reife Tomaten machen den Unterschied

«Saldo» liess die Ketchups in Deutschland testen und den Zuckergehalt und Anteil des Pflanzenstoffs Lycopin (siehe Box) ermitteln. Ketchups aus reifen Tomaten seien am besten für das Immunsystem, so das Fazit.

Auch beim Lycopin schnitten die Bio-Ketchups am besten ab: Jene von Naturaplan und Don Antonio enthielten im Test zwischen 220 und 230 Milligramm des Pflanzenstoffs pro Kilogramm. In den konventionellen Ketchups von Heinz, Denner und Coops Prix-Garantie-Linie war laut «Saldo» nur knapp halb so viel Lycopin drin.

Pestizidrückstände und Zucker

Oft ist auch viel Zucker drin, am meisten im «Tomato Ketchup» von Hersteller Wilkin & Sons: 33 Gramm pro 100 Gramm Ketchup. Das Bio-Ketchup von Naturaplan enthalte über 16 Gramm pro 100 Gramm, obwohl auf der Flasche zwölf Gramm stehe. Zucker kann zu Blut­hochdruck, Karies, Fettleibigkeit und Diabetes führen.

Coop will den Zuckergehalt des Naturaplan-Bio-Ketchups überprüfen. Connie’s Kitchen schreibt, dass man keinen Zucker, sondern ausschliesslich Datteln, Äpfel und Kürbis nutze. So seien im Ketchup auch mehr Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und Ballaststoffe enthalten.

Sechs der elf Nicht-Bio-Ketchups enthielten Pestizidrückstände: Die Labors fanden Spirotetramat, Propamo­carb und Tebuconazol. Spirotetramat kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Kind im Mutterleib schädigen, Propamo­carb gilt als Nervengift und Tebuconazol steht im Verdacht, Krebs zu begünstigen.

«Bio lohnt sich»

«Viele Menschen sind sich wohl nicht bewusst, dass in Ketchup viel Zucker drin sein kann», sagt Melanie Indergand, Ernährungsberaterin im Kantonsspital Uri. Die Pestizidrückstände überraschen sie nicht: Da beim Tomaten-Anbau oft chemische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kämen, seien solche Rückstände möglich. Auch in Fertig-Tomatensaucen seien schon Pestizidrückstände nachgewiesen worden.

Indergand weist darauf hin, dass man Ketchup auch selber machen könne. So wisse man, was drin sei. Dass die Bio-Ketchups am besten abschnitten, sei nicht verwunderlich: «Im Normalfall lohnt es sich, auf Bio zu setzen.» 

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