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So schlagen sich die Personaldienstleister in der Krise

Handelszeitung-Logo Handelszeitung vor 5 Tagen Stefan Mair
Die Abwärtsspirale der Personaldienstleister verlangsamt sich zwar, doch der Neustart ist zäh. © Andrea Caprez Die Abwärtsspirale der Personaldienstleister verlangsamt sich zwar, doch der Neustart ist zäh.

Die Schweizer Personaldienstleister kommen langsam wieder in die Gänge. Langsam werden auch die Schäden sichtbar, die Corona in der Branche hinterlassen hat.

Langsam werden im sehr gesättigten Markt der Schweizer Personaldienstleister die langfristigen Schäden sichtbar und messbar, die der Corona-­Lock­down hinterlassen hat: Das neuste Update des Branchenverbandes Swissstaffing zeigt in den letzten drei Monaten einen Rückgang der Geschäftstätigkeit von 17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Abwärtsspirale, die aufgrund der Corona-Lockdown-Krise im April begonnen und im Juni ihren Tiefpunkt erreicht hat, verlangsamt sich zwar zusehends, wie der Ökonom Marius Osterfeld von Swiss­staffing in seiner Einschätzung schreibt: Jeden Monat verringert sich das Minus schrittweise. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Einsatzstunden seit Jahresbeginn um 15,7 Prozent zurück. Mit besonderer Sorge blickt man in der Branche aber möglichen neuen Einschränkungen aufgrund der nun wieder rapide steigenden Corona-­Fallzahlen in der Schweiz entgegen. Insider sprechen von einem «Damoklesschwert», das viele Betriebe endgültig in die Pleite reissen würde.

Westschweiz und Tessin kollabierten

Tatsächlich ist die Temporärbranche nach dem Einbruch im Frühjahr kaum ­wiederzuerkennen. Gemäss dem Swiss­staffing-Index sind die geleisteten Einsatzstunden im April im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent eingebrochen. Je nach Sektorfokus liegt der Rückgang bei bis zu 100 Prozent, etwa im Tourismus. Auch im Mai betrug der Rückgang nach ersten Lockerungen immer noch 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Eine Umfrage des Meinungs- und So­zialforschungsinstituts GFS-Zürich unter den Swissstaffing-Mitgliedern zeigt grosse Unterschiede zwischen den Landesteilen: Besonders stark ist der Rückgang in der Westschweiz und im Tessin. Dort waren die ­Anbieter faktisch kaum mehr aktiv. Seit den ersten Corona-Massnahmen nahm dort die Zahl der Temporärarbeitenden um 80 beziehungsweise 97 Prozent ab, in der Deutschschweiz hingegen nur um 44 Prozent.

Ohne staatliche Unterstützung stünden daher zahlreiche Personaldienstleister vor dem wirtschaftlichen Aus. 46 Prozent der Personaldienstleister haben im Mai die ­Liquiditätshilfe des Bundes beansprucht. Nicht weniger als 46 Prozent der Personaldienstleister beklagen sich zudem über eine sehr schlechte Zahlungsmoral der ­Unternehmenskunden.

Übernahmen möglich

Wenig hört man bisher davon, ob die Preise inzwischen auch bei den Vermittlern von Managerinnen und Managern, also den Executive-­Search-Vermittlern, unter Druck geraten sind. Klar ist: Die Wechselbereitschaft vieler ­Managerinnen und Manager hat in der Krise gegen null ­tendiert. Kaum jemand wollte seine Stelle aufgeben, während die Wirtschaft zusammenbricht und der Arbeitsmarkt einfriert. In der Branche, die geprägt ist von stolzen Einzelkämpfern und -kämpferinnen, dürften einige Über­nahmeangebote kaum mehr ausschlagen.

Die Krux für die Dienstleister: Ihre mögliche Pleite hängt stark vom Zustand ihrer Auftragsbetriebe ab: «Im Zuge der Krise sind auch Insolvenzen von Einsatzbetrieben zu erwarten, die dank der Liquiditätshilfe getragen werden können und die ­Insolvenz der Personaldienstleister verhindert», schreibt der Branchenverband. Fallen die Kunden, fallen mit ihnen auch die Personalvermittler.

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Die Umfrage

Im Krisenjahr 2020 stehen die Personaldienstleister der Schweiz vor besonderen Herausforderungen. Der Preisdruck steigt, viele Jobs fallen weg, andere Bereiche wie die IT-Branche boomen weiter. Wer kann sich in diesem höchst anspruchsvollen Umfeld behaupten? Wer setzt sich gegen die Konkurrenz durch und macht seine Kunden trotz schwierigem Umfeld zufrieden?

Das Ranking

Die «Handelszeitung» und «Le Temps» suchen mit den Datenexperten von Statista die anerkanntesten Player der Branche: Personalvermittlungsfirmen, die nicht nur den Schweizer Markt im Detail kennen, sondern auch mit innovativen und digitalen Vermittlungslösungen ganz vorne dabei sind.

Wir möchten von Ihnen wissen, welche Personalvermittler in der Top-Liga spielen – wer die Qualitäten von Kandidatinnen und Kandidaten erkennt und auf diesen aufbaut. Wir suchen jene Vermittler, die es schaffen, schliesslich den idealen Kandidaten, die ideale Kandidatin für eine Stelle zu finden. Die Aufnahme in die Bestenliste in den Kategorien Executive und Professional Search, Vermittlung von Temporärarbeit sowie Job-Portalen basiert auf einer Umfrage unter Tausenden HR-Verantwortlichen in Unternehmen, externen Personalvermittlern sowie Kandidatinnen und Kandidaten (Ranking 2019).

Daraus ergibt sich ein fundierter Marktüberblick und eine Einordnungshilfe für alle, die sich für diesen Bereich interessieren. Präsentiert werden die besten Firmen im Frühjahr in den Beilagen von «Handelszeitung» und «Le Temps» sowie auf deren Websites.

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